Tourismus-Bilanz 2024: Darum sind die Übernachtungszahlen in Dinkelsbühl gesunken | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.02.2025 18:51, aktualisiert am 17.02.2025 08:36

Tourismus-Bilanz 2024: Darum sind die Übernachtungszahlen in Dinkelsbühl gesunken

Die Dinkelsbühler Altstadt ist beliebt. Trotzdem sank die Zahl der Übernachtungen 2024 um 4,4 Prozent. Das hat laut dem Tourismus Service einen ganz einfachen Grund. (Archivfoto: Jim Albright)
Die Dinkelsbühler Altstadt ist beliebt. Trotzdem sank die Zahl der Übernachtungen 2024 um 4,4 Prozent. Das hat laut dem Tourismus Service einen ganz einfachen Grund. (Archivfoto: Jim Albright)
Die Dinkelsbühler Altstadt ist beliebt. Trotzdem sank die Zahl der Übernachtungen 2024 um 4,4 Prozent. Das hat laut dem Tourismus Service einen ganz einfachen Grund. (Archivfoto: Jim Albright)

Der Tourismusverband Franken präsentiert sich in neuem Gewand: Im Logo versteckt sich jetzt ein Herz und auch die verschnörkelte Schrift fällt auf. Unter anderem darum ging es bei einer hybriden Pressekonferenz. Vor allem aber stand die Bilanz für 2024 und ein Ausblick auf 2025 auf der Agenda.

Was die Tourismusentwicklung im vergangenen Jahr angeht, teilte der Vorsitzende des Tourismusverbands Franken, Thomas Bold, Erfreuliches mit: Die Zahl der Ankünfte in ganz Franken ist um vier Prozent gestiegen, die der Übernachtungen um 2,2 Prozent.

Übernachtungs-Minus in Dinkelsbühl

In den einzelnen Tourismusgebieten der Region sieht es meist ähnlich aus. So stieg die Zahl der Übernachtungen im Romantischen Franken beispielsweise um 0,9 Prozent zum Vorjahr. Der Tourismusverband Romantisches Franken freut sich außerdem über ein neues Rekordergebnis. Im vergangenen Jahr wurden erstmals über 1,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Und auch sonst waren einige positive Zahlen zu verzeichnen.

Bei den Ankünften gab es im Romantischen Franken einen Zuwachs von 4,4 Prozent, wozu laut Pressemitteilung vor allem der starke Anstieg bei Ankünften aus dem Ausland (9,2 Prozent) beigetragen hat. Bei Gästen aus Deutschland wurde auch ein Plus von 2,7 Prozent registriert.

Rothenburg und Dinkelsbühl im Ausland beliebt

Vor allem in den Städten Rothenburg und Dinkelsbühl spielen internationale Gäste eine wichtige Rolle. Der Zuwachs an Ankünften und auch Übernachtungen aus dem Ausland nähert sich laut Mitteilung des Romantischen Frankens „langsam wieder dem Vor-Corona-Niveau“.

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So stieg die Zahl der Ankünfte aus dem Ausland in Rothenburg um elf Prozent, die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste nahm um 6,2 Prozent zu. Auch in Dinkelsbühl stiegen die Ankünfte der Auslandsgäste um 6,5 Prozent, während die Zahl der Übernachtungen etwa stabil blieb.

In Dinkelsbühl 4,4 Prozent weniger Übernachtungen

Im Steigerwald gab es ein Plus an Übernachtungen um 0,8 Prozent. Was das Liebliche Taubertal angeht, rechnet der Tourismusverband lediglich den baden-württembergischen Anteil extra aus, da sich einige Mitgliedskommunen mit dem Romantischen Franken überlappen.

In Ansbach wuchs die Zahl der Übernachtungen 2024 um vier Prozent auf über 130.000, in Rothenburg um 2,7 Prozent auf fast 547.000. Einen auffällig negativen Ausreißer gibt es jedoch auch. In Dinkelsbühl gab es 4,4 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Trotzdem waren es noch fast 290.000. Wie Philip Schürlein, Abteilungsleiter für Tourismus und Kultur in Dinkelsbühl auf Nachfrage erklärte, ist die Zahl der Ankünfte aber sogar um 7,9 Prozent gestiegen: „Wir hatten nie so viele Übernachtungsgäste wie 2024.“

Ausbildungsflaute als Grund

Warum also das Minus bei den Übernachtungen? Der Rückgang lasse sich dadurch erklären, dass es in der Stadt mehrere Berufsschulen und die Landesfinanzschule gibt und dort aufgrund des allgemeinen Trends zu weniger Ausbildung auch weniger Leute vor Ort in Dinkelsbühl übernachten.

„Das ist dann vielleicht mal nur ein Berufsschüler, der nicht hier übernachtet, aber das bedeutet direkt vier bis fünf Übernachtungen weniger“, erklärte Schürlein. Dadurch habe sich auch die Aufenthaltsdauer von 2,3 auf 2,1 Tage im Jahr 2024 in Dinkelsbühl verringert. „Die Ankünfte können die fehlenden Schülerzahlen nicht ausgleichen“, so Schürlein, „aber der Tourismus wächst“.

Bad Windsheim wird wegen seiner Franken-Therme zur Arbeitsgemeinschaft „Heilbäder und Kurorte“ gezählt. Die Stadt hat im Jahr 2024 ein halbes Prozent an Übernachtungen (es waren insgesamt 400.000) dazugewonnen.

Das Fränkische Seenland, zu dem auch einzelne Orte aus dem Landkreis Ansbach gehören, verzeichnete im Jahr 2024 ein Wachstum an Übernachtungen von 0,6 Prozent. Es wurden dort im vergangenen Jahr über 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt.

Umsatzsteigerung um eine Milliarde Euro

Der gesamte Bruttoumsatz durch den Tourismus in Franken lag vergangenes Jahr bei 11,4 Milliarden Euro, was eine erneute Steigerung um eine Milliarde zum Rekordjahr 2023 bedeutet. „Das Jahr 2024 war ein ganz hervorragendes“, sagte Thomas Bold, der Landrat von Bad Kissingen.

Neben dem Rückblick ging es bei der Pressekonferenz des Tourismusverbands Franken aber auch um kommende Highlights in 2025. So steht beispielsweise das 75-jährige Bestehen der Ansbacher Rokoko-Festspiele an. Auch die Romantische Straße, die in Westmittelfranken an Rothenburg, Dinkelsbühl, Schillingsfürst und Feuchtwangen vorbeiführt, feiert dieses Jahr ihr 75. Bestehen. Außerdem jährt sich zum 20. Mal die Ernennung des Obergermanisch-Rätischen Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier stehen Vorträge und Feste an.

Museen werden in den Fokus gerückt

In jedem Jahr wirbt die Arbeitsgemeinschaft „Die Fränkischen Städte“ mit einer gemeinsamen Themenkampagne. „Dieses Jahr haben sich die Städte überlegt, mal die Museen in den Fokus zu rücken“, sagte Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Franken. So sei es das Ziel, um bestimmte Ausstellungsstücke herum eine Geschichte zu konzipieren. Mit dabei sind der Dinkelsbühler Rechentisch, die Historische Klosterküche in Rothenburg oder das Falkenhaus-Zimmer im Museum Retti Palais Ansbach.


Anna Beigel
Anna Beigel
Redakteurin in Ansbach
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