„Total ramponierte” Straßen: Weihenzell über Folgen des Glasfaserausbaus empört | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.11.2025 07:00

„Total ramponierte” Straßen: Weihenzell über Folgen des Glasfaserausbaus empört

Um Glasfaserkabel bis zum Haus zu verlegen, werden Straßen und Gehwege aufgerissen – und in vielen Fällen nicht mehr ordentlich asphaltiert. Das ist in der Gemeinde Weihenzell der Fall. (Symbolbild: Luca Paul)
Um Glasfaserkabel bis zum Haus zu verlegen, werden Straßen und Gehwege aufgerissen – und in vielen Fällen nicht mehr ordentlich asphaltiert. Das ist in der Gemeinde Weihenzell der Fall. (Symbolbild: Luca Paul)
Um Glasfaserkabel bis zum Haus zu verlegen, werden Straßen und Gehwege aufgerissen – und in vielen Fällen nicht mehr ordentlich asphaltiert. Das ist in der Gemeinde Weihenzell der Fall. (Symbolbild: Luca Paul)

Wellen zieren die Straßenoberfläche, Kratzer und Löcher sind im neuen Asphalt. In anderen Bereichen musste mehrfach gepflastert werden, weil das Ergebnis so schlecht war. Die Liste der Mängel in Weihenzell ist lang. Und sie wird immer länger. Mit dem Glasfaserausbau sind Bürgermeister Gerhard Kraft und die Bevölkerung nicht zufrieden.

Die Baufirma sagt, sie sei jetzt fertig

„Wir haben etwas mitgemacht, die letzten Monate und machen auch noch vieles mit”, sagte der Rathauschef in der Gemeinderatssitzung. Seit etwa einem Jahr erfolgen die Baumaßnahmen für Glasfaser in der Gemeinde Weihenzell. Die zuständige Baufirma ist der Meinung, nun fertig zu sein, erzählte Kraft. Die Fertigstellungsanzeige und letzte Rechnung haben sie der Gemeinde bereits vorgelegt. Doch der Bürgermeister ist nicht zufrieden, seine Ratskollegen stimmen ihm zu. Kraft legte Widerspruch ein, sogar per Einschreiben. Schließlich geht es um eine große Summe, die noch aussteht – um etwa eine Million Euro.

„Wir haben wirklich Bautrupps gehabt, die waren echt gut”, sagte Kraft. Und dann gab es noch diejenigen, die „miserabel” waren. Diese Personen würden bei der Baufirma auch nicht mehr arbeiten, führte er weiter aus. Manche Straßen mussten zweimal gepflastert werden, oder sogar dreimal. Wieder woanders hängt der Gehweg tief, Mörtel wurde einfach abgelassen und Grenzsteine versetzt, wie der Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder in der Sitzung zusammenfassten. Wörter wie „total ramponiert” sind gefallen. Die Gemeinde hat bereits eine Mängelliste erstellt, die die Baufirma nun abarbeiten soll. „Also sie haben noch echt viel zu tun”, sagte der Bürgermeister. „Wir haben gesagt, das muss so wieder vorgefunden werden, wie es war.”

Hinweise aus der Bevölkerung

Vor rund einem halben Jahr wandte sich auch ein Anwohner aus dem Gemeindeteil Wernsbach per Brief an die Gemeinde. Er beschwerte sich über die aus seiner Sicht bestehenden Baumängel. Ihm ging es zum Beispiel darum, ob die Bettung der neu zu asphaltierenden Gehwege korrekt ausgeführt wurde. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Gemeindeteilen meldeten zahlreich private Mängel.

Der Asphalt sei in der Gemeinde laut Bürgermeister Kraft nicht überall ordentlich verdichtet. Deshalb schaute er einem Bautrupp einmal beim Asphaltieren zu, um deren Arbeit zu überprüfen. „Da hätte die Temperatur von 200 Grad gepasst”, erzählte er. Doch es sei fraglich, ob das jedes Mal der Fall war. „Wir waren ja nicht immer dabei.” Von Bodenproben, ob Altasphalt mit eingearbeitet wurde, wird abgesehen.

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Knapp 4,2 Millionen Euro hat der Glasfaserausbau gekostet. Der Großteil wird gefördert. „Eine gute Million bekommen sie noch.” Bevor das geschieht, müssen die Mängel beseitigt sein. Der Gemeinderat einigte sich, zusätzlich eine verlängerte Gewährleistung von sieben Jahren im Straßenbereich zu fordern. Ein positiver Aspekt ist: Das sei der einzige Netzbetreiber, der auch die Haushalte angeschlossen hat, die nicht gefördert werden.


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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