Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizisten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.02.2026 09:53, aktualisiert am 11.02.2026 12:13

Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizisten

Der Prozess hat mit der Anklage und Einlassung des Angeklagten begonnen  (Foto: Laszlo Pinter/dpa)
Der Prozess hat mit der Anklage und Einlassung des Angeklagten begonnen (Foto: Laszlo Pinter/dpa)
Der Prozess hat mit der Anklage und Einlassung des Angeklagten begonnen (Foto: Laszlo Pinter/dpa)

Im Prozess um einen getöteten Polizisten im saarländischen Völklingen hat der Angeklagte die tödlichen Schüsse eingeräumt. Er habe Angst um sein eigenes Leben gehabt, erklärte sein Verteidiger Michael Rehberger zum Prozessauftakt am Landgericht Saarbrücken.

Nach einem Tankstellenraub sei er vor Polizisten geflüchtet, die ihn verfolgt hätten. Ein Polizist habe ihn dann gepackt: Sein Mandant sei von einer Festnahme ausgegangen. „Als dann ein zweiter Beamter auf ihn zielte, hatte er Angst, erschossen zu werden“, sagte Rehberger. 

Witwe kämpft im Gerichtssaal mit Tränen

„In Panik“ habe er aus dem Holster des Polizeianwärters ohne Mühe die Dienstwaffe gezogen und dann abgedrückt. Mehrere Schüsse habe er auf den Polizisten abgegeben, der später gestorben sei. Rehberger: „Er fürchtete um sein Leben.“ Auch weitere Schüsse habe er abgegeben. 

Die Anklage wirft dem 19-Jährigen Mord, versuchten Mord und besonders schweren Raub vor. Er soll im August 2025 einen 34 Jahre alten Polizeioberkommissar getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte der junge Mann alle 17 Schuss aus dem Magazin abgefeuert.

Zum Auftakt im Landgericht Saarbrücken waren alle Besucherplätze belegt, die Witwe des getöteten Polizisten war als Nebenklägerin anwesend. Sie kämpfte immer wieder mit den Tränen.

Angeklagter berichtet von Angstzuständen

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte auf die Polizisten gefeuert haben, um seine Beteiligung an dem Überfall zu verdecken. Zudem lägen die Mordmerkmale der Grausamkeit und der Mordlust vor. Bei der Tat wurde zudem der Polizeianwärter verletzt.

Mit leiser Stimme und gesenktem Kopf hatte der Angeklagte zuvor Angaben zur Person gemacht. Er sagte, er habe die deutsche Staatsangehörigkeit. Seit der Grundschule leide er unter immer wiederkehrenden „schlechten Gedanken“ und auch Angstzuständen. Er nehme deswegen auch Medikamente. Im letzten Jahr sei diese Gedanken und Gefühle mehr geworden.

© dpa-infocom, dpa:260211-930-670026/4


Von dpa
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