Tödliche Gefahr für Rehkitze im hohen Gras | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.05.2024 17:06

Tödliche Gefahr für Rehkitze im hohen Gras

Eine an einer Drohne befestigte Wärmebildkamera gibt einen Überblick über die Lage am Boden. (Foto: Martina Engelke-Bauer)
Eine an einer Drohne befestigte Wärmebildkamera gibt einen Überblick über die Lage am Boden. (Foto: Martina Engelke-Bauer)
Eine an einer Drohne befestigte Wärmebildkamera gibt einen Überblick über die Lage am Boden. (Foto: Martina Engelke-Bauer)

In diesen Tagen ist die Gefahr für Rehkitze am größten. Hohe Wiesen sollen sie schützen, können aber gleichzeitig lebensgefährlich werden, wenn große Mähmaschinen anrücken. Die Jägervereinigung Ansbach und Umgebung unterstützt deshalb Landwirte mit Wärmebildkameras und Drohnen.

Die meisten Rehkitze werden zwischen Anfang Mai bis Ende Juni geboren. Dieses Jahr hat diese Setzzeit bereits Mitte April begonnen. Geschuldet sei dies dem milden und warmen Frühlingsbeginn, teilt die Jägervereinigung mit.

Die Rehgeiß wählt als Liegeplatz für das Frischgeborene bevorzugt Wiesen mit hohem Gras. Da Rehkitze noch keinen Eigengeruch haben, sind sie dort vermeintlich sicher. Die Geiß lässt ihr Kitz im Versteck im hohen Gras zurück und kommt regelmäßig zum Säugen vorbei.

Bei Gefahr stellt sich das Kitz einfach tot

Doch kommt ein Landwirt zum Mähen, bedeutet das – ohne entsprechende Maßnahmen – in aller Regel den Tod des jungen Rehs. Denn Kitze zeigen bei Gefahr keinen Fluchtreflex, sie stellen sich einfach tot.

Laut Gesetz habe der Landwirt die Verpflichtung, vor der Mahd die Wiese abzusuchen und sicherzustellen, dass sich kein Kitz oder Junghase in der Wiese befindet, erläutert die Jägervereinigung. Hier setzt die Jägerschaft an, die die Landwirte bei dieser oft mühsamen Suche unterstützen kann.

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Moderne Technik wird eingesetzt

Früher wurde das zu Fuß mit Jagdhunden und Helfern gemacht. Außerdem wurden Wildscheuchen aufgestellt, damit die Geiß die Kitze aus der Wiese herausführen. Das habe, so heißt es weiter, bei der Jägervereinigung Ansbach 2021 die Frage aufgeworfen, ob man dieses Problem nicht anders lösen kann. Die Antwort lautete: modernste Drohnen mit Wärmebildkameras.

Die Jägervereinigung Ansbach schaffte zwei Geräte an und gewann zwei erfahrene Drohnenpiloten, die über die entsprechende Ausbildung verfügen. Auf Dietrich Schneider und Robert Stiegler folgten im Kitzrettungsteam bald Hartmut Reuter, Jürgen Binder, Sven Zwerner und zuletzt Andreas Prirsch. Die Männer stellen zum Teil privat angeschaffte Drohnen für die Rettungsaktionen zur Verfügung.

Die Einsätze beginnen frühmorgens. Dann ist die Umgebung noch kühl genug, dass Wärmebildkameras die Wärmesignatur der Kitze erkennen können. Der Drohnenpilot lotst seine Helfer per Funk zum Fundort. Diese bringen das Kitz von der Fläche, die gemäht werden soll. Während des Mähvorgangs wird das Junge außerhalb der Wiese geschützt in einen geschlossenen Korb oder eine belüftete Box gesetzt. Nach dem Mähen setzen die Helfer das Kitz wieder in die Wiese – und nach kurzer Zeit sind Geiß und Kitz wieder vereint.

„Gelebter Tierschutz”

Aus Sicht der Jägerschaft sei das „gelebter Tierschutz“, heißt es in der Mitteilung. Hier zeige sich, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern auch gute Ergebnisse hervorbringt.

Der Service sei für die Landwirte kostenfrei. Landwirte, die Hilfe benötigen, können jederzeit mit der Jägervereinigung Ansbach und Umgebung Kontakt aufnehmen.

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