Der erste bestätigte Fund einer Asiatischen Tigermücke im Landkreis Ansbach zeigt: Tropische Tierchen finden zunehmend auch hierzulande ein gemütliches Zuhause. Doch die Stechmücken können Krankheiten übertragen. Vor allem sind sie besonders aggressiv, was das Stechverhalten angeht. Das macht sie zu unangenehmen Zeitgenossen - die sich allerdings einfach fernhalten lassen, wie Biologe Ulrich Meßlinger aus Flachslanden erklärt.
„Tigermücken halten sich vor allem in der nächsten Nähe auf, wo sie geschlüpft sind”, sagt er. Wie das Umweltbundesamt berichtet, gelten sie als „schlechte Flieger” mit maximalen Flugdistanzen von 200 Metern. Heißt: Wer eine Verbreitung in unmittelbarer Nähe seiner Siedlung verhindern kann, hat gute Karten, in Ruhe gelassen zu werden. Um den Fundort in Detwang (Rothenburg) ergreift das Landratsamt Ansbach deshalb nun entsprechende erste Maßnahmen.
Generell sind Wohngebiete gute Brutstätten für die Tiere. Zum einen, weil es in den Siedlungen wärmer ist. „Das ist für die natürlich interessanter, als draußen zu bibbern”, sagt Meßlinger.
Zum anderen deshalb, weil es in Menschennähe viele geeignete Stellen zur Eiablage gibt. Die seien nämlich nicht vermehrt in Weihern, Flüssen und Tümpeln zu finden. „Da gibt es natürliche Feinde, die die Larven gerne wegfressen.” Stattdessen böten Kleinstgewässer ideale Bedingungen. Das könne stehendes Wasser in herumliegenden Autoreifen sein, eine Vase mit Wasser oder eine Dachrinne, die nicht sauber abfließt. Und weil sich die Mücken vor allem in der Nähe aufhielten, wo sie geschlüpft sind, sollten Menschen diese Reservoirs möglichst ausmerzen.
Das Landratsamt Ansbach nennt in diesem Zug etwa unbenutzte Vasen, Behälter, Schalen, Reifen, Gartengeräte oder auch Gießkannen, die am besten abzudecken seien. „Deswegen muss man nicht mit der Giftspritze in die Landschaft rausrennen, sondern vor allem im nächsten Umfeld schauen, dass man keine Gefäße herumstehen hat, wo sich die Larven entwickeln können”, sagt Meßlinger.
Letztlich sind es laut Umweltbundesamt auch genau diese Mini-Gewässer, die der Tigermücke die Ausbreitung erleichtern. „Dabei spielen bei der interkontinentalen Verschleppung der Mücken insbesondere der Handel mit Gebrauchtreifen und Glücksbambus eine wesentliche Rolle”, heißt es. Übers Land gehe es dann am einfachsten quasi per Anhalter - also in oder an Fahrzeugen.
Grund zur Panik bestehe aber nicht, sagt Meßlinger. Auch das Umweltbundesamt betont, das Risiko zur Übertragung von Krankheiten sei in Deutschland derzeit als gering einzuschätzen. Allerdings seien die zunehmenden Nachweise von Tigermücken ein Hinweis darauf, dass sich die Tierart wohl im Land etablieren könne. In Südeuropa, etwa Frankreich, Italien und Kroatien, gebe es bereits nachgewiesene Fälle von Virenübertragungen durch die leidigen Mücken.