Eine etwas andere Betonung, eine etwas raumgreifendere Gestik – es wird noch ein bisschen gefeilt bei den Proben zum neuen Programm der Unterlaimbacher Dorfjugend. Die Jugendlichen haben sich wieder einiges ausgedacht für einen vergnüglichen Theaterabend. „Des lass’ mer uns fei ned nachsagn!“ heißt ihr neues Stück.
Der dialektgetränkte Titel zeigt bereits an, worum es geht: um Franken, um die Menschen, die dort leben und eine – für Auswärtige – etwas eigentümliche Sprache sprechen. Dass der Franke gemeinhin als etwas maulfaul gilt, auch das brauchen sich die sechs Nachwuchsschauspieler nicht nachsagen zu lassen. Wort- und ideenreich setzen sie ihre Figuren in Szene.
In den vergangenen Jahren hatte die Theatergruppe ihre sketchhaften Episoden immer in eine Gesamterzählung verpackt, die Geschichte(n) rund um das Ehepaar Rosi und Jürgen und Wirtin Barbara. Das ist inzwischen einigermaßen ausgereizt, finden die Geschwister Leonie, Olivia und Sophia Gegner sowie Benedikt und Charlotta Amtmann und Ella Bergmann. Es ist Zeit für etwas Neues.
Den Sketch als Genre behalten sie bei. Diesmal aber nicht im Korsett eines Gesamtstückes, sondern lose verbunden durch ein Moderatorenpaar (Sophie Gegner und Benedikt Amtmann). Das erlaubt eine breitere Themenstreuung und lässt auch mehr Flexibilität in den Darstellungsformen zu. Vor allem aber ist das Programm garniert mit allerlei Musik.
Gitarre, Klarinette, Hackbrett, Akkordeon, Blockflöte – der Schauspielnachwuchs ist auch auf einer Vielzahl von Instrumenten schon recht versiert. Während bei den Sprechtexten ausschließlich Selbstgeschriebenes dargeboten wird, werden bei den Musikstücken die Eigenkompositionen angereichert mit mehr oder minder bekannten Stücken wie George Bizets „Habanera“ sowie mit der einen oder anderen Volksweise.
Seit dem Frühjahr, als die Idee zu dieser neuen Produktion entstand, arbeiten die jungen Leute daran. Bereits Ende August, also noch in den Schulsommerferien, wurde mit den Proben begonnen, berichtet die Truppe. Geübt wird auf der örtlichen Kleinkunstbühne des Ehepaars Brigitte und Killen McNeill.
Verzichten muss die Schauspieltruppe diesmal auf Johanna Bergmann, die auf einer längeren Work-and-travel-Auslandstour ist. Dafür steigt die bisherige Souffleuse Charlotta Amtmann nun mit auf die Bühne. Den Soufflierpart übernimmt dafür eine der Mütter der Akteure, Brigitte Bergmann. Die Regie führt wieder Christine Schmidt-Kraemer die Großmutter der Amtmann-Geschwister.
Eine Besonderheit, die zu etwas zusätzlichem Lampenfieber bei den Akteuren führt, ist der Umstand, dass man die Dorfgrenzen diesmal auch einmal verlässt. Neben den drei geplanten Aufführungen in der Unterlaimbacher McNeill-Scheune ist „Des lass’ mer uns fei ned nachsgn!“ auch in Scheinfeld im Bürgersaal zu sehen. Dort ist die Dorfjugend zu Gast beim Scheinfelder Heimat- und Kulturverein.
Dieses „Auswärtsspiel“ stand schon seit längerem an, berichtete Benedikt Amtmann. Die Vereinsvorsitzende Tanja Jordan habe jedenfalls schon mehrfach nach einem Gastauftritt angefragt. Den Heimat- und Kulturverein hat der Theaternachwuchs jedenfalls bereits überzeugt – nicht von ungefähr war die Unterlaimbacher Dorfjugend heuer mit dem erstmals verliehenen Kulturnachwuchspreis, dem Lindwurm-Ei, bedacht worden.
Für „Des lass’ mer uns fei ned nachsgn!“ sind vier Spieltermine vorgesehen: am 16., 29. und 30. November in der McNeill-Scheune in Unterlaimbach sowie am 23. November im Bürgersaal des Alten Rathauses in Scheinfeld. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei; es ist jedoch eine Anmeldung erforderlich, für die Unterlaimbacher Termine zwischen 17 und 19 Uhr unter der Handynummer 01573/9262883, für die Scheinfelder Aufführung bei der Buchhandlung Meyer am Torturm.