Theater Ansbach: Ehemaliges FÜW-Gebäude wird zur Ausweich-Spielstätte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.11.2025 17:13

Theater Ansbach: Ehemaliges FÜW-Gebäude wird zur Ausweich-Spielstätte

In dem Gebäude in der Eyber Straße 89 sind die Verantwortlichen des Ansbacher Theaters fündig geworden. Im ersten Stock können hier Aufführungen und andere Veranstaltungen stattfinden, während das Große Haus umgebaut wird. (Foto: Florian Schwab)
In dem Gebäude in der Eyber Straße 89 sind die Verantwortlichen des Ansbacher Theaters fündig geworden. Im ersten Stock können hier Aufführungen und andere Veranstaltungen stattfinden, während das Große Haus umgebaut wird. (Foto: Florian Schwab)
In dem Gebäude in der Eyber Straße 89 sind die Verantwortlichen des Ansbacher Theaters fündig geworden. Im ersten Stock können hier Aufführungen und andere Veranstaltungen stattfinden, während das Große Haus umgebaut wird. (Foto: Florian Schwab)

Nach Monaten der Ungewissheit haben die Verantwortlichen des Ansbacher Theaters eine Ausweichspielstätte gefunden. Damit der Betrieb im ehemaligen Gebäude des Fränkischen Überlandwerkes beginnen kann, muss der Bebauungsplan geändert werden. Dafür gaben die Mitglieder des Bauausschusses eine einstimmige Empfehlung an den Stadtrat ab.

Ein paar Sorgenfalten dürften aus den Gesichtern der Verantwortlichen der Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss verschwunden sein. Nachdem man ihnen im Februar 2024 quasi über Nacht das Große Haus wegen technischer Mängel zugesperrt hatte, war die Not groß. Bislang behilft man sich mit Aufführungen auf den kleineren Bühnen im Haus: Hinterm Eisernen und im einstigen Studio-Kino.

Doch wenn die Stadt die Mängel in dem ihr gehörenden Borkholder-Haus beheben lässt, fallen auch diese beiden Spielstätten weg. Um dennoch weiterhin ein Theaterangebot machen zu können, musste die Genossenschaft für die vermutlich mehrjährige Bauphase eine Ersatz-Spielstätte finden.

Anderen Optionen haben sich zerschlagen

Hinter den Verantwortlichen liegt mittlerweile eine mehrmonatige Suche, in deren Rahmen sich einige durchaus brauchbare Optionen zerschlagen hatten. Der Distlersaal in Eyb zum Beispiel hätte vorher kostspielig – zumindest aus Sicht der Stadtverwaltung – umgebaut werden müssen. Im ehemaligen Gemeindesaal des Blauen Kreuzes wären ständige Auf- und Abbauarbeiten im Bereich der Bühne nötig gewesen. Ein Umstand, der für die Theater-Machenden personell nicht leistbar gewesen wäre.

Das alles ist in der Eyber Straße 89 nicht notwendig. In dem Gebäude sind Tagungsräume vorhanden, die seit dem Rückzug des Schulungs- und Informationszentrums des Fränkischen Überlandwerkes (FÜW, jetzt N-Ergie) selten genutzt werden, wie Stadtplanerin Andrea Heinlein im Bauausschuss sagte. „Das ist ein super Raum. Das Beste, was wir im Moment im Blick hatten“, sagte Genossenschafts-Vorsitzende Nadine Maurer bereits im Oktober.

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Bebauungsplan muss geändert werden

In dem Gebäude kann das Theater im ersten Stock einen kleinen und einen großen Raum, eine Küche, Toiletten und angrenzende Räume der Villa nutzen. Für Kasse und Garderobe soll der Eingangsbereich im Erdgeschoss herangezogen werden. Aus Sicht der Verwaltung wäre die Nutzung als Ersatz-Spielstätte vorstellbar, wie Heinlein sagte. Allerdings muss dafür der Bebauungsplan angepasst werden, denn dieser sieht bisher eine Nutzung für Theater-Veranstaltungen nicht vor.

Die Änderung des Planes, der der Bauausschuss einhellig zustimmte, gelte nur so lange, wie das Theater die Räumlichkeiten nutzen muss, erklärte Heinlein. In diesem Zuge soll auch überprüft werden, inwieweit entstehender Lärm ein Problem werden könnte. Sie ließ aber durchblicken, dass die Verwaltung hier keine großen Bedenken hat. Einerseits deshalb, weil es ein maximales Besucheraufkommen von bis zu 120 Personen gibt. Andererseits, weil die Fenster während der Aufführungen grundsätzlich geschlossen bleiben.

OB Deffner: „Stadt leistet unheimlich viel für das Theater”

Wo viele Menschen zusammenkommen, braucht es freilich auch Platz für Fahrzeuge. Zwar befinden sich auf dem Grundstück bis zu 20 Stellplätze, diese dürfen laut Heinlein vom Theater aber nur eingeschränkt genutzt werden und sollen vorrangig für Menschen mit einer Gehbehinderung herangezogen werden. Folglich soll vor allem der Parkplatz an der Maschinenbauschule genutzt werden. Die Wegstrecke von etwa 250 Metern sei zumutbar, so die Stadtplanerin.

Für Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) ist es eine gute Sache, dass das Vorhaben durch die Änderung des Bebauungsplanes auf rechtlich saubere Füße gestellt werde. „Man sieht einmal mehr, die Stadt Ansbach leistet unheimlich viel für das Theater Ansbach.”


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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