Männer mit Bärten haben gute Chancen: zumindest auf eine Komparsen-Rolle im Hollywood-Film „The Rage”. Auch jetzt noch können sich Kurzentschlossene bewerben. Der Film wird in den nächsten Monaten unter anderem in der Lichtenauer Festungsanlage und in Bad Windsheim gedreht.
Die Handlung spielt zur Zeit des Bauernaufstands 1381 in England, für die Regie zeichnet Paul Greengrass („Jason Bourne”) verantwortlich. Einer der Hauptdarsteller soll laut Branchenmagazinen der aus „Spider-Man: No Way Home” bekannte Andrew Garfield sein.
Die Dreharbeiten, die voraussichtlich zwischen 16. September und 20. November über die Bühne gehen, starten in Oberbayern, teilt Marc Körber von der Producer’s Friend GmbH mit. Anschließend zieht man weiter zu den Drehorten in Franken.
Körbers Agentur ist für Komparsen und Kleindarsteller zuständig. Rund 5000 werden für „The Rage” gebraucht. Wer sich beworben und bis jetzt noch nichts gehört hat, sei noch nicht aus dem Rennen, erklärt er. Bescheid bekommen die Ausgewählten erst zwei, drei Wochen vor dem jeweiligen Drehtag. „Von daher gibt es die ganzen nächsten Wochen und Monate immer noch Anfragen unsererseits.”
Ob sich die Kleindarsteller den Drehort aussuchen können? „Das ergibt sich sowieso, weil sie bei uns mit Postleitzahl und Adresse angemeldet sind. Wir schauen immer als Erstes darauf, dass es die Leute nicht weit haben zum Drehort.” Natürlich müssten auch die Wünsche der Regie-Abteilung erfüllt werden. Aber man wolle einem Komparsen auch keine allzu lange Anreise zumuten, nur „weil der zufällig genau das richtige Gesicht hat”.
Besonders gesucht sind Personen, die sich „optisch leicht ins England des 14. Jahrhunderts holen lassen”, gerne auch Männer mit längeren Haaren und Bart, erklärt Körber und bedauert: „Männer sind im Vergleich zu Frauen Casting-Muffel.”
Spezielle Leidenschaften und Fähigkeiten kann man bei der Bewerbung in seiner Sedcard eintragen. Großes Interesse besteht seitens der Agentur zum Beispiel an Personen, „die reiten können, vielleicht sogar ein eigenes Pferd haben”. Es habe sich auch schon jemand beworben, „der ein paar ältere Kutschen hat – ich glaube, sogar passend für die Zeit”, freut sich Körber.
Frauen und Männer, die gern Mittelalterfeste besuchen und eventuell bereits die passende Kleidung im Schrank haben, seien ebenfalls willkommen, meint er. Oder Hobby-Schwertkämpfer. „Natürlich sollen die nicht die gefährlichen Sachen machen – das machen Stuntleute”, aber vielleicht können sie im Hintergrund mit ihren Waffen hantieren. „Da sieht man dann, dass die Bewegungen nach etwas aussehen und jemand nicht vor einer Viertelstunde zum ersten Mal ein Filmschwert in die Hand bekommen hat.”
Das Bewerbungsverfahren läuft voraussichtlich bis Mitte Oktober. „Wir hangeln uns von Drehort zu Drehort und von Drehtag zu Drehtag. Man bucht die Leute nicht mit einem Vorlauf von zwei Monaten. Dann hat die Hälfte das schon wieder vergessen – nicht jeder hat so eine perfekte Kalenderführung.”
Die Bewerbung ist per Formular auf der Internetseite der Agentur möglich.
Bewerbungen können per Formular www.p-f.tv eingereicht werden.