Teuer: Viele Deutsche verschenken Rendite auf Girokonto | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.06.2026 12:39

Teuer: Viele Deutsche verschenken Rendite auf Girokonto

Verbraucherschützer empfehlen, lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten und den Rest zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto zu verschieben. (Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn)
Verbraucherschützer empfehlen, lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten und den Rest zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto zu verschieben. (Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn)
Verbraucherschützer empfehlen, lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten und den Rest zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto zu verschieben. (Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn)

Mehr Menschen als noch im vergangenen Jahr bunkern viel Geld auf ihren Girokonten. In einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Kreditvergleichsportals Smava erstellt hat, gab jeder Achte (13,0 Prozent) an, mehr als 10.000 Euro dort liegen zu haben. Im Vorjahr war es nur rund jeder Neunte (11,2 Prozent).

Das Problem dabei: Auf einem Girokonto gibt es für gewöhnlich keine Guthabenverzinsung - zumindest keine, die auch nur annähernd die Teuerung von zuletzt mehr als zwei Prozent ausgleichen könnte. Das bedeutet: Selbst wenn das Guthaben auf dem Girokonto konstant bleibt, nagt die Inflation daran. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich von ihrem Geld also immer weniger leisten. Quasi: Sparen mit Wertverlust.

Mehr als die Notreserve sollte nicht liquide sein

Verbraucherschützer empfehlen darum:

  • Lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten, falls der Kühlschrank, das Smartphone oder das Auto überraschend kaputtgeht. 
  • Das muss aber gar nicht auf einem Girokonto sein. Dort benötigt man nur das Guthaben, das für den monatlichen Zahlungsverkehr benötigt wird - also etwa für Miete, Strom, Internet, Lebensmittel und Mobilität. 
  • Der Rest kann zumindest moderat verzinst auf einem Tagesgeldkonto liegen. Auch dort ist das Geld jederzeit verfügbar - kann aber eben aktuell drei Prozent Zinsen und mehr bringen.
  • Je nach Sicherheitsbedürfnis und Lebenssituation kann die Notreserve auch mehr als drei Nettomonatsgehälter betragen. 
  • Doch mindestens Vermögen, das über fünf Monatsgehälter hinausgeht, sollte man lieber anderweitig einsetzen.

So bringt das Vermögen Ersparnis und Rendite

Das Kreditvergleichsportal Smava hat einmal ausgerechnet, welcher finanzielle Vorteil sich ergibt, wenn zum Beispiel 5.000 Euro vom Girokonto abgezogen werden. 

  • Wer das Geld zum Beispiel aufs Tagesgeldkonto verschiebt, kann sich bei einem Zinssatz von 1,9 Prozent pro Jahr nach fünf Jahren Anlagedauer über rund 500 Euro freuen. 
  • Bei einer Festgeldanlage mit 2,76 Prozent pro Jahr vermehrt sich das Guthaben in demselben Zeitraum sogar um rund 730 Euro. 
  • Noch attraktiver kann es sein, mit den 5.000 Euro eine Sondertilgung auf den möglicherweise laufenden Verbraucherkredit zu leisten. 

Auf einen solchen zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher laut Bundesbank momentan rund 8,62 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Sondertilgung erspare im Zeitraum von fünf Jahren daher rund 2.120 Euro, so Smava.

Im Rahmen der Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 1. bis zum 3. Juni 2026 mehr als 5.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland zu ihrem aktuellen Girokontostand befragt.

© dpa-infocom, dpa:260623-930-268147/1


Von dpa
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