Ob die Luftgewehrmannschaft des SV Ickelheim den Durchmarsch von der Bezirksebene in die zweite Bundesliga schafft, entscheidet sich am Samstag, 15. April, in München. Die Aussichten könnten schlechter sein.
Auf der Anlage in Hochbrück stellt sich der als Aufsteiger ungeschlagene Bayernligameister der Gruppe Nordwest den anderen acht zum Aufstiegswettkampf qualifizierten Vereinen.
Zweitligameister Gmütlichkeit Luckenpaint hat den Aufstieg in die erste Liga geschafft und so stehen nun drei freie Plätze zur Verfügung. Um die konkurrieren die Sieger der vier Bayernligen und der Relegant aus der zweiten Liga, SV Niederlauterbach II.
Anders als in der Liga, wo im Duellmodus geschossen wird, geht es beim Aufstiegskampf um die höchste Gesamtringzahl. Fünf Schützen pro Team bestreiten zwei 40-Schuss-Programme. Dann wird zusammengezählt und die ersten drei Mannschaften sind für Liga zwei qualifiziert.
Für die Ickelheimer wäre es ein einmaliger Erfolg, sollten sie den Sprung nach oben schaffen. Überraschend wäre es nicht. Als Neuling war der SVI in der regulären Saison allen Gegnern deutlich überlegen, gewann 14 von 14 Wettkämpfen und 66 von 70 Einzelduellen. Auch die Gesamtringzahl hatte häufig Bundesliganiveau.
Diese Leistungen gilt es zu bestätigen, wenn der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte realisiert werden soll. Allerdings kann der SVI nicht in Bestformation antreten. Theresa Schnell aus Thalmässing ist mit einer Förderlizenz aktiv. Auf die Frage, ob sie beim Aufstiegswettkampf starten darf, gab es unterschiedliche Auskünfte beim Bayerischen Sportschützenbund und beim Deutschen Schützenbund, wobei es auch um ihre Vereinsmitgliedschaft geht.
Kurios, dass zwei so große Verbände unterschiedliche Regeln vorgeben. Die Ickelheimer verzichten nun auf Schnell. „Wir können auch ohne Theresa vorne mitschießen“, sagt Markus Retta. Der Trainer, seit rund 20 Jahren schon beim SVI aktiv, hat sich die Gegner natürlich angeschaut und sieht in der Erstliga-Reserve des SV Niederlauterbach und der SG Winterlust Staudheim die härtesten Rivalen.
Mit der SG Tell Neubau aus der Gruppe Nordost gibt es einen weiteren Teilnehmer, der seine Bayernligasaison mit optimalen 28:0 Punkten abschloss. Außer den Stammkräften Alyssa Ott, Jonas Szabo, Marvin Ott, Eva Szabo und Katharina Ultsch hat Trainer Retta Johannes Popp aus der zweiten Mannschaft für den Trip nach München nominiert.
Eine ausgezeichnete Saison hat auch der SV Lehrberg absolviert, der als Vizemeister hinter Ickelheim ebenfalls für den Aufstiegswettkampf qualifiziert ist. Allerdings gehen die Lehrberger die Aufgabe ohne große Erwartungen an. „Die Saison lief überraschend gut und Platz zwei ist ein einmaliger Erfolg für uns“, so Mannschaftsführerin Michaela Schmidt, „da nehmen wir den Aufstiegskampf gerne mit, erhoffen uns aber nicht allzu viel davon“.
Lehrberg tritt in Stammbesetzung mit Veronika Haub, Nicole Rossel, Hanna Stubenrauch, Michaela Schmidt und Alexandra Ott an und verzichtet ebenfalls auf Förderlizenzschützin Paula Scherzer.