Von „einer Superstimmung trotz Hitze” beim diesjährigen Summer-Breeze-Festival sprechen die Veranstalter der Silverdust GmbH. Auch die Polizei zieht „eine insgesamt sehr positive Bilanz”. Ein Einschreiten sei „in nur sehr wenigen Fällen” vonnöten gewesen. Das Resümee der Malteser fällt ebenfalls „sehr positiv” aus.
Das Open Air mit 45.000 Besucherinnen und Besuchern habe eine „gute Größe” erreicht, erklärte Festival-Gründer und Silverdust-Geschäftsführer Achim Ostertag bei der Pressekonferenz der Veranstalter. Sie seien bestrebt, die Infrastruktur weiter zu verbessern und den Metal-Fans auch Neuerungen bieten zu können.
Mit Blick auf die beiden anstehenden Jubiläen – 2026 wird „20 Jahre Summer Breeze in Dinkelsbühl-Sinbronn” und 2027 „30 Jahre Summer Breeze” gefeiert – betonte Ostertag, dass es ihm wichtig sei, die familiäre Atmosphäre der Großveranstaltung beizubehalten und die Ticketpreise so zu gestalten, dass sich möglichst viele Menschen den Festivalbesuch leisten können.
Im April waren auf dem Gelände vier 30 Jahre alte Platanen als natürliche und nachhaltige Schattenspender für die Metal-Fans gepflanzt worden. Das war laut Ostertag mit einem enormen logistischen und finanziellen Aufwand verbunden. Er stellte jedoch weitere Baumpflanzungen in Aussicht. Vorangegangen war eine Frage, nach der Schaffung von mehr Schattenplätzen.
Mit den Folgen der Hitze hatten auch die Einsatzkräfte der Malteser zu tun. Am häufigsten mussten Kreislaufbeschwerden, Sonnenstiche und Dehydrierungen, aber auch kleinere Schnitt- und Gelenkverletzungen versorgt werden. Exakt 2241 Personen mussten insgesamt behandelt werden. „Das liegt in etwa auf dem Niveau vom Vorjahr und ist absolut im Rahmen bei einem Festival dieser Größenordnung”, wird Gesamteinsatzleiter Thomas Haas in einer Pressemitteilung zitiert.
Zentrum der medizinischen Versorgung war das Medical Center. Das große Zelt verfügt über Behandlungs-, Ruhe- und Isolationsbereiche sowie Intensivplätze, informierte dessen Leiter Christoph Schrott bei einem Pressetermin. 87 Personen mussten vom Medical Center zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus transportiert werden.
Insgesamt waren im Schichtbetrieb 420 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von den Maltesern Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz. Auf dem Gelände waren Erstversorgungstrupps unterwegs und es waren mehrere Unfallhilfsstellen eingerichtet. Erstmals verstärkten die Malteser mit in Psychosozialer Notfallversorgung ausgebildeten Kräften das Awareness-Team der Veranstalter, hieß es.
Im Zuge von Verkehrskontrollen stellten die eingesetzten Beamten einige wenige Verkehrsverstöße fest, darunter einmal Fahren unter Drogeneinfluss, und leiteten entsprechende Verfahren ein. Außerdem kam es zu drei Verkehrsunfällen.
Die Polizei berichtete von insgesamt rund 40 Vorgängen, die dokumentiert wurden, darunter eine sexuelle Belästigung und drei Körperverletzungsdelikte. Bereits in der Nacht auf Mittwoch konnten Beamte der Zivilen Einsatzgruppe Ansbach in Zusammenarbeit mit Einsatzkräften des Unterstützungskommandos zwei Personen festnehmen, die im Verdacht stehen, sich unbefugt Zutritt zum Gelände verschafft und dort Diebstähle begangen zu haben. Die Kriminalpolizei Ansbach übernahm die weiteren Ermittlungen und sucht nach möglichen weiteren Geschädigten.
Das in Kooperation mit den Veranstaltern erarbeitete Verkehrskonzept zeigte laut Polizei an den beiden Anreisetagen Wirkung. Die Festivalbesucherinnen und -besucher reisten in vorgegebenen Zeitslots geordnet an, was dazu führte, dass polizeiliche Verkehrsmaßnahmen nur vereinzelt notwendig gewesen sein. Es sei nur zu geringfügigen Verkehrsstörungen gekommen. Für Silverdunst-Geschäftsführer Jonas Medinger war es sogar „die beste Anreise, die wir je hatten”. Das führte auch er auf die Zeitslots zurück.