Es gibt Metal-Fans, die behalten ihre Festival-Bändchen so lange am Handgelenk, bis sie von selbst abfallen. Jürgen Konsolke, Bürgermeister der Gemeinde Dürrwangen, trägt mehrere solcher Einlassberechtigungen für das Summer-Breeze-Festival. Denn er ist seit Jahren Fan der Großveranstaltung.
Es war eher ein Zufall, der zum ersten Kontakt Konsolkes mit dem Metal-Festival führte. In der Pension seines Schwagers logieren nämlich seit Jahren Summer-Breeze-Mitarbeitende, die für den Aufbau des Geländes zuständig sind. „Die kommen ja schon zwei Wochen vor dem Festival“, erzählt Konsolke.
Die Pension ist in dieser Zeit voll belegt, gearbeitet wird in zwei Schichten und Service gibt es rund um die Uhr: „Den Dämmerschoppen für die einen serviert mein Schwager dann gleichzeitig mit dem Frühstück für die anderen“, schildert Jürgen Konsolke diese Phase. Und weil das wohl zur vollsten Zufriedenheit der Summer-Breeze-Crew gelaufen ist, gab es anfangs eine Handvoll Bändchen für das Festival. So kam Konsolke, der Musik in allen Facetten mag, zum ersten Mal in Kontakt mit dem Metal-Festival. „Und dann war’s passiert“, lacht er. Seither kommt er regelmäßig, auch wenn er seine Bändchen mittlerweile selbst kauft.
Im Summer-Breeze-Shirt, mit Sonnenbrille und ausgestattet mit einem Trinkhorn schlendert Konsolke durch die Menge und trifft unter den 45.000 Leuten an dem Nachmittag auch den einen oder anderen Bekannten. Dem Dürrwanger Bürgermeister gefällt die große Vielfalt auf dem Festival, die aber trotzdem zu einer großen Gemeinschaft wird: „Hier ist der soziale Status egal. Man ist sofort auf der gleichen Ebene.“
Jürgen Konsolke mag Musik, er singt gerne. Und hört natürlich auch privat Metal, wie er berichtet. Mit anderen Richtungen kann er trotzdem etwas anfangen: Akkordeon spielen zum Beispiel oder im Bürgermeisterchor singen. Diese Vielschichtigkeit ist für ihn kein Widerspruch.
Das Festival hat sich laut Konsolke mittlerweile auch in der Gemeinde Dürrwangen gut etabliert. Beschwerden gibt es keine. Das sei am Anfang noch etwas anders gewesen: „Es gab Skepsis.“ Jetzt sei das Metal-Fest aber zu einer schönen Normalität für die Region geworden. Mit internationaler Ausstrahlung.
Denn die Bändchen sind ja auch Erkennungszeichen. Manchmal sei er so im Ausland schon mit anderen Summer-Breeze-Fans ins Gespräch gekommen. Deshalb will er seine Bändchen auch so lange wie möglich am Arm tragen.