Der Hannover-Marathon bildete mit etwa 3000 Zieleinläufen einen würdigen Rahmen für die Deutschen Meisterschaften über die 42,195 Kilometer. Johannes Strobel vom TSV Ansbach lief unter die Top Ten seiner Altersklasse.
Strobels Vorbereitung verlief nicht ganz reibungslos. Wadenschmerzen machten dem Ansbacher immer wieder zu schaffen. Diese spürte er auch beim Einlaufen auf den Friedrichswall. Bei angenehmen Temperaturen, aber frischem Wind lief Strobel wegen der Wadenprobleme verhalten an, erst nach etwa sechs Kilometern lief es dann rund. „So fehlte mir die Anfangseuphorie, die einen locker über die ersten 20 Kilometer trägt“, berichtete er.
Der Wind störte etwas. Auf den ersten zwölf Kilometern konnte sich Strobel gut in einer Gruppe verstecken, dann war er im dünner werdenden Feld auf sich alleine gestellt. Nach 1:18:05 Stunden passierte er die Halbmarathonmarke, Hochrechnungen wiesen so eine Endzeit von 2:36:10 Stunden aus.
Ab Kilometer 24 führte er sich schon „etwas K.o.“. Für Motivation sorgte aber der Umstand, dass er ständig Läufer einsammelte. Das Tief kam bei Kilometer 34, als sich der Magen meldete und die Knie schmerzten. Auf dem 38. Kilometer „machte es dann Klick“ und Strobel konnte noch einmal beschleunigen.
Er bog auf die Zielgerade zum Rathaus ein, sah vor sich das Finish des Halbmarathonsiegers Hendrik Pfeiffer, schaute auf seine Uhr, schaute auf den offiziellen Zeitmesser und konnte es kaum fassen. Mit 1:16:33 Stunden war war er die zweite Hälfte 92 Sekunden schneller als die erste gelaufen. Die offizielle Zeitmessung wies 2:34:38 Stunden aus, zwei Minuten unter seiner 2022 in Ulm gelaufenen bisherigen persönliche Bestmarke.
In der Wertung der Deutschen Meisterschaften belegte Strobel in der M40 den sechsten Platz. Im Einlauf aller Männer bedeutete dies Rang 42. An der Spitze sicherte sich Amanal Petros mit 2:06:05 Stunden die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Der Titel in der M40 ging in 2:21:29 Stunden an Tobias Gröbel (LG Zusam).
Florian Wiehl vom TSV Ansbach hatte sich vorgenommen, die begehrte Drei-Stunden-Marke anzugreifen. Seine in Heilbronn gelaufene Bestmarke von 3:09:40 Stunden ist inzwischen bereits sechs Jahre alt. Auch für den Herrieder verlief die Vorbereitung alles andere als reibungslos. In der entscheidenden Trainingsphase sorgte eine Erkältung für eine Pause. Er fand aber gut in seinen Rennen und brachte die erste Hälfte in 1:29:15 Stunden hinter sich.
Das große Leiden begann nach etwa 28 Kilometern, als der bei Marathonläufern gefürchtete Hammermann zuschlug. Seitenstechen machte Wiehl mehr zu schaffen, doch er kämpfte sich willensstark durch die letzten 15 Kilometer und passierte nach 3:13:26 Stunden als 407. des Gesamteinlaufes und 131. der Meisterschaftswertung die Ziellinie.