Die Hoffnung, dass im Zuge der angedachten Verkehrswende immer mehr Menschen vom Auto auf das Rad umsteigen, lebt. Immerhin. Mit dem „Netzplan für einen zielorientierten Radverkehr“ in der Stadt ist ein Puzzlestück auf dem Weg dahin nun fertig.
Andrea Heinlein, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Klimaschutz, präsentierte zusammen mit einer Mitarbeiterin in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses das nun fertige Werk, das ihren Worten gemäß als eine Art Rahmen dient – also eine Arbeitshilfe für Politik und Verwaltung darstellen soll.
Demnach ist der nun vorgelegte Netzplan keineswegs mit einem fertigen Radverkehrsnetz in der Stadt gleichzusetzen, darauf legte Heinlein großen Wert. Sprich: Es ist noch viel zu tun, Lücken müssen geschlossen werden und an anderer Stelle kann bei Bedarf nachgebessert werden.
Heinlein beschrieb damit ein Zielnetz für den Radverkehr, „das nach und nach, abhängig von den Haushaltsmitteln und dem verfügbaren Personal“, entsprechend den Vorgaben optimiert werden soll. Vorgesehen ist jedenfalls, dass ab 2025 dafür Mittel in den städtischen Haushalt gestellt werden, ließ Stadtentwicklerin Heinlein durchblicken.
Wie sie im Ausschuss feststellte, ist eine Fortschreibung des Netzplans „im Rahmen der Überprüfung der einzelnen Routen nötig und erwünscht“. Was konkret heißt, dass auch an bislang noch nicht erfassten Schwachstellen des Radverkehrs innerhalb der Stadtgrenzen etwa im Rahmen von notwendigen Tiefbaumaßnahmen weitere „Verbesserungen erfolgen werden“.
Anhand des Netzplanes, so führte Heinlein aus, könne nun leicht geprüft werden, ob an bestimmten Stellen etwa ein Radstreifen nötig ist, welche Maßnahmen anhand fachlicher und objektiv nachvollziehbarerer Kriterien priorisiert werden müssen. Was heißt, dass Haushaltsmittel laut Heinlein zielgerichteter eingesetzt werden können.
Dabei basiert der Netzplan in seiner Grundstruktur auf den 2017 und 2018 stattgefundenen Abstimmungen der Stadt mit Vertretern der Radfahrer und dem Entwurf des Radverkehrsnetzes Bayern, das die Hauptorte im Land miteinander verbinden soll.
Allerdings wies Heinlein auch darauf hin, dass diese Routen derzeit nicht zu 100 Prozent verkehrssicher sind. Zudem sind auch Routen aufgelistet, an denen momentan noch kein eigener Radweg ausgewiesen ist. Beispiel dafür ist der Radweg in Richtung Rügland, dem an der Stadtgrenze noch rund ein Kilometer fehlt.
Was, wann und wo gebaut wird, hängt nicht zuletzt mit der Priorisierung zusammen. Die Radwege im Netzplan sind in Hauptrouten erster und zweiter Ordnung sowie in Nebenrouten eingeteilt. Die wichtigsten Routen verbinden die Stadtteile mit dem Stadtzentrum. An ihnen liegen „überregionale und gesamtstädtisch bedeutsame Ziele“, wie das Krankenhaus und der Bahnhof.
Die Verbindungen zweiter Ordnung führen in den Landkreis, etwa die Strecke von Dautenwinden in das nur ein paar Kilometer entfernte Herrieden. Die Nebenstrecken, die das Netz der Hauptrouten vorwiegend verdichten, dienen laut Heinlein der „Erschließung quartiersbezogener Ziele“, gemeint sind Schulen, Einkaufsmärkte und Freizeiteinrichtungen.
„Wir sind in der Summe sehr zufrieden“, meinte Grünen-Stadtrat Dr. Bernhard Schmid als glühender Verfechter des Radverkehrs. Und Jörg Schellenberger, der sich mit dem Verein Carina für zeitgemäße Mobilität einsetzt, nannte den Netzplan „eine super Grundlage für künftige Entscheidungen“.