Straßenbauprojekt in Dinkelsbühl: Herausforderung und Chancen für örtliche Vereine | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.03.2026 09:00

Straßenbauprojekt in Dinkelsbühl: Herausforderung und Chancen für örtliche Vereine

Links im Hintergrund das Vereinsheim der Bogenfreund, rechts die Koppeln des Reitvereins: Beide Vereinigungen sind vom Bau der Ostumfahrung direkt betroffen. Das Gebäude der Bogenfreunde muss der neuen Straße weichen, weshalb der Verein umzieht. (Foto: Markus Weinzierl)
Links im Hintergrund das Vereinsheim der Bogenfreund, rechts die Koppeln des Reitvereins: Beide Vereinigungen sind vom Bau der Ostumfahrung direkt betroffen. Das Gebäude der Bogenfreunde muss der neuen Straße weichen, weshalb der Verein umzieht. (Foto: Markus Weinzierl)
Links im Hintergrund das Vereinsheim der Bogenfreund, rechts die Koppeln des Reitvereins: Beide Vereinigungen sind vom Bau der Ostumfahrung direkt betroffen. Das Gebäude der Bogenfreunde muss der neuen Straße weichen, weshalb der Verein umzieht. (Foto: Markus Weinzierl)

Mit dem für Mai angesetzten Start der Bauarbeiten zur Ostumfahrung beginnt auch für die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins sowie der Bogenfreunde die Zeit der Veränderung. Denn beide Vereine, die ihr Gelände an der Mutschach haben, sind vom Trassenverlauf tangiert. Für die Bogenfreunde steht gar ein Umzug an, der 2026 vorbereitet wird.

„Unser Vereinsheim muss abgerissen werden”, berichtet Vorsitzender Karl-Heinz Wendland. Denn das Gebäude befindet sich dort, wo später einmal der Schutzwall entlang der neuen Straße errichtet wird. Für die Bogenfreunde bedeutet dies, dass sie ihr Areal am östlichen Stadtrand, das sie von der Stadt gepachtet haben, räumen müssen. Im Gegenzug stellt die Stadt dem Verein quasi in der Nachbarschaft ein Ersatzgelände zur Verfügung.

Neues Vereinsheim bekommt Schießhalle

Auf diesem soll ein neues Gebäude entstehen. Dabei wollen sich die Bogenfreunde auch verbessern. Auf einer Grundfläche von 32 mal elf Metern soll das neue Domizil auch eine Schießhalle bekommen. Bislang trainieren die Schützinnen und Schützen in der kalten Jahreszeit im Gebäude der Schopflocher Geflügelzüchter.

Die Planung für das 360.000-Euro-Projekt steht. Der 79 Mitglieder zählende Verein erwartet bei der Finanzierung einen Zuschuss des Bayerischen Sportschützenbundes und zudem vom Staatlichen Bauamt eine Entschädigung für den Abriss des bisherigen Domizils. Im April soll es mit den Bauarbeiten auf dem neuen Gelände losgehen. Die neue Halle soll noch in diesem Jahr fertig werden, damit die Bogenschützen umziehen können.

Da sich die Arbeiten zur Umfahrung in diesem Jahr zunächst auf den Kreisverkehr zur Anbindung an die Staatsstraße und ein Brückenbauwerk konzentrieren, sei der Schießbetrieb in der Freiluftsaison 2026 vom Straßenbauprojekt nicht beeinträchtigt, berichtet Wendland.

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Flexiblerer Reitbetrieb

Dem Reit- und Fahrverein fallen durch das Straßenbauprojekt rund 13 Prozent seiner Flächen weg, die unter anderem als Auslauf, Weide sowie zur Heugewinnung genutzt werden, wie Vorsitzende Katharina Krauß mitteilt. „Hier stehen wir in engem Austausch mit der Stadt Dinkelsbühl sowie dem Staatlichen Bauamt Ansbach, um geeignete Ausgleichsflächen zu finden.”

Auch auf der Anlage selbst seien Anpassungen vorgesehen. So wird der Spring- und Dressurplatz im Zuge einer Neuordnung der Flächen durch einen Multifunktionsplatz ersetzt. Diese Umstrukturierung sei während der Bauphase zwar mit betrieblichen Einschränkungen verbunden, ermögliche später aber einen flexibleren und moderneren Reitbetrieb.

Ein Teil der notwendigen Veränderungen wird im Rahmen des Straßenbauprojektes vom Bund getragen, beispielsweise beim Neubau des Reitplatzes. Außerdem seien bei Einschränkungen Entschädigungen möglich. Für weitere Maßnahmen, die der Verein selbst umsetzen müsse, gebe es Fördermöglichkeiten, unter anderem über den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) sowie das Landratsamt, informiert die Vorsitzende. Auch von Seiten der Stadt sei Unterstützung signalisiert worden.

Herausforderung, aber auch Chance

Der Verein hat knapp 100 Mitglieder. Auf der Anlage sind rund 20 Pferde untergebracht. Sechs Tiere gehören dem Verein.Während der Bauphase will der Verein die Pferde schrittweise an die Baustellenbedingungen gewöhnen. Dabei werde auch mit Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen gearbeitet, um die Auswirkungen auf die Tiere zu reduzieren. Der Reitunterricht wird laut Krauß überwiegend ehrenamtlich organisiert und findet größtenteils nach Feierabend sowie an den Wochenenden statt, also zu Zeiten, in denen auf der Baustelle voraussichtlich kein Betrieb herrsche. Ziel sei es, auch während der Bauphase einen sicheren und qualitativ guten Reitbetrieb zu gewährleisten.

Wie Katharina Krauß hervorhebt, seien auch andere Reitvereine mit ähnlichen Veränderungen konfrontiert gewesen. Insoweit könne man auf gemachte Erfahrungen zurückgreifen. In der Planungsphase seien Gutachten erstellt worden, „die davon ausgehen, dass durch Maßnahmen wie Wall und Lärmschutzwände keine negativen Auswirkungen auf unsere Pferde zu erwarten sind”.

Der Bau der Ostumfahrung sei für den Verein eine Herausforderung, gleichzeitig bietet er aber auch die Möglichkeit, die Anlage langfristig weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen. Unterstützung bekommt der Verein in diesem Prozess durch den Verband der Reitvereine Franken. Krauß nannte in diesem Zusammenhang Johann Sedlmeier. Er sei Gründungsmitglied des Dinkelsbühler Vereins und kenne die Anlage und die Strukturen.

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