Steven Schmidt spielt zum Auftakt der Scheinfelder Orgelwochen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.10.2023 16:01

Steven Schmidt spielt zum Auftakt der Scheinfelder Orgelwochen

Steven Schmidt spielt Matthias Claudius' Abendsegen als Zugabe beim Premierenabend der Scheinfelder Orgelwochen. (Foto: Andreas Reum)
Steven Schmidt spielt Matthias Claudius' Abendsegen als Zugabe beim Premierenabend der Scheinfelder Orgelwochen. (Foto: Andreas Reum)
Steven Schmidt spielt Matthias Claudius' Abendsegen als Zugabe beim Premierenabend der Scheinfelder Orgelwochen. (Foto: Andreas Reum)

Einen gelungenen Auftakt konnten die Scheinfelder Orgelwochen am Sonntagabend feiern. Beim ersten Konzert in dieser neuen, vierteiligen Reihe zeigte der junge Organist Steve Schmidt, wie virtuos er der Königin der Instrumente ihre vielen Facetten entlockt.

Schmidt ist auch der Initiator der Orgelwochen, die an den kommenden drei Sonntagen mit Anne Barkowski, Katharina Rain und Christian Glowatzki ihre Fortsetzung finden werden (Beginn ist jeweils um 18 Uhr). Klein und fein sind die Abende angelegt. Das Programm dauert nur etwa eine halbe Stunde, und die Schwerpunkte kann jeder der beteiligten Organisten nach seinem eigenen Gusto setzen.

Bei Schmidt ist das die europäische Romantik, sein Steckenpferd, wie der 22-jährige Markt Bibarter bekennt. Für die gut 50 Zuhörer in der evangelischen Erlöserkirche hat Schmidt mit Max Reger und Felix Mendelsohn Bartholdy zwei sehr bekannte Komponisten ausgewählt, mit César Franck und Sigfrid Karg-Elert zwei weitere, die ebenfalls zu den Großmeistern ihres Faches zählen, auch wenn sie nicht ganz so geläufig sind, wie Hans Meyer seitens des Kirchenvorstands in seinen launigen Begrüßungsworten bekennt.

Der Künstler studiert Kirchenmusik in Berlin

Schmidts Stückauswahl – etwa Regers Toccata in d-Moll oder die ersten drei Sätze aus Mendelsohn Bartholdys zweiter Orgelsonate – zeugen davon, wie tief der Künstler, der dieser Tage sein Kirchenmusikstudium in Berlin beginnt, bereits in sein Metier eingedrungen ist. Die in manchen Passagen etwas sperrigen Harmonien meistert Schmidt mit sicht- und hörbarer Leichtigkeit und Frische. Ein Genuss.

So ist ihm der Applaus sicher, auch wenn es nicht gerade die eingängigsten Werke dieser Komponisten sind. Jedoch: Mit einem sehr bekannten Zugabestück, dem „Abendsegen“ („Der Mond ist aufgegangen“), dessen Texter Matthias Claudius weitaus berühmter ist als der Vertoner Johann Schulz, schließt Schmidt seinen kleinen Romantik-Reigen – und gewinnt umgehend seine Zuhörerschaft als Chor.

Auf Claudius’ Verse bezieht Meyer seine Schluss- und Dankesworte, indem er ein zeitgenössisches, an den Abendsegen angelehntes Pflaumenkuchen-Gedicht „Der Teig ist aufgegangen“ frei rezitiert. Die Premiere weckte somit in jeder Hinsicht den Appetit auf mehr.

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