Steinpilz im Hochwald bei Arnshöchstädt wiegt fast ein Kilogramm | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.10.2024 14:10

Steinpilz im Hochwald bei Arnshöchstädt wiegt fast ein Kilogramm

Fast ein Kilo brachte dieser Steinpilz nach der Ernte auf die Waage. So etwas ist Hermann Klein in mindestens 60 Jahren In-die-Pfiffer-Gehen noch nicht untergekommen. (Foto: Ulli Ganter)
Fast ein Kilo brachte dieser Steinpilz nach der Ernte auf die Waage. So etwas ist Hermann Klein in mindestens 60 Jahren In-die-Pfiffer-Gehen noch nicht untergekommen. (Foto: Ulli Ganter)
Fast ein Kilo brachte dieser Steinpilz nach der Ernte auf die Waage. So etwas ist Hermann Klein in mindestens 60 Jahren In-die-Pfiffer-Gehen noch nicht untergekommen. (Foto: Ulli Ganter)

Exakt 973 Gramm brachte ein Steinpilz auf die Waage, den der Dachsbacher Hermann Klein bei Arnshöchstädt gefunden hat. Jetzt freut er sich schon auf ein schmackhaftes Mahl – auch wenn aus seiner Sicht der Steinpilz ein klein wenig überschätzt wird.

Schon von weither leuchtete ihm das Prachtexemplar im Hochwald nahe dem Dachsbacher Ortsteil entgegen. „Da war sicher in den letzten Tagen niemand auf Pilzsuche – sonst wäre er nicht mehr dort gestanden.“ Hermann Klein, inzwischen 75 Jahre alt, geht schon seit mindestens 60 Jahre „in die Pfiffer“ – aber so etwas hat er noch nie erlebt.

Größere Verwechslungsgefahr

Etwa 20 bis 25 Sorten sammelt er. Ziegenlippe, Rotfußröhrling, Maronen, die Rotkappe, den Reifpilz. „Der hat Lamellen, deshalb nehmen ihn viele nicht mit“, sagt er über Letzteren. Denn für Menschen, die sich mit Pilzen nicht ganz so gut auskennen, besteht bei Lamellenpilzen eine größere Verwechslungsgefahr als bei Röhrlingen.

Gefüllte, überbackene Kappe als Rezept-Tipp

Schon Steinpilze mit 200 bis 300 Gramm gelten als groß, erzählt der Dachsbacher. Er freut sich schon darauf, das Rekordexemplar zu essen: In dickeren Scheiben in Öl herausgebacken mit Pfeffer und Salz zum Beispiel. Oder: Den Stiel abtrennen und die etwas ausgehöhlte Kappe mit den zerkleinerten entfernten Pilzstücken, Paprika, Gurke, Schinkenwürfeln und Salami füllen und mit Käse im Ofen überbacken. Dann alles auf einen lauwarmen, gebutterten Toast geben. Mmmmh!

Nach dem Fototermin schneidet er unten an der Basis den Pilz ein bisschen an, um zu sehen, ob er schon wurmig ist. Nein, glattes weißes Fleisch kommt zum Vorschein. Hoffentlich ist das an der Kappe auch so. Dann steht einem Festmahl nichts mehr im Wege.

Die Traummaße lauten hier: 18 und 25

Dabei findet Klein den Hype um die Steinpilze sogar ein bisschen übertrieben. Sein Lieblingspilz ist der Blutreizker – „paniert wie ein Schnitzel und zwei, drei, vier Minuten braten, damit er noch Biss hat“. Für Irritationen sorgt dieser allerdings bei Menschen, die ihn noch nicht kennen, dadurch, dass sich bisweilen nach dem Genuss der Urin rot färbt. Kleinere Pilze anderer Sorten kann man auch in Essig einlegen. „Sie halten dann jahrelang.“

Wasserverlust

Am Mittwoch sollte der Pilz auch noch verzehrt werden. Er hatte am Morgen schon mehr als 50 Gramm weniger auf die Waage gebracht als beim Nachhausekommen am Vortag. Wasserverlust. Die restlichen Maße des Traumpilzes lauten 18 Zentimeter hoch und 25 Zentimeter breit.

Trotz des niederschlagsreichen Jahrs spricht Klein übrigens nicht von einer Pilzschwemme: Maronen, Blutreizker und Reifpilz bildeten die Masse unter seinen Funden. Steinpilze machten sich dagegen bisher rar. Jetzt muss der 75-Jährige aber wieder los. Nachdem er Fotos seines Riesen-Fundes verschickt hatte, ist er mittlerweile ein gefragter Begleiter beim Pfiffer-Suchen.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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