Steinmeier warnt vor Schattenseiten des Gamings | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.08.2026 11:26

Steinmeier warnt vor Schattenseiten des Gamings

 Computerspiele sind nach Einschätzung des Bundespräsidenten in der Mitte der Gesellschaft angekommen, bergen aber auch Gefahren. (Foto: Christoph Reichwein/dpa)
Computerspiele sind nach Einschätzung des Bundespräsidenten in der Mitte der Gesellschaft angekommen, bergen aber auch Gefahren. (Foto: Christoph Reichwein/dpa)
Computerspiele sind nach Einschätzung des Bundespräsidenten in der Mitte der Gesellschaft angekommen, bergen aber auch Gefahren. (Foto: Christoph Reichwein/dpa)

Bei seinem ersten Besuch der Gamescom hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem kritischen Blick auf digitale Spiele geraten. „Gerade weil Computer- und Videospiele so allgegenwärtig geworden sind, müssen wir auch über die Schattenseiten dieser Entwicklung sprechen, sachlich, ehrlich und differenziert“, sagte Steinmeier bei der Eröffnung des Kongressprogramms der Messe in Köln.

Computerspielsucht sei eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Erkrankung, die schwerwiegende Folgen für Betroffene habe. „Und es gibt ja einige Computerspiele, in denen junge Menschen mit Brutalität und roher Gewalt in Berührung gebracht werden, mit Sexismus, Rassismus, mit menschenverachtendem Denken und extremistischen Ideologien.“ Es war der erste Besuch des deutschen Staatsoberhaupts bei der weltgrößten Gamingmesse, die noch bis Sonntag dauert. 

„Es braucht klare Regeln, um die Gewaltverherrlichung, die Verbreitung von extremistischen und demokratiefeindlichen Inhalten zu verhindern - auch in Video- und Computerspielen -, und das gerade in einer Zeit, in der auch unsere Demokratie stärker bedroht ist und angefochten wird“, so der Bundespräsident.

Games sind wichtig für die Demokratie

Grundsätzlich wertete Steinmeier Gaming positiv - er selbst ist nach eigener Aussage kein Gamer. Computerspiele seien fester Bestandteil des kulturellen Lebens geworden, sagte er. „Das Klischee des nerdigen Teenagers, der - rund um die Uhr, mit Junkfood und Energy-Drinks - in seiner abgedunkelten Bude zockt, wird der Wirklichkeit nicht gerecht.“ 

Allein in Deutschland spielten mehr als 40 Millionen Menschen - „manche regelmäßig, einige exzessiv, viele nur gelegentlich“. Es seien Frauen und Männer gleichermaßen, Junge und „nicht mehr ganz so Junge“. „Games sind längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.“

In ihrer Gesamtheit seien Spiele kulturrelevant und damit auch relevant für Demokratie - „das gilt im Guten wie im Schlechten“. Die beim Gaming eingesetzten Technologien seien zudem wichtig für Wirtschaftsbereiche wie Medizin, Architektur oder Fahrzeugdesign, so der Bundespräsident „Wir wollen ihre Branche hier in Deutschland, wir wollen sie wirtschaftlich stark.“

Die Gamescom begann am Mittwoch, sie läuft noch bis Sonntag. Mehr als 350.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet,

© dpa-infocom, dpa:260827-930-589636/1


Von dpa
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