Auf dem Grundstück der ehemaligen Gärtnerei in Windsbach soll neuer Wohnraum entstehen. Insgesamt 22 Stellungnahmen sind nach Bekanntgabe des Bebauungsplans zu dem Projekt „An der Heilsbronner Straße” eingegangen. Im Stadtrat wurden diese erörtert. Einige Fragen und Details bleiben ungeklärt. Eilig hat es die Baufirma nicht unbedingt.
Zwei große Gebäudekomplexe mit jeweils vier Geschossen sollen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Lies entstehen. Dieses liegt im nördlichen Teil der Stadt, zwischen Pferdehof und Sportplatz des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums. Die Baufläche umfasst etwa 4700 Quadratmeter.
Rückblick: Im Jahr 2022 entschied sich der Windsbacher Stadtrat für ein beschleunigtes Verfahren, da es sich um eine innerörtliche Nachverdichtung handelt. Den ersten Entwurf für den Bebauungsplan billigte der Stadtrat im Frühjahr 2024. Ein Jahr später war es Zeit, die Öffentlichkeit zu beteiligen – der Entwurf musste ausgelegt werden.
Vonseiten der Bevölkerung wurden keine Einwände erhoben. Jedoch meldeten Behörden und Träger öffentlicher Belange Bedenken an. Nanna Drießlein vom Planungsbüro der Beil Baugesellschaft erläuterte diese in der Sitzung. Beispielsweise regte die Bauverwaltung des Ansbacher Landratsamts an, dichter zu bauen. Die Untere Naturschutzbehörde hat zwar „grundsätzlich keine Einwände gehabt”, jedoch forderte sie eine artenschutzrechtliche Prüfung. Insbesondere mit Blick auf Eidechsen, erzählte Drießlein.
Der Kreisbrandrat wies auf entsprechende Rettungswege, die ohnehin mittels des Brandschutznachweises vorgelegt werden müssen, und eine ausreichende Menge an Löschwasser hin. „Das Löschwasser muss ja von der städtischen Wasserversorgung kommen”, merkte CSU-Stadtrat Friedrich Schwarz an. „Und das ist gegeben?” Da es noch keinen endgültigen Bebauungsplan gibt, ist das „noch nicht final abgeklärt”, sagte Drießlein. Schwarz wirkte skeptisch. Er fragte nach: „Sie gehen davon aus, dass das klappen wird?” Die Planerin blieb optimistisch.
Die Sportanlage, die in der Nähe des Baugrundstücks liegt, stufen die Behörden laut Drießlein nicht als Problem ein. „Schulsport ist kein Lärm im Sinne der Lärmschutzverordnung.” Das sehen die Stadträtinnen und Stadträte anders. „Ist die Dreifachturnhalle schon berücksichtigt?”, fragte dritter Bürgermeister Karl Schuler. Denn diese soll intensiv von Vereinen genutzt werden – am Abend außerhalb der Schulzeit. „Es geht konkret um Sport im Äußeren”, ergänzte Karin Eischer von der Firma Beil. Jedoch ist laut Schuler mit Blick auf die Tischtennisturniere des örtlichen Vereins mit mehr Verkehr zu rechnen und Besuchenden, die sich auch außerhalb der Halle aufhalten. Elisa Geißelseder-Wörrlein (Umland) fügte hinzu, dass Neuendettelsau ein gutes Beispiel dafür sei, dass ein gewisser Lärm von einer Turnhalle ausgehe.
Eischer entgegnete: „Ich gehe mal davon aus, dass das Landratsamt Kenntnis davon hat.” Diese Aussage besänftigte das Gremium nicht. Der Stadtrat forderte, dass eine Klausel bezüglich des möglichen Lärms durch den Turnhallensport mit aufgenommen wird.
Eine große Sorge des Gremiums: dass zu viele Autos auf der Straße vor dem Wohngebiet stehen. „Wie können Sie uns da gut zusprechen?”, fragte Schwarz. Eischer machte deutlich, dass man die Bewohnenden nicht zwingen könne, in der Tiefgarage, die unter den Wohngebäuden errichtet wird, zu parken. Jedoch sei vorgesehen, mit jeder Wohnung auch den entsprechenden Parkplatz zu verkaufen. Wer wo parkt, könne das Bauunternehmen natürlich nicht überwachen. Die Stadt Windsbach ist bei diesem Thema ein gebranntes Kind, wie in der Sitzung deutlich wurde. Stellplätze im Hof der Anlage soll es, wenn dann nur in geringerer Anzahl geben.
Vage blieben die Vertreterinnen des Bauunternehmens ebenfalls bei der Anzahl der Wohnungen. Ende 2022 war von etwa 45 Wohnungen die Rede, nun von möglichen 15 Stück pro Haus. Die Gesamtzahl hänge von der jeweiligen Größe der Wohnungen ab. Das Bauunternehmen tendiert laut Eischer zu kleineren Wohnungen. Wohnungen mit drei oder vier Zimmern „sehen wir kritisch”. In Windsbach würden Familien eher zum Hausbau tendieren, meinte sie.
Wann der Bau beginnt, ist laut dem Unternehmen abhängig von der Nachfrage. Diese sei aktuell nicht sehr hoch. Das hänge mit dem Neubaugebiet in der Badstraße zusammen. Zweiter Bürgermeister Norbert Kleinöder wollte trotzdem wissen, wann es frühestens losgehen könnte. „Das könnte man, wenn man muss”, so Eischer, im Frühjahr nächsten Jahres.