Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizeiinspektion Ansbach haben am Donnerstagvormittag den Wassertrüdinger Geflügelschlachtbetrieb durchsucht, der wegen massiver Tierschutzverstöße unter Verdacht steht.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte Ende April Aufnahmen veröffentlicht, in denen Tiere geboxt, getreten, mit Eisenstangen geschlagen werden und ihnen der Hals umgedreht wird. Mit insgesamt fünf versteckten Kameras soll ein Rechercheteam über 500 Stunden Videomaterial gesammelt haben.
Nun wurden die Betriebsräume des Schlachthofs durchsucht, teilt die Staatsanwaltschaft Ansbach am Donnerstag in einer Presseinformation mit. Der Betrieb hatte in der Folge bestätigt, dass es sich um seine Mitarbeiter handelt, die in den Videoaufnahmen zu sehen sind. Ihnen wurde mittlerweile gekündigt.
Die Durchsuchung habe im Rahmen des laufenden Ermittlungsverfahrens gegen Verantwortliche des Geflügelschlachtbetriebs und auf Grundlage eines vom Amtsgericht Ansbach erlassenen Durchsuchungsbeschlusses stattgefunden. Dabei seien einerseits schriftliche Unterlagen sichergestellt worden. Außerdem habe man die Schlachtanlage untersucht, nachdem der Vorwurf im Raum steht, Köpfe lebender Tiere würden sich aufgrund baulicher Mängel auf Förderbändern verfangen und dadurch abgerissen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
An der Durchsuchung seien neben dem verantwortlichen Staatsanwalt und zehn Polizeikräften auch ein Sachverständiger sowie drei Behördenvertreter beteiligt gewesen.
Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft „intensiv fortgeführt”, insbesondere würden die Videoaufnahmen und die sichergestellten schriftlichen Unterlagen ausgewertet.