Für den Studenten-Oscar nominiert ist eine Filmproduktion, an der Vincent Maurer aus dem Heilsbronner Ortsteil Weiterndorf beteiligt war. Nun besteht die Chance, hierfür nach New York zu reisen. Der Animations-Kurzfilm ist die Abschlussarbeit einer Gruppe Studierender.
Als eine wichtige Auszeichnung der Filmbranche gilt der Nachwuchs-Oscar für Studierende, den die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in New York verleiht. Jedes Jahr konkurrieren Studierende aus aller Welt in vier Kategorien. Für die jungen Filmemacher steht viel auf dem Spiel. Die „Student Academy Awards” könnten ein Karrieresprungbrett sein: Ehemalige Gewinner wurden insgesamt 69 Mal für einen echten Oscar nominiert und gewannen 15 Mal. Darunter zählt zum Beispiel Pete Docter, der bekannt für „Toys Story”, „Die Monster AG” und „WALL E” ist.
Vincent Maurer übernahm bei der Produktion als Lead Technical Director einen wichtigen Part. Das ist die Schnittstelle zwischen Kunst und Technologie. Im Rahmen seines Studiums an der Film Academy Baden-Württemberg arbeitete der Weiterndorfer mit einer größeren Gruppe mehrere Jahre daran. Nun konkurrieren sie mit ihrem Film gegen sechs weitere internationale Produktionen in der Kategorie Animation.
In dem zehnminütigen Film geht es um eine ältere Frau, die sich während des Zweiten Weltkriegs um einen verletzten Sperling, also einen Vogel, kümmert. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und spielt sich in London ab. In einer Krise, die so schwer ist, schenkt sie ihre Aufmerksamkeit etwas, das so klein und vergleichsweise unbedeutend ist, schreibt Regisseur Tobias Eckerlin. Durch diese Wohltat der Frau erfahre sie und die Menschen um sie herum im Laufe des Films viel Gutes. Die animierten Menschen seien realistisch, aber auch minimalistisch gestaltet, damit sich Zuschauende nicht in Details, wie Gesichtsporen, verlieren.
Für ihre Recherchen über die Kriegszeit in London sind Maurer und seine Teamkollegen extra in Englands Hauptstadt gereist. Dort besichtigten sie beispielsweise die St. Paul's Cathedral, die U-Bahn und mehrere Museen, mit Fokus auf Kriegsgeschichte und Naturkunde. Auch für die optische Gestaltung des Sperlings studierten sie dessen Anatomie ausgiebig.
Im Rahmen seines Studiums ist Maurer schon viel herumgekommen. Er durfte unter anderem bei zwei Sequenzen der Serie „Percy Jackson and the Olympians“ und der Produktion von „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ in Kanada mitwirken. Auch in Los Angeles und Tokio war der Filmschaffende schon.
Im September steht fest, wer die drei Finalistinnen für den Award sind. Doch zuerst feiert der Kurzfilm auf dem Computer Animation Festival der SIGGRAPH in Vancouver seine Weltpremiere. Dabei handelt es sich laut Maurer um die „wichtigste Computer-Grafik-Konferenz”.