Sommerzeit, Badezeit. Und dafür muss man nicht ans Meer. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wenden die fünf Städte und drei weitere Gemeinden viel Mühe auf, um ihre Freibäder zu Erholungs- und Vergnügungsorten zu gestalten. Unsere Zeitung geht in allen auf Stippvisite. Im achten Teil unserer Sommerserie besuchen wir Bad Windsheim.
Wer hätte das gedacht: Es gibt Badegäste, die bevorzugen geflieste oder gestrichene Becken. „Das ist tatsächlich eine Frage des Geschmacks“, sagt Marco Seydewitz, Bademeister im Dr. Hans Schmotzer Bad an der Westheimer Straße in Bad Windsheim. Hier sind die Becken aber weder gefliest noch gestrichen, sondern komplett aus Edelstahl. „Das garantiert Sauberkeit und Hygiene.“
Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Freibades. Wer den Blick schweifen lässt, erkennt schnell: Das Grün dominiert. Von Bäumen und Büschen umgeben, sind Badegäste hier vor neugierigen Blicken von außen geschützt. Das Gelände ist idyllisch, ruhig und weitläufig. Wer Entspannung und Schatten will, findet den passenden Platz dafür – genauso wie derjenige, der Trubel und Sonne bevorzugt.
Bis Ende Juli waren rund 24.000 Besucher im Bad Windsheimer Freibad gezählt worden. Sie kommen aus dem gesamten Landkreis, so Seydewitz. Allerdings kämen sie meist nur, wenn es richtig heiß sei. Sobald Wolken vorüber ziehen würden und ein bisschen Wind wehe, sei das Bad wie leer gefegt.
Dabei ist eine Wassertemperatur von Minimum 22 Grad garantiert. Sogar bei kühlen Außentemperaturen. Wegen des Blockheizkraftwerks (BHKW). Das diene eigentlich der Stromgewinnung, erklärt Seydewitz. Doch in Bad Windsheim produzieren die Stadtwerke damit als Nebenprodukt auch Wärme. Die wiederum wird dazu genutzt, die Duschen mit warmem Wasser zu versorgen und die Becken aufzuheizen. „Egal, welche Wetterlage wir gerade haben, im Wasser können wir die 22 Grad halten.“
Ein weiterer Vorteil des Dr.-Hans-Schmotzer-Bades sei Seydewitz zufolge „das große Freizeit-Angebot außerhalb des Schwimmbeckens“. So kann auf dem weitläufigen Gelände problemlos Fußball gespielt werden – oder Tischtennis oder Basketball und natürlich Beachvolleyball. Für die Kleinen gibt es einen Spielplatz mit verschiedenen Geräten, der ganz in der Nähe des Planschbeckens liegt.
Das bietet Spielspaß mit Spritzdüsen und Wasserspeiern. Und es ist eingezäunt. „Das ist aber nicht als Gefängnis gedacht, sondern dient der Sicherheit“, erklärt der Bademeister. So könnten die Kleinen nicht ausbüxen und die Eltern hätten es bei der Beaufsichtigung leichter. Der tiefste Bereich im Baby- und Kleinkinderbecken ist übrigens 30 Zentimeter tief.
Was an einem Tag im Freibad natürlich nicht fehlen darf, ist ein Kiosk. In Bad Windsheim wird die „Poolbar“ von Sadat Mehmed geführt. Was er am häufigsten verkauft? Da muss er nicht lange nachdenken. „Pommes, außerdem Soft-Eis und Slush-Eis.“
Für die Einhaltung der Baderegeln sorgt unter anderem das Ehepaar Kerstin und Siegfried Quapp. Sie sind dafür verantwortlich, „dass keiner untergeht, kein Notarzt benötigt wird und Ordnung herrscht“.
Wer sich daran nicht hält und auch nach einer Verwarnung meint, er müsse weiter Ärger machen, wird mit einem Tag Hausverbot vor die Tür gesetzt. Denn damit jeder Besucher seinen Tag im Freibad ungestört und in Ruhe genießen kann, müssten sich nun mal alle an bestimmte Spielregeln halten, so Seydewitz. „Es geht um die eigene Sicherheit, aber auch um die Sicherheit der anderen.“