Spezialeinsatz an steilen Hängen im Taubertal | FLZ.de

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Spezialeinsatz an steilen Hängen im Taubertal

Der Bergmäher im Einsatz am Taubertalhang: Das Gerät macht die schwierige Arbeit deutlich effizienter. (Foto: Friedrich Letterer)
Der Bergmäher im Einsatz am Taubertalhang: Das Gerät macht die schwierige Arbeit deutlich effizienter. (Foto: Friedrich Letterer)
Der Bergmäher im Einsatz am Taubertalhang: Das Gerät macht die schwierige Arbeit deutlich effizienter. (Foto: Friedrich Letterer)

Das Taubertal ist eine eindrucksvolle Kulturlandschaft. Es weist ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume auf. In Tauberscheckenbach haben sich drei Landwirte zusammengetan und eine GbR gegründet, die dort wertvolle Magerrasenflächen am Steilhang pflegt und sich da künftig mit einem Spezialgerät deutlich leichter tut.

Diese nicht ganz einfach zu bearbeitenden Bereiche sind aus ehemals für Weinbau genutzten Flächen entstanden. Nach Aufgabe des Weinbaus wurden die Flächen zur Heuernte als Futter für das Vieh genutzt. Da es zu aufwändig war, Dünger auf diesen steilen Futterflächen auszubringen, entstanden über die Jahrzehnte die wertvollen Magerrasen. Um diese zu erhalten, ist eine Mahd mit anschließendem Abtransport des Mähgutes zwingend notwendig.

Aufträge auch von privater Seite

In Tauberscheckenbach haben die Landwirte und Landschaftspfleger Friedrich Letterer, Thomas Pflüger und Axel Döppert eine GbR namens Drei-Pflegen-Landschaft (DPL) gegründet. Die Männer entschieden sich für den Kauf eines modernen und für Steilhänge geeigneten Bergmähers mit notwendigen Anbaugeräten.

Die GbR möchte mit der Maschine vor allem die Steilhänge im Taubertal, aber auch Gemeindeflächen und Streuobstwiesen in der Umgebung pflegen. Dabei wird sie im Auftrag des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken oder von Gemeinden, aber auch von privaten Grundbesitzern tätig.

Jahrzehntelang wurde von Hand entbuscht

Bei einem Ortstermin auf dem landwirtschaftlichen Gelände eines der drei Gesellschafter in Tauberscheckenbach wurde der Bergmäher mit den notwendigen Anbaugeräten vorgestellt. Dabei wurde erklärt, dass engagierte Landwirte aus Tauberscheckenbach jahrzehntelang die Hänge von Hand entbuscht und gepflegt hätten.

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Doch im Laufe der Zeit seien die Flächen immer größer geworden. Viele Landwirte hätten sich zurückgezogen. Es gab keine Viehhaltung mehr, Landwirtschaft werde häufig nur noch im Nebenerwerb betrieben. Und im vorgerückten Alter sei die schwere Arbeit mit dem Rechen an den bergigen Hängen nicht mehr zu leisten, so die drei Gesellschafter Friedrich Letterer, Thomas Pflüger und Axel Döppert.

Einstimmiges Votum im LAG-Steuerkreis

Adelshofens Bürgermeister Johannes Schneider ergänzte, dass viele Familien nicht mehr vor Ort seien, die Familienstrukturen hätten sich geändert. Die Grundstücke würden verkauft, die Gemeinde erwerbe einen Großteil davon, vor allem um die Fläche im Sinne der Landschaftspflege zu erhalten.

Nach einem Kontakt mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken beschlossen die drei Landwirte, über Leader einen Zuschuss zu beantragen. „Der Naturschutz ist auch ein Anliegen im Förderprogramm. Der Steuerkreis hat diese Investition einstimmig befürwortet“, erklärte bei dem Ortstermin Herbert Lindörfer, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Romantische Straße.

Über Leader fließen rund 33.000 Euro

Mitgesellschafter und Landwirt Thomas Pflüger nannte eine Gesamtinvestitionssumme von 84.000 Euro. Davon werden über Leader rund 33.000 Euro gefördert, die Hälfte des Zuschusses sei inzwischen geflossen. Die Berghänge ab der Landesgrenze in Tauberzell bis zur Stadtgrenze in Rothenburg einschließlich der Nebentäler würden zukünftig mit dem Bergmäher bearbeitet und gepflegt, so Pflüger.

Das Taubertal sei Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und durch Richtlinien der EU besonders geschützt. Außerdem wolle man diese einzigartige Kulturlandschaft erhalten. Dies sei mit ausschlaggebend für die Förderzusage gewesen, so LAG-Geschäftsführerin Pia Grimmeißen-Haider. Eine Vertreterin des Bayerischen Naturschutzfonds ergänzte, dass die historisch entstandene Artenvielfalt durch die Mahd erhalten bleibe. Führe man die Mahd nicht weiter, würde alles verbuschen.

Durch eine Video-Animation wurde die Funktion des Bergmähers veranschaulicht. Eine Stunde an der Maschine ersetzt drei Handstunden, so das Fazit der Landwirte.


Von SUSANNE LANDGRAF
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