SPD-Direktkandidat im Wahlkreis Ansbach: Daniel Mirlach will eine sichere Gesundheitsversorgung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.02.2025 15:27

SPD-Direktkandidat im Wahlkreis Ansbach: Daniel Mirlach will eine sichere Gesundheitsversorgung

Nicht nur in der SPD, sondern auch als Gewerkschafter setzt sich Direktkandidat Daniel Mirlach für Verbesserungen im Gesundheitswesen und für die Jugend ein. (Foto: Evi Lemberger)
Nicht nur in der SPD, sondern auch als Gewerkschafter setzt sich Direktkandidat Daniel Mirlach für Verbesserungen im Gesundheitswesen und für die Jugend ein. (Foto: Evi Lemberger)
Nicht nur in der SPD, sondern auch als Gewerkschafter setzt sich Direktkandidat Daniel Mirlach für Verbesserungen im Gesundheitswesen und für die Jugend ein. (Foto: Evi Lemberger)

Mit dem 27-jährigen Daniel Mirlach schickt die SPD im Bundestagswahlkreis Ansbach einen jungen Pflegefachmann als Direktkandidat ins Rennen.

Seit August letzten Jahres ist Mirlach examinierter Krankenpfleger. Kurz darauf begann er, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Bezirksklinik Ansbach zu arbeiten.

Das ist allerdings nicht die erste Ausbildung, die er absolviert hat. Mirlach stammt ursprünglich aus der Nähe von Ingolstadt. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner.

Sympathisches Kleinstadtflair

Eigentlich wollte er die Pflegeausbildung in Ingolstadt ebenfalls angehen, wo er auch seinen Bundesfreiwilligendienst geleistet hat. Aber Ingolstadt als Wohnort gefiel ihm nicht – „eine Großstadt, die von einem Automobilkonzern lebt“. Als sich dann die dortige Klinik im Bewerbungsprozess ziemlich dumm anstellte, bewarb er sich bayernweit. Ins Ansbach bekam er schnell einen Vorstellungstermin. „Es war megasympathisch von der Schulleitung“, so dass er sich entschloss, hier die Ausbildung zu machen. „Ich persönlich mag Ansbach. Ich mag dieses Kleinstadtflair.“

Diese doppelte Qualifikation war auch Teil seiner Motivation, für den Bundestag zu kandidieren: „Ich kann beides einbringen, die Wirtschaft mit der Automobilindustrie, aber auch die Pflege und das Gesundheitswesen.“ Das Abitur holte er noch nach. „Ein bunter Mix aus allem“, meint er dazu.

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In seiner Freizeit spielt die Musik eine wichtige Rolle. „Ich bin Metal-Head durch und durch.“ Auf Festivals und Konzerten ist er oft zu finden. Außerdem sammelt er Schallplatten aus dem klassischen Vinyl. „Junge Bands bringen ihre Alben wieder auf Platte heraus“, weiß Mirlach. Seine Lieblingsband kommt natürlich auch aus dem Metal-Bereich: Parkway Drive aus Australien.

Auch Fantasy-Literatur liest der junge Sozialdemokrat gern als Ausgleich zu seiner manchmal belastenden Arbeit. Im letzten Jahr hat er den Klassiker „1984“ gelesen – und die Neufassung „Julia“, die diese Zukunftsvision aus weiblicher Sicht erzählt. Und schließlich geht er gern joggen.

Der SPD ist er schon mit 17 Jahren in seinem Heimatdorf Karlskron beigetreten. Als im vergangenen Jahr klar wurde, dass er in Ansbach bleiben würde, trat er in den hiesigen Ortsverband über und landete ziemlich schnell für die Jusos in der Vorstandschaft.

Als die Ansbacher SPD auf Kandidatensuche ging, meldete er sich relativ spontan bei der Vorsitzenden Kathrin Pollack: „Ich bin jung, ich bin ambitioniert, ich will’s machen.“ Der Wunsch, aktiv zu werden, sei aber schon länger da gewesen. Die Reaktion bei den Genossen in der Region sei „durchweg positiv“ gewesen. Bei der Nominierung war die Zustimmung dann hundertprozentig.

Naheliegend ist das politische Thema, das ihm am meisten auf den Nägeln brennt: „Ich erlebe täglich die Probleme, ich weiß was Sache ist.“ Hinsichtlich der drohenden und in Neuendettelsau auch schon erfolgten Klinikschließungen in der Region will er Klarheit schaffen, aber auch daran arbeiten, dass die Ausbildung attraktiver wird, die ziemlich hohe Anforderungen mit sich bringe – gerade für Minderjährige. Da könne es schon etwas bringen, wenn man sich die Urlaubstage selbst einteilen kann, so wie es in der Bezirksklinik möglich sei.

Notfallversorgung überall nötig

„Wir können nicht überall vollumfängliche Gesundheitsversorgung bieten“, meint er. Spezialisierung müsse sein, aber eine Notfallversorgung sei überall nötig. „Was mit Neuendettelsau passiert ist, finde ich eine schwierige Sache.“ Die dortige Notaufnahme fehle jetzt, denn die Notaufnahme in Ansbach sei ja nicht größer geworden. Und auch die Fahrtwege spielten eine Rolle. Als aktiver Gewerkschafter setzt er sich für ein angemessenes Gehalt und faire Dienstpläne ein.

Der Bundestagswahlkreis 240 umfasst Stadt und Landkreis Ansbach sowie den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. (Foto: Datawrapper/Alexander Biernoth)
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„Ein Krankenhaus ist nicht dazu da, Gewinn zu erzielen, sondern um zu versorgen“, meint er zum Millionendefizit der ANregiomed-Kliniken in Stadt und Landkreis Ansbach. Man dürfe die Hospitäler nicht als Unternehmen sehen. Um das nötige Geld vom Bund zu bekommen, sei eine Vermögensumverteilung nötig, zum Beispiel durch eine Vermögenssteuer oder höhere Abgaben für große Betriebe, da sie auch von einer guten Gesundheitsversorgung ihrer Mitarbeiter profitieren würden.

Ein zweites Schwerpunktthema Mirlachs ist die Jugend. Auch von einem Ausbildungsgehalt müsse man bereits leben können, findet er. Zudem sollte man sich mehr präventiv um die psychische Situation von Jugendlichen kümmern und mehr für kulturelle Angebote sowie den öffentlichen Nahverkehr tun.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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