Mit zwei neuen Sonderausstellungen wartet derzeit das Weiltinger Heimatmuseum auf: Die eine ist der Wörnitz und ihren Mühlen gewidmet, die andere dem örtlichen Posaunenchor, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.
Die Wörnitz, die sich gemächlich durch die Landschaft schlängelt, entspringt in Schillingsfürst und mündet bei Donauwörth in die Donau. Auf ihrem 132 Kilometer langen Weg liegen neben den Städten und Gemeinden sowie dem einen oder anderen kleinen Weiler zahlreiche Mühlen, von denen heute jedoch nur noch wenige in Betrieb sind.
Diese oft geschichtsträchtigen Bauwerke hat Erika Kränzlein in den Blick genommen. Dabei ging es ihr nicht um die Technik der Mühlen als solches, sondern um die Menschen, die dort lebten, und deren Geschichten, erklärte die Museumsleiterin bei der Eröffnung der Schau.
Am Beispiel einiger Mühlen werden die Eigentumsverhältnisse, die sich über die Generationen hinweg änderten, aber verwandtschaftliche Verflechtungen dargestellt. Denn nicht selten heirateten Müllerskinder in Nachbarmühlen ein: Es kam zu Teilungen oder Verlegungen, zu Streitigkeiten um Wasserrechte.
Die Besucherinnen und Besucher erfahren auch, dass Brände, aber auch Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges oder anderer Auseinandersetzungen vor den Mühlen nicht haltmachten.
Anlässlich des 500. Jahrestages des Bauernkrieges wird zudem auf die Geschehnisse im Hesselbergraum eingegangen, bei denen der damalige Schmalzmüller als einer der Anführer eine nicht unbedeutende Rolle bei der Erstürmung des Klosters Auhausen gespielt hat.
Zu allen Zeiten ein wichtiges Thema war die Energiegewinnung. Noch heute sind mancherorts Turbinen in Betrieb oder es wird mit Wasserkraft Holz gesägt. Getreide wird nur noch sehr selten gemahlen. Utensilien, Karten, Schriftdokumente bis hin zur heutigen Freizeitnutzung der Wörnitz runden diese erste Ausstellung im Heimatmuseum ab.
Die zweite Schau beleuchtet die Geschichte des Weiltinger Posaunenchors. Zu sehen sind etwa historische Dokumente wie Liederbücher sowie alte Instrumente. Kurze Zeit nach der Gründung 1925 fand der erste Auftritt statt. Im Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Mitglieder einberufen. Nicht alle kehrten zurück oder erst nach längerer Kriegsgefangenschaft.
Das Motto des Chores „Lobet den Herrn mit Posaunen“ gilt noch heute. Der aktuell 26-köpfige Weiltinger Posaunenchor ist aus dem kirchlichen Leben bei freudigen und auch bei traurigen Anlässen nicht mehr wegzudenken.
Das Weiltinger Heimatmuseum ist bis Oktober immer sonntags von 13 bis 17 Uhr oder nach vorheriger Anmeldung bei Erika Kränzlein unter Telefon 09853/584 geöffnet.