Die Merkendorfer Stadträte haben sich vor Ort auf der Baustelle des neuen Kindergartens umgesehen, um zu erfahren, was schon alles geschehen ist. „Viel größer als es von außen scheint.“ Diesen und ähnliche Sätze gab es dabei immer wieder zu hören.
Der Stadtrat hat sich ganz bewusst für ein zweigeschossiges Gebäude entschieden, um die Flächenversiegelung möglichst gering zu halten. In dem Haus wird Platz für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sein.
Die Kosten sind mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt, wobei die Ausschreibungen bislang in Summe sogar unter den veranschlagten Preisen liegen, wie Architekt Klaus Gerbing aus Gunzenhausen ausführte. Die Stadt rechnet zudem mit Zuschüssen in Höhe von 1,5 Millionen Euro.
Die Maurerarbeiten seien nahezu abgeschlossen, schilderte Gerbing. Die Zimmerer sind komplett fertig, ebenso die Dachdecker. Inzwischen ist auch die Außendämmung aufgebracht. Sogar die Fenster sind schon eingebaut. „Der Aufzug würde auch schon funktionieren, wenn wir Strom hätten“, scherzte Gerbing. Die nächsten Tage soll der Innenputz kommen, kündigte der Architekt an. Die letzten Ausschreibungen laufen. Einzig die Außenanlagen werden dann noch folgen.
Die Nahwärmeleitungen liegen ebenfalls bereits im Gebäude, ergänzte Walter Schröder vom Ingenieurbüro Herzner und Schröder. Aktuell bauen die Arbeiter die Lüftungskanäle ein. Denn der Stadtrat hat als Konsequenz der Corona-Pandemie den Einbau einer zentralen Belüftung beschlossen.
Architektonisch sind die beiden Geschosse identisch aufgebaut: zwei Gruppenräume, die durch den Sanitärbereich voneinander getrennt sind, ein Mehrzweckraum, Speisesaal und die Küche im Erdgeschoss, Abstellräume und ein Büro für die Kindergartenleitung im Obergeschoss.
Um einen zweiten Fluchtweg zu ermöglichen, wird an der südlichen Gebäudeseite noch ein Balkon aus Metall angebracht, kündigte Gerbing an. Der Außenbereich des Kindergartens sowie der Schule sei deutlich größer als er von den Genehmigungsbehörden gefordert werde, stellte Architekt Gerbing fest.
Angesichts des Volumens des Bauvorhabens schlug Roland Lenz einen Tag der offenen Tür auf der Baustelle vor, damit die Bürger sehen, wofür die Stadt so viel Geld ausgibt. Das sei aus Sicherheitsgründen leider im aktuellen Bauzustand nicht machbar, erläuterte Bürgermeister Stefan Bach. Sein Stellvertreter Herbert Argmann schlug als Kompromiss vor, in der nächsten Bürgerinfo mehrere Fotos von der Baustelle abzudrucken. Die Anregung nahm Bach gerne auf.
Die Planung sah vor, dass der Kindergarten spätestens zu Beginn des Kindergartenjahres 2025 in Betrieb geht. Doch die Zeit drängt. Denn die Notgruppe im Kindergarten Pusteblume platzt bereits aus den Nähten.
In einer aufwendigen Abstimmung mit der Kindergartenaufsicht des Ansbacher Landratsamtes sei es gelungen, eine vorübergehende Aufstockung möglich zu machen, so Bürgermeister Bach. „Wir haben da einen guten Kompromiss gefunden.“ Das sei nur deshalb umsetzbar, weil der Neubau schon so weit gediehen ist und es wirklich nur eine Übergangslösung darstellt, so der Rathauschef weiter.