Eintracht trennt sich von Trainer Toppmöller | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.01.2026 12:05, aktualisiert am 18.01.2026 13:17

Eintracht trennt sich von Trainer Toppmöller

Konsequenzen für  Eintracht Frankfurts Cheftrainer Dino Toppmöller.  (Foto: --/dpa)
Konsequenzen für Eintracht Frankfurts Cheftrainer Dino Toppmöller. (Foto: --/dpa)
Konsequenzen für Eintracht Frankfurts Cheftrainer Dino Toppmöller. (Foto: --/dpa)

Eintracht Frankfurt hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Dino Toppmöller getrennt. Der hessische Fußball-Bundesligist zog damit die Konsequenzen aus der Krise in der Liga und dem drohenden Champions-League-Aus.

Trotz der Wertschätzung für Toppmöller, so Sportvorstand Markus Krösche in einer Clubmitteilung, sei man zu der Überzeugung gelangt, „dass wir aufgrund der rückläufigen Entwicklung in den letzten Wochen einen neuen sportlichen Impuls benötigen. Unserem Anspruch, als Eintracht Frankfurt für einen dynamischen, aggressiven und kompakten Fußball zu stehen, sind wir in dieser Saison bislang nur unzureichend gerecht geworden.“

Dennis Schmitt und Alexander Meier rücken auf

Zuerst hatten der TV-Sender Sky und „Bild“ über die Entscheidung berichtet. Interimsmäßig werden der U21-Cheftrainer Dennis Schmitt und der frühere Torjäger und aktuelle U19-Trainer Alexander Meier den Posten übernehmen. Fußballlehrer Schmitt werde dabei die federführende Rolle innehaben, hieß es vonseiten der Hessen. „Das gibt uns die erforderliche Zeit, die Trainerposition dauerhaft zu besetzen“, erklärte Krösche. 

Das Aus für Toppmöller hatte sich nach dem 3:3 der Eintracht bei Werder Bremen am Freitagabend abgezeichnet. Danach gab es Krisengespräche unter anderem mit dem Aufsichtsrat. 

„Nie wieder solche Leistungen“ 

Krösche hatte nach dem glücklichen Last-Minute-Tor der Frankfurter zum Rückrunden-Auftakt ein klares Bekenntnis zu Toppmöller vermieden und deutliche Kritik am Auftritt der Eintracht geübt: „Wir besprechen das jetzt. Wir müssen die Themen angehen und müssen sehen, dass wir solche Leistungen nie wieder zeigen.“

Defensive als Dauerproblem

Toppmöller stand schon seit längerem in der Kritik. Vor allem die Defensiv-Probleme bekam der 45-Jährige nicht in den Griff. In 18 Ligaspielen hat seine Mannschaft 39 Gegentore hinnehmen müssen. Allein den ersten drei Punktspielen des Jahres kassierten die Frankfurter neun Gegentore. Mit nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen drohen die Hessen zudem, die Europapokal-Plätze aus den Augen zu verlieren.

Schon am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) sind die Frankfurter im Spiel bei Karabach Agdam in Aserbaidschan gefordert, das frühe Aus in der Champions League zu verhindern. Bisher gab es nur vier Punkte aus sechs Partien. Die nächste Liga-Partie bestreiten die Frankfurter am Samstag gegen die TSG Hoffenheim. 

Nach Königsklassen-Ticket kriselte es

Der 45 Jahre alte Toppmöller war im Sommer 2023 nach Frankfurt gekommen und hatte als Cheftrainer die Nachfolge von Oliver Glasner angetreten, mit dem die Eintracht 2022 die Europa League gewann.

In der vergangenen Saison schaffte es Toppmöller mit erfrischendem und attraktivem Offensivfußball als erster Frankfurter Coach überhaupt, das Champions-League-Ticket über die Bundesliga zu lösen. Doch in der laufenden Spielzeit konnte das Team unter Toppmöller an die Leistungen der Vorsaison nicht mehr anknüpfen. 

Toppmöller wünscht „ruhigere Zeiten“

Im DFB-Pokal scheiterten die Hessen unglücklich in der zweiten Runde im Elfmeterschießen an Borussia Dortmund. „Wir haben jetzt seit 17, 18 Partien immer wieder die gleichen Themen, die uns begleiten“, sagte Krösche in Bremen deutlich. „Wir kriegen unfassbar einfache Gegentore. Wir sind im Ballbesitz viel zu hektisch und haben keine Struktur.“ 

In der Eintracht-Erklärung äußerte sich Toppmöller noch einmal. Er sei „unabhängig der derzeit unbefriedigenden Situation, die zweifelsohne da ist, stolz auf das, was wir gemeinsam in den vergangenen zweieinhalb Jahren erreicht haben“. Er wünsche den Frankfurtern „ruhigere und vor allem erfolgreiche Zeiten“.

© dpa-infocom, dpa:260118-930-561613/4


Von dpa
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