An Einfallsreichtum und Ideen mangelt es der Stadtverwaltung nicht, um Herrieden für die Zukunft aufzustellen. Grundstücke sind da heiß begehrt. Das betrifft auch den Neubau des Feuerwehrhauses im Ortsteil Hohenberg. Die damit einhergehende Verlagerung eines Spielplatzes wirft Fragen auf.
Es ist fraglos etwas komplex und nicht unbedingt auf den ersten Blick zu durchschauen, was alles mit der neuen Bleibe der Brandschützerinnen und Brandschützer am Rand des beschaulichen Hohenberg verbunden ist. Hier entsteht seit ein paar Monaten in Holzständerbauweise ein zeitgemäßes Domizil, das im Gegensatz zu der deutlich in die Jahre gekommenen bisherigen Unterkunft am anderen Ende des Herrieder Ortsteils moderne Räume und vor allem auch Platz für ein Einsatzfahrzeug bieten wird.
Bislang müssen die Retterinnen und Retter aus dem etwa 300 Menschen zählenden Hohenberg zu ihren Einsätzen, die nicht selten auch den bei Herrieden gelegenen Abschnitt der Autobahn 6 betreffen, mit dem Traktor nebst Anhänger ausrücken. Das wird sich auch noch nicht so schnell ändern, denn erst, wenn die Kollegen in Rauenzell laut Feuerwehrbedarfsplan im Laufe des nächsten Jahres ein neues Fahrzeug erhalten, können die Hohenberger Wehrkräfte das bislang in der Nachbarschaft eingesetzte Gefährt übernehmen.
Zusammen mit der Parzelle für das neue Feuerwehrhaus in Sichtweite der Bärenlochhütte hat die Stadt südlich des Areals weitere Flächen von rund einem Hektar für ein potenzielles neues Baugebiet erworben. Bei der Aktualisierung des Flächennutzungsplans 2023 waren diese Flächen „im Sinne einer Arrondierung des Ortes für Wohnen vorgesehen” worden, teilte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer auf FLZ-Anfrage mit.
Will heißen: Zur Abrundung des Ortsbildes könnten dort „je nach Grundstücksgröße bis zu 15 Bauplätze entstehen”, prognostiziert die Bürgermeisterin. Bei der Erschließung der neuen Bleibe der Brandbekämpfer wurden bereits die erforderlichen Maßnahmen inklusive Regenrückhalt für ein potenzielles Wohngebiet realisiert.
Aber noch ist das Zukunftsmusik, denn da aktuell einige Grundstücke in unmittelbarer Nähe im Schrotfeld sowie in Außenorten zum Verkauf stehen und von der Stadt „keine Vorratshaltung bei Baugrund angestrebt wird”, wurde bislang noch kein Aufstellungsbeschluss gefasst, heißt es aus dem Rathaus.
So weit, so gut. Spannend ist, was mit dem Verkauf der Grundstücke am Ortsrand in Hohenberg verbunden ist. Denn der Verkäufer stellte laut FLZ-Informationen eine Bedingung: Seine Flächen wollte er nur hergeben, wenn damit die Verlegung des seit vielen Jahren in seiner Nähe angesiedelten Spielplatzes einhergeht. Die Bürgermeisterin nennt es „den ausdrücklichen Wunsch des Verkäufers” und bestätigt die Klausel grundsätzlich.
Nach Fertigstellung der Außenarbeiten durch die Feuerwehr im Lauf des Jahres soll der Spielplatz umziehen. Das wird im Ort besonders von Familien, die aktuell im Umfeld wohnen, durchaus kritisch gesehen. Generationen von Hohenbergern spielten viele Jahre lang auf dem beliebten Areal in der Dorfmitte: Schaukel, Kletterwand, Platz zum Toben, alles da. Und an heißen Sommertagen spenden die Bäume begehrten Schatten.
Ein funktionierender Spielplatz – bis vor etwa zehn Jahren die eingrenzende Hecke entfernt worden war, argumentiert der Anlieger und Besitzer der Grundstücke am Ortsrand, der den Spielplatztausch vorschlug. Seitdem werde der Bereich noch stärker frequentiert, selbst an Sonntagen sei bei gutem Wetter „von früh bis Abends” sehr viel los, mit entsprechender Lärmkulisse. Zudem würden viele Teenager aus der Umgebung den Platz als Treffpunkt in den Abendstunden nutzen. „Ich habe nichts gegen Kinder, aber da ist teilweise die ganze Nacht Halligalli.”
Die Stadt ging auf den Handel ein, weil es gute Argumente gab und gibt, findet Bürgermeisterin Dorina Jechnerer. „Wir hätten das nicht gemacht, wenn es nicht sinnvoll gewesen wäre.” Neben dem nahen Waldkindergarten, dessen Kinder den Spielplatz auch nutzen könnten, profitiere vor allem die Ortsgruppe der Feuerwehr von der neuen Heimat. Sie erhalte ein zeitgemäßes Domizil und müsse künftig nicht mehr vom anderen Ende des Ortsteils zu den Einsätzen ausrücken, die oft an der Autobahn lägen, argumentiert die Bürgermeisterin.
Falsch ist das nicht. Dafür muss nach der Fertigstellung der Außenanlagen durch die Feuerwehr nur der Spielplatz mitsamt Schaukel, Klettergerüst und Co umziehen. Ob der bestehende Löschweiher, der nur wenige Meter entfernt liegt, aus Sicherheitsgründen eingezäunt wird, soll vom zuständigen Ausschuss erst noch entschieden werden, ließ Bürgermeisterin Jechnerer dazu wissen.