Sieben Millionen Besucher: Franken-Therme zurück auf Erfolgskurs | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 19.10.2023 15:41

Sieben Millionen Besucher: Franken-Therme zurück auf Erfolgskurs

Elke Strebel (rechts), Jürgen Heckel und Oliver Fink begrüßten gestern Andrea und Bernd Hörlin (von links) als siebenmillionste Besucher in der Franken-Therme Bad Windsheim. (Foto: Katrin Merklein)
Elke Strebel (rechts), Jürgen Heckel und Oliver Fink begrüßten gestern Andrea und Bernd Hörlin (von links) als siebenmillionste Besucher in der Franken-Therme Bad Windsheim. (Foto: Katrin Merklein)
Elke Strebel (rechts), Jürgen Heckel und Oliver Fink begrüßten gestern Andrea und Bernd Hörlin (von links) als siebenmillionste Besucher in der Franken-Therme Bad Windsheim. (Foto: Katrin Merklein)

„Zum Glück hast du was im Auto vergessen.“ Liebevoll küsst Bernd Hörlin seine Frau Andrea auf den Mund. Sie waren gestern die sieben Millionsten Besucher der Franken-Therme. Ein toller Rekord und etwas sehr Erfreuliches in Zeiten der Energiekrise, die auch in der Bad Windsheimer Einrichtung ordentlich reinhaut.

Das Ehepaar Hörlin stand gestern Vormittag an der Kasse und wollte sich gerade seine Eintrittskarte lösen, als Bürgermeister Jürgen Heckel schräg von hinten heranpirschte und dem Ehepaar aus dem unterfränkischen Wilanzheim gratulierte. Die Hörlins besuchen die Therme regelmäßig. Vorgestern schnitten sie Hecken in ihrem Garten, fällten einen Baum, gestern war Erholung in ihrer „Lieblings-Therme“, die unter anderem mit Sauberkeit glänze, angesagt.

Nach dem Tauchbecken „wie neu geboren”

Angetan hat es ihnen der Saunabereich. „Das Tauchbecken ist toll, wenn man da rauskommt fühlt man sich wie neu geboren“, schwärmte Andrea Hörlin. In Kitzingen hätten sie zwar auch eine sehr schöne Therme, dort müsse man allerdings zum Abkühlen in den Main, „und nebenan ist der Biber, da fahren wir dann doch lieber ein Stück“.

Das Glück die Siebenmillionsten zu sein, sei schon etwas Schicksal gewesen, sagt Andrea Hörlin, denn sie hatte „etwas“ – was das war, wollte sie nicht verraten – im Auto vergessen und sie mussten noch einmal zum Parkplatz. Mit einem Glas Wein stießen sie mit den Geschäftsführerin Elke Strebel und Oliver Fink sowie Heckel an, der den Tropfen als besser, als das, was es in Unterfranken gebe, bezeichnete. „Ihr habt nur Rebstöcke, wir haben das Paradies“, verkündete er und wollte die Hörlins gleich noch überreden, doch länger in Bad Windsheim zu verweilen.

Die Franken-Therme sei „die Therme für die Region und darüber hinaus“, sie schreibe eine „absolute Erfolgsgeschichte“, betonte Heckel. „Es hat uns damals keiner zugetraut und dennoch haben wir es geschafft, die Therme zu dem zu machen, was sie heute ist.“ Das sei nur mit einem guten Team möglich, würdigte er die Leistung und den Einsatz der beiden Geschäftsführer sowie aller Angestellten.

Mehr aus diesem Ort
Das Brückencafé in Bad Windsheim bietet Jung und Alt Abwechslung im AlltagVerkehr am Flugloch: Deshalb musste der Bad Windsheimer Lehrbienenstand umziehenDC La Bamba Bad Windsheim verpasst beim Bundesliga-Endturnier das HalbfinaleRenommierter Politik-Experte aus Bad Windsheim: Von Statistiken und BrausestangenHöhepunkt der Dartsaison: Bundesliga-Finale mit dem DC La Bamba Bad WindsheimZwischen Amore und Dolore: Nevio Passaro begeistert in Bad WindsheimVereine aus der Region: Mit einem Klick zur richtigen TabelleUnmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimKurioser Urlaubsverlauf: Kurgast in Bad Windsheim mit Faust ins Gesicht geschlagenMozart und Mambo bei der „Kubanischen Nacht” in Bad Windsheim64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad WindsheimDietersheimer Rat übt sich in Harmonie bei Wahl der Bürgermeister-StellvertreterUnfall auf der B470 bei Bad Windsheim endet glimpflich – Straße zeitweise gesperrtAusstellung in Bad Windsheim zeigt, wie es in mittelalterlichen Spitälern zugingBad Windsheimer Protesttag: Teilhabe für Menschen mit Behinderung gefordert

Ständige Investitionen seien nötig, die nächste mit rund vier Millionen Euro soll im gastronomischen Bereich im Salza getätigt werden. Man versuche stetig Dinge zu verbessern, auf die die Besucher aufmerksam machen, so Heckel. Die Gelegenheit nutzte Andrea Hörlin, um „Schönheitsreparaturen im Sanitärbereich“ anzusprechen. Da sei man bereits dran, konnte Fink verkünden.

Die Umwälzpumpen sind Kostentreiber

Auch er und Strebel freuten sich über den Rekord. An die Vor-Corona-Jahre könne man noch nicht ganz anknüpfen, betonte Strebel: „Die 400.000 werden wir aber knacken“, sagte die Geschäftsführerin mit Blick auf die kommenden kühleren Monate. „Sieben Millionen sind eine mächtige Zahl“, betonte Fink. Man sei aber auch auf viele Besucher angewiesen, nur so könne man die derzeitige Energiekrise bewältigen.

Allein für Strom habe das Unternehmen trotz Preisbremse zwei Drittel mehr bezahlt als zuvor. Eine Zahl wollten Strebel und Fink nicht nennen. Dass diese recht hoch liegen muss, kann man sich vorstellen. „Kostentreiber“ wie die Umwälzpumpen der Becken und die Lüftungsanlage sind im Dauerbetrieb, alle Saunen werden elektrisch betrieben. Auch Heizen ist nicht billig: jeweils 30 Prozent der Fernwärme kommen aus Biomasse und Biogas, zehn Prozent aus Firmenabwärme und wiederum 30 Prozent durch Heizöl. Man versuche den gestiegenen Kosten durch energetische Sanierung entgegenzuwirken. So wurden die LED-Lampen „nachjustiert“, und man plane eine Photovoltaikanlage auf den Thermen-Dächern, die ab Mitte nächsten Jahres etwa 30 Prozent des benötigten Stroms liefern soll.

Auch die Mitarbeiter wollen mehr Lohn

Das alles reiche noch nicht: Mitarbeiter wollen mehr Lohn, auch sie sind ja von der Inflation betroffen, so Fink. Die Kosten für Zubehör, Ersatzteile und Betriebsmittel seien ebenfalls gestiegen. An einer weiteren Erhöhung der Eintrittspreise werde man nicht vorbeikommen, so Strebel. Diese müsse im Aufsichtsrat noch beschlossen werden und sei ab März 2024 denkbar, genau ein Jahr nach der letzten Erhöhung um drei Euro je Tarif. Wie hoch die geplante Anhebung diesmal ausfalle sei aber noch nicht final besprochen. „Übertreiben dürfen wir nicht“, sagt Strebel und Fink fügt an: „Auch, wenn es erforderlich wäre, wäre es wirtschaftlich gesehen kein guter Schritt.“ Besucher mit zu hohen Preisen zu vergraulen sei nicht das Ziel.

Ebenfalls zum Energiesparen tragen die 160.000 blauen und grünen Plastikbällchen, die in den nächsten Tagen auf die Außenwasserfläche des Salzsees geleert werden und über die Wintermonate wieder die Wärme isolieren.

Die nächsten Tage werden auch die vom Gips gereinigten Thermalwasserrohre am Hochseilgarten, die wegen zu vieler Ablagerungen nicht mehr genügend Sole gefördert hatten, wieder im Boden versenkt. 1,2 Kilometer reicht die Leitung in den Boden und ist dann wieder eine der Solequellen für die Therme, die den Erfolg der Einrichtung überhaupt erst möglich macht.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
north