Beim Aischgrund fallen den meisten der Karpfen und die Teichlandschaft ein. Dass er auch mehrere weltberühmte Entdecker und Naturforscher zu bieten hat, wissen die wenigsten. Vielleicht schwebt der ein oder andere Name im Gedächtnis. Kolb, Spix, Steller – gibt's da nicht eine Schule, die so heißt? Und eine Straße?
An die fünf großen Aischgründer Entdecker Georg Wilhelm Steller (1709 bis 1746), Peter Kolb (1675 bis 1726), Peter Vogel (1856 bis 1915), Johann Baptist Spix (1781 bis 1826) und Andreas Johannes Jäckel (1822 bis 1885) soll nun eine Ausstellung in Neustadt erinnern – eine Kooperation von LAG Aischgrund und dem Neustädter Geschichts- und Heimatverein, der die Museen im Alten Schloss betreibt.
Denn deren Leben und Wirken war in der Tat bemerkenswert, stellt Museumsleiter Jochen Ringer fest. Steller gilt als einer der bedeutendsten Naturforscher und Entdeckungsreisenden des 18. Jahrhunderts.
Seine Forschungen ließen den gebürtigen Windsheimer bis nach Kamtschatka und Alaska aufbrechen, wo er viele Entdeckungen wie zum Beispiel die Steller’sche Seekuh machte. Es war der 10. August 1741 als Steller erstmals das „ganz außergewöhnliche und unbekannte Seegeschöpf“ sichtete, die Seekuh, die seinen Namen erhielt: „Rhytina stelleri“.
Peter Kolb, der in den Jahren nach seinen Entdeckungsreisen die Neustädter Lateinschule leitete, war ein berühmter Afrikaforscher. Seine Reise zu der holländischen Kap-Kolonie an der Südspitze Afrikas diente astronomischen Forschungen und gab ihm Gelegenheit, Alltag und Gebräuche des Volksstamms der Khoi-Khoi zu beobachten, der von den Holländern den Namen „Hottentotten“ erhalten hatte. Auch Peter Vogel kann in jedem Fall als bedeutender Forscher des Aischgrunds gelten. Sein Leben hatte Vogel den Naturwissenschaften und vor allem der Mathematik verschrieben. Auch er unternahm mehrere Forschungsreisen, unter anderem an den Rand der Antarktis und in das Innere Brasiliens. Johann Baptist von Spix ist der Begründer der Zoologischen Staatssammlung in München. Einen Namen hat sich der Höchstadter auch durch seine Brasilienreise 1817 bis 1820 gemacht, die er in Begleitung des Botanikers Carl Friedrich Philipp von Martius aus Erlangen unternahm. Mehr als 6500 Pflanzen und über 3500 Tiere brachte er mit.
Der wohl wichtigste Erforscher und Sammler der regionalen Fauna hier vor Ort war der Pfarrer Andreas Johannes Jäckel, der in Neuhaus seine Hauptwirkungsstätte hatte. Seine Verdienste um die Ornithologie brachte ihm den Spitznamen „Vogelpfarrer“ ein. Sein Buch über die Vögel Bayerns ist bis heute ein Standardwerk.
Näher kennenlernen kann man diese Persönlichkeiten nun bei einer Sonderausstellung in den Museen im Alten Schloss in Neustadt. Die von der LAG Aischgrund erstellte und vom Museum mit zahlreichen Schriftstücken ergänzte Schau wird dort von Mittwoch, 2. August, bis zum Sonntag, 10. Dezember, gezeigt. Auch eine Broschüre liegt aus. Geöffnet ist mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
Sonderführungen sind möglich. Begleitend zur Ausstellung findet am Dienstag, 26. September, ab 19 Uhr ein Vortragsabend im Museum statt, bei dem verschiedene Referenten die Biografien der Aischgründer Entdecker vorstellen werden. Am Freitag, 29. September, unternimmt der Geschichts- und Heimatverein Neustadt außerdem eine „Entdeckungsfahrt“ nach Höchstadt, um das Spix-Museum zu besuchen. Anmeldungen für die Fahrt werden in den Museen im Alten Schloss entgegengenommen, dort gibt es dann auch genauere Infos zur Fahrt.