Nach den Kindergärten und Schulen will die Stadt Windsbach jetzt die Senioren in den Fokus nehmen. Deshalb soll an der Heinrich-Brandt-Straße ein soziales und diakonisches Quartier mit einer Tagespflegeeinrichtung entstehen. Das Projekt bedeutet gleichzeitig aber auch Einschnitte für die Gemeinde Neuendettelsau.
Rund 7000 Quadratmeter umfasst das Areal westlich der Heinrich-Brandt-Straße, auf dem das neue Quartier entstehen soll. Entwickelt wird die Fläche von der Högner Baugesellschaft. Diese hat den Zuschlag für das Gebiet nur bekommen, weil sie sich dazu bereiterklärt hat, die Zielvorgaben der Verwaltung und des Stadtrates umzusetzen. So soll dort neben Wohnraum auch Platz für Dienstleistungsangebote und soziale Zwecke geschaffen werden.
Mittlerweile ist bei dem Projekt mit dem Diakonischen Werk ein weiterer Partner im Boot. Dadurch hat sich die Idee eines sozialen und diakonischen Quartieres entwickelt. Was man sich darunter vorstellen kann, erläuterte Geschäftsführer Martin Reutter in der Sitzung des Stadtrates. Nach seinen Ausführungen besteht so ein Quartier in der Regel aus fünf Bausteinen. Neben einer Tagespflegeeinrichtung sind die ein Servicestützpunkt, die Diakoniestation mit einem ambulanten Pflegedienst, Beratungsbüros und Wohnungen, etwa für das betreute Wohnen.
Die Diakonie würde auch einen Koordinator für das Quartier stellen, wie Reutter sagte. Weil es aber ihm zufolge keinen Sinn macht, in der Region zwei Tagespflegeeinrichtungen zu betreiben, wird das Projekt mit Einschnitten für Neuendettelsau verbunden sein. Die hier vom Diakonischen Werk Windsbach betriebene Einrichtung wird geschlossen und im Anschluss nach Windsbach ziehen.
„Die Tagespflege in Neuendettelsau war von Anfang an immer nur eine Übergangslösung“, machte Reutter deutlich. Das Ziel, die vorgegebenen Nutzungen in Innenstadtnähe zu realisieren, „scheint jetzt zum Greifen nahe zu sein“, sagte Bürgermeister Matthias Seitz (SPD). Nachdem man in den vergangenen Jahren viel im Bereich Kita und Schule gemacht habe, wolle man jetzt die Senioren in den Fokus nehmen.
Das Projekt sei „eine große Bereicherung“ für Windsbach, so Seitz weiter. Diplom-Ingenieur Markus Högner zeigte sich erfreut über den neuen Partner. Denn die Tagespflege war für die Firma eine große Herausforderung. Högner sprach mit Blick auf zwei Einrichtungen von einem Henne-Ei-Problem. Doch jetzt gebe es einen großen Lichtblick, „etwas ganz Tolles in Windsbach zu schaffen“. Im Moment befindet sich das Projekt nach seinen Worten in der Vorentwurfsplanung. Der Bauantrag soll bis Ostern 2025 gestellt werden.
Laut Högner sollen neben der Tagespflege, die mit 20 Plätzen geplant ist und später auf 24 Plätze erweitert werden könnte, auch zehn Seniorenwohnungen in einem ersten Abschnitt gebaut werden. Bis zu 20 weitere Wohnungen sind in weiteren Bauabschnitten möglich. Allerdings hänge dies von der Nachfrage auf dem Markt ab, schränkte Högner ein.
Auf dem Areal ist außerdem ein Dienstleistungsgebäude vorgesehen. Verträge sind dafür Högner zufolge nicht unterschrieben. Es gebe aber Interessenten aus dem Bäcker- und Metzgerbereich für das Erdgeschoss und aus dem medizinischen Bereich für das Obergeschoss, antwortete er auf eine Nachfrage von Steffen Weiß (Umland).