Mit Zuckerrüben eine gute Wertschöpfung zu erzielen, ist nicht mehr einfach. Das liegt am niedrigen Weltmarktpreis für Zucker aufgrund einer Überproduktion, das stellten Mitglieder des Verbands der fränkischen Zuckerrübenbauer bei ihrer Fachversammlung in Gollhofen fest.
Nach Auskünften der anwesenden Zuckerrübenbauern hatten die, die im Bereich Uffenheim und Ochsenfurt aktiv sind, vergangenes Jahr Glück. Es gab kaum Verluste durch die von Schilfglasflügelzikaden übertragenen Krankheiten Stolbur und SBR. Die dadurch verursachten Ertragsverluste konzentrierten sich diesmal mehr auf den Raum nördlich von Würzburg und Gerolzhofen.
Johannes Menth, der Vorsitzende des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenbauer, nannte eine erneute Sonderzulassung von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung der Zikaden für ebenso notwendig, wie eine Reduzierung der Zuckerrübenanbaufläche, um die Märkte zu entlasten. Dr. Mike Eberle vom Konzern Südzucker sagte, dass derzeit nirgends auf der Welt Zucker kostendeckend produziert werden könne, weshalb eine Reduzierung der Anbaufläche angebracht sei.
Die Redner der Fachveranstaltung im voll besetzten Saal im Gasthaus zum Stern in Gollhofen waren sich einig, dass die Forschungsaktivitäten hinsichtlich der Bekämpfung der Zikaden weiter ausgedehnt werden müssten. Gehofft werde auch, dass es der Pflanzenzüchtung gelingt, robustere Sorten auf den Markt zu bringen. Bei Bekämpfungsmaßnahmen mit Mitteln aus der Sonderzulassung war es bei dreimaliger Anwendung möglich, die Zahl der Nymphen im Boden um 94 Prozent zu reduzieren, hieß es.
Zu der Frage, ob im Rübenanbaugebiet ein Verzicht auf Winterweizen im Rahmen von Fruchtfolgemaßnahmen helfen würde, wurde betont, dass das nur großflächig funktionieren würde, um die Zahl der Nymphen auszuhungern.
Die mit Forschungen befassten Fachleute des Rübenbauerverbandes betonten, dass es auf jeden Fall von Vorteil sei, einen rundum gesunden Rübenbestand zu haben. Denn ein solcher könne Schäden durch einen SBR/Stolbur-Befall abmildern. Auffällig war im vergangenen Jahr ein verstärkter Befall mit Spinnmilben und durch die schwarze Bohnenlaus.
In der abgeschlossenen Kampagne wurden 74,5 Tonnen Rüben pro Hektar geerntet nach 83,3 Tonnen im Vorjahr, teilte Christoph Ott als Geschäftsführer des Rübenbauerverbandes mit. Die Zahl der Anbauerinnen und Anbauer in Franken sank von 2584 im Vorjahr auf 2522, die Anbaufläche von 23.726 Hektar in 2024 reduzierte sich 2025 auf 22.375 Hektar. Die fränkischen Bio-Rüben mit 678 Hektar bei einem Durchschnittsertrag von 52,8 Tonnen pro Hektar wurden in Rain am Lech verarbeitet. Nach den Erfahrungen mit der Kältewelle im November appellierte Christoph Ott, die Rüben bei Minustemperaturen nicht anzufassen und die Mieten rechtzeitig abzudecken.
Dr. Mike Eberle rechnete vor, dass es durch eine Steigerung des Zuckergehaltes um 0,1 Prozent möglich wäre, 10.000 Lkw-Fahrten im Konzern einzusparen. Jürgen Trabert warf die Frage auf, ob es angesichts der starken Schwankungen der Zuckerpreise nicht sinnvoll gewesen wäre, schon vor Jahren Zuckerlager zu bauen.
Bei der Veranstaltung wurden Obleute für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in den Anbaugemeinden mit der “Goldenen Zuckerrübe“ geehrt: Berthold Fries aus Hemmersheim und Claus Merz aus Ulsenheim.