Schwere Schäden an der Bad Windsheimer Stadtkirche St. Kilian | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.03.2024 14:51

Schwere Schäden an der Bad Windsheimer Stadtkirche St. Kilian

Der Turm der Stadtkirche ragt empor und ist weithin sichtbar. Er prägt die Bad Windsheimer Silhouette nachhaltig. (Foto: Nina Daebel)
Der Turm der Stadtkirche ragt empor und ist weithin sichtbar. Er prägt die Bad Windsheimer Silhouette nachhaltig. (Foto: Nina Daebel)
Der Turm der Stadtkirche ragt empor und ist weithin sichtbar. Er prägt die Bad Windsheimer Silhouette nachhaltig. (Foto: Nina Daebel)

Die Stadtkirche St. Kilian am Lutherplatz ist weithin sichtbar und prägt die Bad Windsheimer Silhouette. Sie für kommende Generationen zu erhalten, könnte allerdings zur Mammutaufgabe werden. Denn es ist zu befürchten, dass das Bauwerk für viel Geld saniert werden muss.

Bereits im November 2022 waren Steine aus der Fassade des Turmes an der Stadtkirche St. Kilian in Bad Windsheim herausgebrochen und in die Tiefe gestürzt. Der Schrecken war seinerzeit groß. Einer der Brocken war beispielsweise zu Füßen des benachbarten Kriegerdenkmals, vor dem „Roland“, entdeckt worden.

Architekt soll Schäden sichten

Seitens der evangelischen Kirche war man zeitnah tätig geworden und hatte entsprechende Sicherungsmaßnahmen veranlasst. So war eigens eine Fachfirma damit beauftragt worden, ein Spezial-Netz anzufertigen, quasi eine Art hochalpines Fangnetz. Und die Experten sollten es auch gleich am Turm anbringen. Seit Januar 2023 nun wird er durch das Netz gesichert. Dadurch sollen Passanten vor möglichen weiteren herabstürzenden Brocken geschützt werden. Rund 20.000 Euro habe die Kirche für die Maßnahme gezahlt, hieß es damals.

Wie lange der Turm in das grüne Fangnetz gehüllt bleiben wird, ist ungewiss. Zumal er nicht das einzige bauliche Problem der Stadtkirche ist, wie Dekan Jörg Dittmar auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. „Es hat sich gezeigt, dass auch der Dachstuhl offenbar massive Schäden hat, dramatische Schäden.“ Und zwar auf der Chorseite. Dort habe sich der Dachstuhl wohl verschoben. Das sei allerdings erst vor rund einem Monat entdeckt worden. Man müsse nun wohl insgesamt davon ausgehen, dass hier ein historisches Baudenkmal in Gefahr sei, so Dekan Dittmar.

Deswegen wird bald ein Architekt gemeinsam mit ihm emporsteigen und den Zustand sowie die Statik sichten. Dittmar hofft, nach dem Termin mehr belastbare Daten über Art und Umfang der notwendigen Maßnahmen vorlegen zu können. Denn bislang sei noch vollkommen unklar, was an Kosten und Arbeit auf die Kirchengemeinde zukommen könnte.

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Silhouette prägt das Stadtbild

Zusätzliche finanzielle Ausgaben kann die sich aber ausgerechnet jetzt so gar nicht leisten, betont der Dekan. „Die Gemeinde braucht all ihr Geld für das neu gebaute Gemeindehaus am Holzmarkt.“ Für die Sanierung des Turmes stünden eigentlich schon jetzt keine Mittel mehr zur Verfügung, geschweige denn für eine möglicherweise notwendige Instandsetzung des Dachstuhls.

Und so müsse laut Dekan Dittmar die Frage erlaubt sein: Ist der Erhalt der Stadtkirche allein die Aufgabe der gläubigen Christen? Oder ist nicht vielmehr die gesamte Stadtgesellschaft dafür verantwortlich, sie zu bewahren? Schließlich präge die Kirche als Bauwerk und Denkmal das Aussehen und die Fernwirkung der Stadt Bad Windsheim.

Bezüglich der Sanierung des Turmes gibt es ebenfalls noch ungeklärte Fragen. Mittlerweile sei zumindest festgestellt worden, dass die Steine des Turmes mit Metallklammern befestigt worden seien. Wenn diese Metallklammern verrosten, können sie die Steine nicht mehr fixieren und diese drohen, sich zu lösen und abzustürzen. „Nun gibt es allerdings Metallklammern aus den 1750er Jahren und solche aus den 1960er Jahren“, erklärt Dittmar. Der Stein, der im November 2022 aus der Fassade gebrochen war, sei mit einer Metallklammer aus den 1960er Jahren befestigt gewesen. Offenbar seien diese Klammern jüngeren Datums verrostet, die älteren hingegen nicht.

Ein Scanner soll aufklären

Aktuell sei man deswegen auf der Suche nach einer Firma, die den Turm in einem ersten Schritt scannt – und die in einem zweiten aufzeigen kann, wo welche Arten von Metallklammern aus welchem Jahr verbaut worden sind. Erst im Anschluss daran könne geklärt werden, in welchem Umfang und was genau saniert werden müsse, „ob wir also tatsächlich jeden einzelnen Stein an der Fassade des Turmes runter- und wieder ranbauen müssen“.

Davon sei letztlich auch abhängig, wie teuer die Instandsetzung werde. Der Dekan hofft, die Schäden an der Stadtkirche in diesem Jahr von Experten erfassen lassen und erste Schritte zur Behebung einleiten zu können. Sein persönliches Ziel wäre es, dass St. Kilian bis zur Landesgartenschau in Bad Windsheim im Jahr 2027 vollständig saniert ist. „Das zu hoffen, ist aber vermutlich unverantwortlich.“ Denn entscheidend sei eine Frage: Wie soll das finanziert werden?

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