Mit großer Besorgnis und großem Unverständnis reagiert die Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des bestehenden Schulstandortes in Neuendettelsau auf die erneute Debatte über den Neubau der Grund- und Mittelschule. Eine Rückkehr zu den Plänen, die Einrichtung am Sportpark zu errichten, lehnen die Verantwortlichen entschieden ab.
Im Rahmen eines Bürgerentscheides im Jahr 2022 wurde die klare Entscheidung getroffen, die Grund- und Mittelschule an ihrem bisherigen Standort zu erhalten, wie die Verantwortlichen der BI deutlich machen. Doch jetzt stehe man erneut vor folgenden Fragen: Was hat sich seitdem an den Planungen geändert? Welche zusätzlichen Kosten wurden in dieser Zeit ermittelt, die damals nicht ersichtlich waren?
Aus Sicht der BI werfen diese Fragen „berechtigte Zweifel an den aktuellen Kostenschätzungen auf und erfordern eine gründliche und zeitlich angemessene Prüfung“. Doch anscheinend werde dem Gemeinderat keine angemessene Zeit für eine solche Prüfung eingeräumt, kritisiert die Initiative. Stattdessen solle eine erneute Entscheidung über den Standort zügig getroffen werden, ohne dass sich die Ausgangssituation wesentlich geändert habe.
„Warum muss die Grund- und Mittelschule als räumliche Einheit bestehen bleiben, wenn jetzt wieder nach alternativen Standorten gesucht wird?“ Die Einführung der Inklusion in der Grund- und Mittelschule sowie die Ergänzung von 16 fehlenden Klassenräumen sind zentrale Anliegen, wie es in der Stellungnahme weiter heißt. „Doch es besteht keine Verpflichtung, Großprojekte zu realisieren und sich ausschließlich auf maximale Förderungen zu konzentrieren.“
Ein schrittweises Vorgehen beim Neubau, so wie es Gemeinderat Christian Scheuerpflug vorgeschlagen hat, findet die BI derweil interessant. So biete sich die Chance, flexibel auf wirtschaftliche und strukturelle Veränderungen zu reagieren und die Handlungsfreiheit der Gemeinde zu fördern. Zur Erinnerung: Dieses Vorgehen wird Hochrechnungen der zuständigen Planer zufolge rund 93,6 Millionen Euro kosten.
Apropos Kostenschätzungen: Die im Gemeinderat vorgestellten Baukosten sind für die BI wenig aussagekräftig für eine fundierte Entscheidung, da es sich um Hochrechnungen handelt. Bereits 2022 schätzte die Bürgerinitiative die Baukosten für einen Neubau am Sportpark auf 60 Millionen Euro – in der jüngsten Gremiumssitzung beliefen sich die Hochrechnungen auf etwa 47,5 Millionen Euro. Deshalb forderten die Verantwortlichen den Erhalt des bestehenden Standortes mit einer „mäßigen Erweiterung und Sanierung“.
Zudem wurde aus Sicht der BI die Verkehrsproblematik am Sportpark und in der Haager Straße weder gelöst, noch die Kosten eingerechnet. „Die Bürgerinitiative ist besorgt darüber, dass der Neubau am Sportpark als alleinige Lösung dieser Probleme dargestellt wird.“
Es sei weiterhin zu bedenken, dass am Sportpark ein im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesenes Areal für eine bauliche Nutzung vorgesehen werden soll. Hinzu komme der hohe Wert der grauen Energie der Bestandsgebäude.
Aufgrund all dieser Gründe spricht sich die BI weiterhin für den Erhalt des Schulstandortes an der Friedrich-Bauer-Straße aus. Sie fordert eine umfassende Diskussion über alle möglichen Standortoptionen, eine transparente und sorgfältige Prüfung der Kosten sowie die Betrachtung der Lösungsvarianten bei anderen Städten und Gemeinden.