Wo vor drei Jahren noch Brachland war, ist inzwischen ein veritabler Schul-Campus entstanden. Und das Bauen geht mit Hochdruck weiter in der Kids Hope School im Hinterland von Uganda, die vom in Claffheim ansässigen Verein Kampala Kids Deutschland finanziert wird. Das nächste Ziel: Eine Secondary School.
Erst heuer im Frühjahr ist in der „Schule der Hoffnung” das Grundschulgebäude eingeweiht worden. Im Beisein zahlreicher Gäste aus dem Landkreis Ansbach wurde es auf den Namen „Haus Leutershausen” getauft, denn ein Großteil des Geldes stammte vom dortigen CVJM, der den Erlös seines Altstadtrennens 2024 gespendet hatte. Doch kaum war dieses Projekt abgeschlossen, rückten erneut die Bauarbeiter an.
Zunächst pflasterten sie die steile, lehmige Einfahrt zum Schulgelände, die sich bis dahin trocken als tückische Stolperfalle und bei Regen als gefährliche Rutschpiste zeigte. Im Frühsommer begann dann der Bau eines Lehrerwohnhauses mit zwölf Zimmern. Freie Kost und Logis für die Schul-Bediensteten sind in Uganda üblich. 45.000 Euro hat der Verein dafür aufgebracht, berichten die Vorsitzenden Stefan Heidingsfelder und Michael Lechner, die sich im Spätherbst mit Vorstandsmitglied Reinhild Rutzenhöfer vor Ort abermals ein Bild vom Stand der Dinge machten.
Was sie sahen, machte sie sprachlos. Denn nicht nur die Unterkunft wurde inzwischen fertiggestellt. Entstanden ist auch ein Ziegenhaus mit neun Bewohnern und ein Stall für Schweine, die demnächst einziehen sollen. Die Tiere – auch Hühner tummeln sich bereits auf dem Campus – sollen nicht nur ein Stück Selbstversorgung für die Mensa sichern, sondern den Kindern, die in ärmlichsten Verhältnissen im weiten Umland der Kids Hope School aufwachsen, Anleitung zum Umgang mit Nutztieren geben.
Verändert hat sich aber auch das Schulgelände. Ein Fußballplatz, bis dato ein staubiges, holpriges Karree, wurde ordentlich angelegt. Und es entstand ein geschützter Platz, an dem die Schülerinnen und Schüler verschiedene Hand- und Bastelarbeiten ausüben können. Da sich die Lehrstätte der Inklusion verschrieben hat, werden inzwischen acht blinde Kinder unterrichtet. Für sie ist der tägliche Schulweg zu mühsam. Deshalb gibt es für sie eine Unterkunft. „Sie sind froh, da zu sein”, sagt Michael Lechner: „Alle haben dort ein eigenes Bett, das ist etwas ganz Besonderes.”
Apropos Bett: Als Weihnachtsgeschenk bekommen heuer alle 100 Schülerinnen und Schüler je eine Matratze für zuhause, finanziert mit Sonderspenden der deutschen Patinnen und Paten, die mit ihren Monatsbeiträgen die Schulausbildung tragen. In den kargen Lehmhütten schlafen die Kinder oft auf dem nackten Boden, bestenfalls auf dünnen Decken. Künftig können sie sich dank der Unterstützung der Kampala-Kids-Familie weich betten.
Für die beiden Vorsitzenden – wie die meisten Vereinsmitglieder vom christlichen Glauben motiviert – ist es „ein Riesen-Segen, dass wir in Uganda so viel verwirklichen können”. Das Schulprojekt werde von vielen Schultern getragen. Es sei „eine Freude, zu sehen, wie engagiert das Team dort arbeitet”.
Der Verein mischt sich in den Betrieb der Schule nur sehr wenig ein – das ist Aufgabe der örtlichen Verantwortlichen. Kampala Kids beschränkt sich darauf, finanzielle Mittel für die Investitionen bereitzustellen und Patenschaften für die rasch wachsende Zahl an Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Im Februar wird bereits eine dritte Grundschulklasse ins „Haus Leutershausen” einziehen.
Nach der in Uganda siebenstufigen Grund- und Hauptschule soll aber nicht Schluss sein in der Kids Hope School. Es gibt bereits konkrete Pläne für eine weiterführende Einrichtung, eine Secondary School. Ihr Bau soll im kommenden Jahr starten. Platz ist genug auf dem Areal, das dem Verein Kampala Kids gehört. In einem ersten, auf etwa 50.000 Euro veranschlagten Abschnitt sollen ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern sowie Außenanlagen und ein Sportplatz entstehen.
Erste Spendenzusagen gebe es bereits, so Heidingsfelder: „Das macht uns Mut, wir können anfangen.” Anders als die Grundschule soll der Betrieb des neuen Projektes nicht mit Patenschaften finanziert werden, sondern mit Schulgeld. Damit würde die Secondary School nicht nur Bedürftigen offen stehen, sondern allen Jugendlichen aus dem dünn besiedelten, landwirtschaftlich geprägten Umland, deren weiterführende Schulausbildung oft an weiten Wegen scheitert. „Wer es sich leisten kann, soll Schulgeld zahlen”, so das Credo.
Derweil reicht die Perspektive des rührigen Claffheimer Vereins längst über das kommende Jahr hinaus. 2027, so die Prognose, werde man wohl ein zweites Grundschulgebäude errichten müssen. Das Bauen geht also munter weiter auf dem Campus der Hoffnung.