Schnuller statt Füller: Dietersheimer Schule ist jetzt eine Kita | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.04.2024 16:11

Schnuller statt Füller: Dietersheimer Schule ist jetzt eine Kita

Bürgermeister Jürgen Meyer besichtigt mit Einrichtungsleiterin Rita Baßler (links) und ihrer Stellvertreterin Melanie Schemm die neuen Räume. (Foto: Nina Daebel)
Bürgermeister Jürgen Meyer besichtigt mit Einrichtungsleiterin Rita Baßler (links) und ihrer Stellvertreterin Melanie Schemm die neuen Räume. (Foto: Nina Daebel)
Bürgermeister Jürgen Meyer besichtigt mit Einrichtungsleiterin Rita Baßler (links) und ihrer Stellvertreterin Melanie Schemm die neuen Räume. (Foto: Nina Daebel)

Das aus den 1960er Jahren stammende Schulgebäude in Dietersheim wirkt zweckmäßig. Gebaut mit viel Grau und altehrwürdigem Charme, ist es nicht besonders schick. Doch die Bausubstanz ist gut. Deswegen hatte der Gemeinderat beschlossen, das Gebäude umzubauen und zur Heimat einer neuen Krippe zu machen.

Die wird bald – am Sonntag, 14. April – offiziell eingeweiht. Es soll alles schön und ordentlich sein, wenn die Dietersheimer Bürger am Tag der offenen Tür ab 13 Uhr in der neuen Krippe an der Schulstraße vorbeischauen. Träger ist der AWO-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken. In seinem Sinne handeln Leiterin Rita Baßler und ihre Stellvertreterin Melanie Schemm. In der neuen Krippe tun sie dies nun schon seit Anfang Januar. Der neue Standort ist für das Duo ein Segen: lichtdurchflutete Räume, Fenster bis zum Boden und viel Platz für die insgesamt 13 Mädchen und Jungen im Alter zwischen einem und drei Jahren.

Umbau hat sich um drei Monate verzögert

Die Kosten für den Umbau hat die Gemeinde Dietersheim getragen und musste hier eine Steigerung in Höhe von rund zehn Prozent hinnehmen. Bürgermeister Jürgen Meyer zufolge sei das aber noch vertretbar. Rund 1,2 Millionen Euro werden am Ende für die Maßnahme fällig.

Damit begonnen worden war im Oktober 2022. Damals hatten die Krippenkinder ihr Ausweichquartier, die Mehrzweckhalle, bezogen. Dort waren sie dann auch für die gesamte Dauer des Umbaus untergebracht. Anfang Januar dieses Jahres schließlich waren die neuen Räume in der Grundschule bezogen worden. „Der Umbau hat sich um rund drei Monate verzögert“, sagt Bürgermeister Jürgen Meyer. Der Grund dafür sei das Dach gewesen. Das habe erneuert werden müssen und dabei seien unvorhersehbare bauliche Mängel aufgetreten. Die wiederum hätten zu einem Mehraufwand und damit zu der zeitlichen Verzögerung geführt.

Notwendig geworden war die neue Krippe, weil der Bedarf an Betreuungsplätzen in Dietersheim gestiegen ist. Eine Krippe mit rund 30 Mädchen und Jungen gibt es in Dietersheim bereits. Sie war im Jahr 2011 von der Gemeinde gebaut und 2016 erweitert worden. Ein weiterer Anbau war allerdings nicht möglich gewesen, so dass über Alternativen nachgedacht werden musste. „Wir hatten dieses Gebäude, an dem wir auch festhalten wollten. Deswegen haben wir uns letztlich für den Erhalt und den Umbau entschieden“, erklärt Bürgermeister Meyer. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden.

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Im Schlafraum hängt ein Schnullerregal

Hell und lichtdurchflutet sind die Räume, die sich auf rund 230 Quadratmetern verteilen. Das Herzstück ist der Bildungsraum, in dem die Kinder toben, krabbeln, klettern, schaukeln und sich verstecken können. Im großzügig gestalteten Spielflur darf geturnt oder mit einem lautlosen Kinderauto geflitzt werden. Integriert ist in diesen Bereich das Kinderrestaurant, in dem gemeinsam gegessen wird.

Im Schlafraum hängt ein Schnullerregal an der Wand, und jedes Kind hat seinen eigenen Platz zum Ruhen. Es gibt einen Wickelraum mit Kindertoilette, außerdem Technikräume, ein Büro, eine Küche sowie ein Personalzimmer mit integriertem Lounge-Bereich für Elterngespräche. Der Eingangsbereich ist ebenfalls einladend gestaltet. Wie der Bildungsraum bietet auch er eine Fensterfront. An der haben sich die Mädchen und Jungen schon oft die Nase platt gedrückt. Beispielsweise, wenn das Müllauto vorfährt. Oder die Landschaftsgärtner mit einem Bagger die Außenanlage gestalten. Dann haben die Erzieherinnen erst einmal Sendepause. Die freut das. „Die Kinder sollen die Welt beobachten, deswegen sind die bodentiefen Fenster ideal“, sagt Leiterin Baßler.

Außer ihr und ihrer Stellvertreterin Schemm arbeiten noch eine Kinderpflegerin sowie eine Fach- und eine Assistenzkraft in der Krippe. Außerdem ist eine Stunde täglich eine Küchenhilfe vor Ort. Geöffnet ist die Krippe von 7 bis 16 Uhr. Die Mindestbuchungszeit liegt bei fünf Stunden.

Das Image hat sich verändert

Die derzeit in der Krippe betreuten Kinder stammen alle aus der Gemeinde Dietersheim. In Kürze wird wieder der künftige Bedarf an Betreuungsplätzen abgefragt. Laut Bürgermeister Meyer sei das stets eine herausfordernde Aufgabe. „Die Kinder, die wir im nächsten Jahr beaufsichtigen werden, sind jetzt noch nicht geboren“, sagt Schemm. Dass künftig ein Leerlauf herrschen könnte, erwarten sie und Baßler allerdings nicht.

Denn aktuell zeichnet sich ein Trend deutlich ab: Während früher rund 60 Prozent der Mädchen und Jungen in die Krippe gebracht worden seien, sei die Zahl mittlerweile auf 95 Prozent gestiegen. „Das Image der Krippe hat sich stark verändert“, sagt Baßler. Mittlerweile würden die Eltern bewusst nach einem Krippenplatz suchen, damit auch ihr Kind davon profitieren könne. Wer seinen Nachwuchs bereits im Alter zwischen einem und drei Jahren zur Betreuung abgebe, müsse sich dafür nicht mehr rechtfertigen.

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