Die Weiber waren am „Unsinnigen Donnerstag” mal wieder im gesamten Landkreis los. Mit Scheren bewaffnet, stürmten sie bunt kostümiert die Rathäuser und schnibbelten fleißig Krawatten ab. Ein Überblick, der keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Gleich von zwei Seiten und das mit knapp 100 Kindern, Erzieherinnen und einem Erzieher stürmte der Burgbernheimer Nachwuchs der Kita „Arche Noah” das dortige Rathaus. Konfettiregen hatten sie für Bürgermeister Matthias Schwarz und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei – und ein Lied zum Mittanzen. Im Gegenzug gab es Bonbons. Bevor es Schwarz und seinen Männern an die Krawatten ging, machte Einrichtungsleiterin Anita Schnotz deutlich, dass dringend Geld für die Sanierung der Kita gebraucht wird. Als Gastgeschenk und als einen „ersten Anfang“ hatten die Kinder Schwarz eine Bürgermeisterkette aus „Goldtalern“ gebastelt.
Beim Weiberfaschings-Umzug der „Windshemia” in Bad Windsheim durfte einzig Carolin Herschner ein silberfunkelndes Krönchen tragen. Sie ist Caro I., die Bad Windsheimer Faschingsprinzessin der Session 2025/26. Bei ihrer Tour durch den Ort wurde auch beim Café „Nostalgie” gestoppt, das Carolin Herschner betreibt. Die 29-Jährige ist Konditormeisterin und servierte der närrischen Truppe denn auch Exklusives: Prinzessinentörtchen.
Den Weiberfasching in Markt Bibart gibt es seit genau 30 Jahren. In der Faschings-Session 1996 hatten sich vier Urgesteine der Markt Bibarter „AlZiBib” zusammengesetzt und beschlossen, am närrischen Donnerstag ein paar Frauen um sich zu scharen und das Rathaus zu stürmen. Mit von der Partie waren damals neben dem Prinzenpaar Elke und Kurt Kuhn auch Lisbeth Dollinger und Monika Meinzinger. Wenn sich in Bibart die Fastnachtsbegeisterten etwas vornehmen, dann wird das schnell zur Tradition.
Um das Organisationsteam rund um Caroline Köstner, Hilde Popp und Marianne Müller scharten sich am Donnerstag zum 30. Mal bis zu 20 Faschingsweiber und zogen durch ihren Marktflecken. Faschingsmusik kam aus einem kleinen Ghettoblaster und schnell machte sich gute Laune breit. Halt machten die närrischen Weiber gut vorbereitet bei örtlichen Unternehmen, sammelten dort jede Menge Krawattenschnipsel ein und wurden dennoch freundlich aufgenommen und immer gut versorgt. Als kleines Dankeschön hierfür hatten die Weiber ein kleines Präsent im Gepäck.
Um die Mittagszeit wurde schließlich das Rathaus gestürmt und Bürgermeister Klaus Nölp um seine Krawatte gebracht. Der nahm es gelassen und lud die Meute in den Sitzungssaal ein – zu Pellkartoffeln, angemachten Heringen und dazu passenden Getränken, damit auf deren weiteren Weg durch die Gemeinde die Kraft nicht ausgeht. Sowohl bei den Gästen in der Tagespflege als auch bei weiteren Unternehmern herrschte am Weiberfasching Fröhlichkeit und so mancher Karnevalsgesang hallte durch die Straßen.
Eine verspätet Premiere im „neuen” Amt erlebte Landrat Dr. Christian von Dobschütz. Im vergangenen Jahr musste das Kreisoberhaupt noch erkrankt das Bett hüten. Heuer wurde dafür umso kräftiger gefeiert. Natürlich überlebte des Landrats Krawatte nicht lange – und von Dobschütz durfte bei fröhlicher Musik auch gleich seine Tanzfähigkeiten unter Beweis stellen. Die Neustädter Geißböckinnen waren aber auch sonst bestens ausgestattet und brachten auf einem eigens umgebauten Rollator auffällig bunte Getränke ins Landratsamt. Die Aufschriften verrieten: So ganz alkoholfrei ging es da nicht zu.
Aber der Landrat hat noch ganz andere Feier-Pluspunkte: So legte er kurzerhand als DJ ein paar passende Hits auf, stilecht verkleidet als Frau mit Putzwuschel und Schürze. Nach dem Besuch herrschte unter den Faschingsweibern sicherlich die einhellige Meinung: eine gelungene Premiere war das. Dr. Christian von Dobschütz, der geborene Faschingslandrat.