Schnelldorf: Ist der Ersatzbau für die Frankenlandhalle passé? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.07.2024 20:10

Schnelldorf: Ist der Ersatzbau für die Frankenlandhalle passé?

Das Gelände für einen Neubau, der die Frankenlandhalle ersetzen sollte, wurde schon vorbereitet. Allerdings verschiebt sich der für 2025 vorgesehene Baubeginn wahrscheinlich um einige Jahre. (Foto: Friedrich Strohmeier)
Das Gelände für einen Neubau, der die Frankenlandhalle ersetzen sollte, wurde schon vorbereitet. Allerdings verschiebt sich der für 2025 vorgesehene Baubeginn wahrscheinlich um einige Jahre. (Foto: Friedrich Strohmeier)
Das Gelände für einen Neubau, der die Frankenlandhalle ersetzen sollte, wurde schon vorbereitet. Allerdings verschiebt sich der für 2025 vorgesehene Baubeginn wahrscheinlich um einige Jahre. (Foto: Friedrich Strohmeier)

„Man kann immer Probleme sehen, man kann aber auch immer von Lösungen sprechen“ – mit diesen Worten hat Bürgermeister Tobias Strauß in Schnelldorfs Gemeinderat Bundestrainer Nagelsmann zitiert. Das anstehende Problem in der Kommune ist der Ersatz für die marode Frankenlandhalle.

Nach jahrelanger Planung sollte der Ersatzneubau für die Mehrzweckhalle im nächsten Jahr mit entsprechenden Zuschüssen realisiert werden. Die Entwürfe sahen den Bau einer Sporthalle neben der bestehenden Halle vor. Die Nutzung für kulturelle Veranstaltungen sei auch dort möglich, hieß es.

Gegenentwurf deutlich teurer

Wie sich nun aber bei der weiteren Planung herausstellte, konnte dieses Konzept nicht die Voraussetzungen für eine dauerhafte Nutzung garantieren. Maximal zwei bis drei außersportliche Aktivitäten im Jahr wären bei der geplanten Ausstattung für den Brandschutz und die Belüftung erlaubt worden, erläuterte Architekt Wolfgang Obel dem Rat. Auch eine auf der Südseite vorgesehene Glasfront würde wegen der Unfallgefahr nicht genehmigt werden.

Nun sieht der Gegenentwurf des Donauwörther Büros eine Versammlungsstätte vor, die eine unbegrenzte außersportliche Nutzung zulässt. Sie fällt aber deutlich teurer aus als der erste Entwurf, bei dem die Gemeinde von einem 8,9-Millionen-Euro-Aufwand ausgegangen war.

Die Kosten für die beiden neuen, vom Planungsbüro nun vorgestellten Varianten liegen zwischen 12,4 und 13 Millionen Euro. Der Rückbau der alten Frankenlandhalle könne auch etwas später erfolgen, hieß es, um die Ausgaben auf einen längeren Zeitraum zu verteilen.

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„Mut zu unpopulären Entscheidungen”

Die finanzielle Lage der Gemeinde erfordere „Mut zu unpopulären Entscheidungen“, appellierte Bürgermeister Strauß an den Gemeinderat. Dabei erinnerte er daran, dass man in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte wie die Sanierung der Kläranlage, den Neubau der Kindertagesstätte und die Erschließung eines großen Baugebiets erfolgreich abgeschlossen habe. Corona, der Krieg in der Ukraine und steigende Preise hätten auch in Schnelldorf die Entscheidungsgrundlagen verändert. So sei die Nachfrage nach Bauplätzen deutlich zurückgegangen. Stagnierende Einnahmen und steigende Ausgaben seien nun ein Grund, die Entscheidung für den Neubau der Halle zu überdenken.

Anhand eines Finanzierungsmodells, das Stefanie Lenz von der Finanzabteilung ausgearbeitet hat, zeigte Tobias Strauß, wie ein Neubau mittelfristig zu finanzieren wäre. Er bestand aber darauf, dass das Planungsbüro die Leistungsphase 3 (Genehmigungsplanung und Kostenberechnung) abschließen sollte, um bei einer besseren Finanzlage das Projekt „Frankenlandhalle“ wieder „aus der Schublade ziehen zu können“.

In der Aussprache forderte Kurt Braun (FWG), der sich immer gegen den Neubau ausgesprochen hatte, weitere Planungen wegen der Kosten zu unterlassen, weil diese im Augenblick nicht abschätzbar seien. Sein Antrag, die Entscheidung über das weitere Vorgehen zu vertagen, wurde jedoch abgelehnt.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Sichtlich ungehalten reagierte Bürgermeister Strauß auf Brauns Vorwurf, die Gemeinde Schnelldorf habe über ihre Verhältnisse gelebt. Während alle anderen Ratsmitglieder sich um eine sachliche Diskussion bemühten und Entscheidungen gemeinsam getragen hätten, so Bürgermeister Strauß, höre man Kurt Braun immer nur „schimpfen, schimpfen, schimpfen“.

Die Mitglieder aller anderen Fraktionen sprachen sich dafür aus, den vom Bürgermeister skizzierten Weg zu beschreiten und die Umsetzung des Vorhabens zu verschieben, nachdem die Kostenplanung des Architekturbüros vorliege. Schließlich billigte der Gemeinderat – gegen die Stimme von FWG-Rat Braun – den Vorschlag der Verwaltung, die Umsetzung der Pläne der Finanzlage anzupassen und mittelfristig zu bauen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, kommentierte Michael Ulrich (UB) zur Lage.


Von Friedrich Strohmeier
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