Kinderlachen, das schabende Geräusch von Kufen auf dem Eis und vereinzelt ein dumpfes Geräusch, wenn sich der ein oder andere hingelegt hat: Aktuell ist die Eiswiese im Taubertal wieder zugefroren. Am Wochenende hieß es somit für viele: Schlittschuhe an die Füße und ab aufs Eis.
Zahlreiche Familien mit Kindern nutzten die Chance auf das Wintersportspektakel – denn zugefrorene Flächen waren in den vergangenen Wintern eher eine Seltenheit. Doch die kälteren Temperaturen machten es möglich: Jung und Alt drehten ihre Runden auf dem Eis, Eltern zogen ihre Kinder mit dem Schlitten hinter sich her. Zuvor war die von der Stadt und den Stadtwerken geflutete Fläche freigegeben worden.
Auch die 20-jährige Laura Letterer aus Gebsattel ließ es sich nicht nehmen, an den Ort zurückzukehren, an dem sie als Kind das Schlittschuhlaufen lernte. „Angefangen haben wir hier mit Schlittenfahren“, erzählt sie. Und mit den Jahren kam das Schlittschuhlaufen dazu.
Bei passendem Wetter „kann man die Wiese hier gut nutzen“, so Letterer – ob im Winter als Schlittschuhlaufbahn oder im Sommer zum Musikhören beim Taubertalfestival. Heute hat sie die Schlittschuhe ihrer Oma an, „die sind uralt“, erzählt Letterer lachend. „Aber funktionieren tun sie noch.“ Überfüllt sei es auf der Eiswiese in den letzten Jahren nicht gewesen. Letterer erinnert sich: „Früher war es hier deutlich voller.“ Das könne daran liegen, dass es seitdem weniger Eis gebe, spekuliert sie.
Zusätzlich vermutet sie, dass viele von dem Angebot nicht wüssten. Und: „Die meisten haben gar keine eigenen Schlittschuhe mehr.“ Sie selbst sei froh über die Möglichkeit und nutze sie häufig, auch, weil das Schlittschuhlaufen hier kostenlos ist.
Zum ersten Mal an der Eiswiese ist Albina Binder (35) mit ihren beiden Söhnen im Kindergartenalter. Sie habe schon länger von dem Angebot gewusst, habe es aber bisher nie genutzt. „Heute wird jetzt getestet, wie es hier so ist“, erklärt Binder.
Die typischen Eislaufhallen seien ihr im Gegensatz zu der naturbelassenen Wiese oft zu klein und zu überlaufen. „Die Eisfläche hier ist ja riesig“, bemerkt Binder. Auch die Eisschicht auf der Wiese gefalle ihr deutlich besser als in der Halle: Dort sei sie das ein oder andere Mal gestürzt.
„Bei dem unregelmäßigeren Untergrund kann man besser bremsen“, findet sie. Auch ihre Kinder scheinen großen Spaß am Laufen zu haben. „Der Große ist schon irgendwo da hinten.“ Binder zieht sich selbst die Schlittschuhe an, und folgt ihm nach – bevor das Eis in den nächsten Tagen dem Wetterbericht zufolge wieder taut.