Scheinfelder Autorin ist mit Erstlingswerk auf Buchmesse | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.10.2023 07:00

Scheinfelder Autorin ist mit Erstlingswerk auf Buchmesse

Der Riesen-Teddy ist der Platz im Kinderzimmer, an dem das Erstlingswerk von Katharina Elstner reifte. (Foto: Andreas Reum)
Der Riesen-Teddy ist der Platz im Kinderzimmer, an dem das Erstlingswerk von Katharina Elstner reifte. (Foto: Andreas Reum)
Der Riesen-Teddy ist der Platz im Kinderzimmer, an dem das Erstlingswerk von Katharina Elstner reifte. (Foto: Andreas Reum)

Am Samstag ist Katharina Elstner auf der Frankfurter Buchmesse. Nicht als Gast wie so viele an den Publikumstagen dieses Literatur-Großereignisses, sondern als Autorin. Mit ihrem eigentlichen Beruf hat das aber nicht direkt zu tun.

Die 31-Jährige ist gelernte Operationstechnische Assistentin, kurz OTA genannt. Den Beruf gibt es schon einige Zeit, staatlich anerkannt ist er aber erst seit vorigem Jahr, erklärt Elstner. Zum Helfer im OP-Saal wurde man in früheren Zeiten in der Regel nach einer Krankenpflege-Lehre und einer Weiterbildung. Heutzutage ist OTA eine eigenständige Ausbildung – ein Effekt der zunehmenden Spezialisierung auch in den Gesundheitsberufen.

Was hatte Elstner bewogen, in den Gesundheitssektor zu gehen? „Ich bin einfach so ein Typ“, sagt sie und beschreibt sich als „sehr naturverbunden und menschenliebend“. Im übrigen liest sie gern und schreibt auch gern – doch dazu später mehr.

Die Scheinfelderin ist zweifache Mutter

Katharina Elstner, eine geborene Amtmann, ist Scheinfelderin. Genauer: Sie war es bis zu ihrem Abitur 2011 und ist es inzwischen wieder. Ihre Familie hat ein Häuschen in Grappertshofen, ihr Vater wohnt gleich nebenan. Nach dem Schulabschluss erlernte sie in Ansbach ihren Beruf und praktizierte diesen anschließend auch, zuletzt im Neustädter Kreiskrankenhaus. Sie heiratete Jens Elstner, der als ausgebildeter Krankenpfleger ebenfalls vom Fach ist; vor über fünf Jahren brachte sie Jonathan und vor zwei Jahren Hannah zur Welt.

Von der Praxis als OTA ging es in die Lehre. Sie bildete sich zur Berufspädagogin weiter und lehrt seit vorigem Jahr an den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe in den Bereichen OTA und ATA (Anästhesietechnischer Assistent). „Ich will das weitergeben, was ich gelernt habe“, sagt Elstner.

Die Bamberger Lehreinrichtung ist zudem Vorreiter bei der Erarbeitung eines Lehrplans für diese Art der Ausbildung. Dort zu unterrichten ist also eine nicht nur reizvolle, sondern auch verantwortungsvolle Aufgabe.

Parallel zum Beruf bildet Katharina Elstner sich in einem Studium fort. An der Wilhelm-Löhe-Hochschule in Fürth gehörte sie zu den bayernweit ersten, die einen Master-Abschluss in Beruflicher Bildung im Gesundheitswesen mit der Fachrichtung Operationstechnik anstreben.

Familie und Freunde haben Priorität

Vor Beruf und Studium stehen aber Familie und Freunde an erster Stelle in ihrem Leben, bekennt Elstner. Naturgemäß dreht sich dabei viel um ihre beiden Kinder. Sie gehen in den Scheinfelder Albert-Schweitzer-Kindergarten, Jonathan in die Waldgruppe, die nicht weit von zu Hause bei Grappertshofen ihr Domizil hat.

Kinder sind nicht nur eine Aufgabe, sondern für Elstner auch ein Quell der Inspiration – nicht zuletzt für ihr sozusagen drittes Kind: das Buch, das sie geschrieben hat. „Lunis, der kleine Traumbegleiter“ heißt es und ist seit wenigen Monaten auf dem Markt.

Eigentlich ist es die Gutenachtgeschichte, mit der Katharina Elstner ihre Kinder oft zum Schlafen bringt. Sie erzählt von Lunis, einem kleinen, wundersamen Wesen aus den Weiten des Universums, das die Kinder zu Träumen ermutigt, mit Bauklötzen Traumwelten baut und vor allem zum mutigen und selbstbewussten Sein anstiftet.

Katharina Elstner setzt sich zum Riesen-Teddy in Jonathans Kinderzimmer. Das ist für die Familie ein Lieblingsort fürs Erzählen. Dort reifte die Geschichte und auch der Gedanke, sie in ein Buch zu fassen. „Jede Mutter in ihrem Hormonchaos will ein Kinderbuch schreiben“, mutmaßt sie lächelnd. Der bloße Text würde auf zwei Schreibmaschinenseiten passen, schätzt Elstner. Aber zu einem Kinderbuch gehören für sie auch Bilder. Dafür hat sie sich im Internet Hilfe von Profis gesucht und in dem Duo Maike Kliche und Sathya Schlösser auch gefunden. Die Chemie passte von Anfang an ziemlich gut, berichtet Elstner.

Mitbestimmung bei den Illustrationen

Was sie besonders zu schätzen weiß, die Zeichnerinnen haben die Vorstellungen der Kinder mit aufgenommen. So musste Lunis unbedingt eine Zipfelmütze tragen und rot-weiß gestreift gekleidet sein. Für technische Fragen der hochwertig gebundenen Ausgabe (es gibt Lunis auch als E-Book) stand ihr der Verlag, Books on Demand, zur Seite. Und dieser war es auch, der Elstner unter zahllosen Bewerbern als eine jener Autorinnen aussuchte, die am Verlagsstand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein dürfen. Eine Ehre, findet die Lunis-Verfasserin.

Das Erstlingswerk muss nicht das letzte und einzige sein, das von Lunis erzählt. Elstner ist selbst gespannt, was aus ihrem Traumbegleiter noch werden kann. Vielleicht auch ein neues Buch. Konkret in Arbeit hat sie das aber noch nicht. Kann gut sein, dass es demnächst auch um Oskar, den jungen Hund der Familie Elstner geht: „Der würde bestimmt auch ne gute Kindergeschichte hergeben.“

Soll das Schreiben ihr künftig zum Beruf werden. Elstner zögert. „Ich stehe gern vor einer Klasse“, sagt die Pädagogin. Und insbesondere geht sie mit ihren Schülerinnen und Schülern gern in den OP, den sie selbst fast ein wenig vermisst. Ihre Lehrtätigkeit gänzlich aufzugeben, kann sie sich nicht vorstellen. Da hängt ihr Herz zu sehr daran.

„Lunis, der kleine Traumbegleiter“ ist bei Books on Demand erschienen und auf etlichen Online-Portalen sowie auch im Buchhandel erhältlich.

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