Fürst Karl von Schwarzenberg ist tot. In den letzten Jahren war er nur noch selten im Scheinfelder Stammschloss der Familie zu Gast. Zuletzt trat er beim Deutsch-Tschechischen Gesprächsforum im Frühjahr auf Schloss Schwarzenberg öffentlich dort auf.
In Schwarzenbergs Ägide fiel 2011 auch die Rückführung des als für die fränkische Geschichte als bedeutsam geltenden Schwarzenberg-Archivs. Dieses hatte die gegenüber dem Naziregime kritisch eingestellte Familie von Schloss Schwarzenberg kurz vor Kriegsende nach Böhmen geschafft, um es zu schützen.
In früherer Zeit mischte sich der Fürst zum Beispiel am Fronleichnamstag gern unter das fränkische Volk. Wenn er nach Scheinfeld kam, begrüßten ihn traditionell die Böllerschützen.
Geboren wurde er am 10. Dezember 1937 in Prag, gestorben ist er nach langer Krankheit am Samstag im Alter von 85 Jahren in Wien. Der Politiker, Landwirt und Unternehmer hatte die tschechische und die schweizerische Staatsangehörigkeit. Unter anderem war er sieben Jahre lang Außenminister der tschechischen Republik. Zuvor hatte er frühzeitig den Widerstand gegen die kommunistische Regierung der Tschechoslowakei unterstützt und sich auf internationaler Ebene für die Menschenrechte engagiert.
Von 1986 bis 2000 beherbergte er auf Schloss Schwarzenberg in Scheinfeld das in Hannover gegründete Dokumentationszentrum zur Förderung der unabhängigen tschechoslowakischen Literatur. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen.