„Scheierntheater“ ist ausverkauft: „Alles halb so schlimm“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.05.2023 13:14

„Scheierntheater“ ist ausverkauft: „Alles halb so schlimm“

„Alles halb so schlimm“ hieß es beim „Scheierntheater“ in Hirschneuses. (Foto: Gudrun Schwarz-Köhler)
„Alles halb so schlimm“ hieß es beim „Scheierntheater“ in Hirschneuses. (Foto: Gudrun Schwarz-Köhler)
„Alles halb so schlimm“ hieß es beim „Scheierntheater“ in Hirschneuses. (Foto: Gudrun Schwarz-Köhler)

Bis auf den letzten Platz ausverkauft waren alle Vorstellungen im „Scheierntheater“ in Hirschneuses. Gespielt wurde und wird dieses Jahr der Dreiakter „Alles halb so schlimm“ von Wolfgang W. Haberstroh. Auf dem Programm stehen zwar noch zwei Aufführungen am 19. und am 20. Mai, aber auch für diese gibt es keine Karten mehr.

Aber wie das Stück schon aussagt, ist „alles halb so schlimm“. Diejenigen, die einen Platz ergattern konnten, haben sich offensichtlich schon bestens amüsiert.

Kernpunkt des launigen Dramas ist – wie so häufig – eine Erbschaft. Der Vater ist verstorben und laut letztem Willen müssen sich nun die beiden Töchter Haus und Küche teilen. Die eine erbte zusammen mit ihren beiden etwas naiven Söhnen die halbe Küche, drei Zimmer und den „Saustall“. Ihrer Schwester und deren Ehemann hatte der Vater das Ladengeschäft, das Wohnzimmer und die andere Hälfte der Küche zugedacht – eine konfliktträchtige Situation.

Dass solch ein Erbe das Zusammenleben der beiden Familien nicht gerade leicht macht, vor allem, da alle Beteiligten auch ganz unterschiedliche Vorstellungen über die jeweilige Nutzung haben, war vorauszuahnen. Die eigens eingebaute Trennwand in der Küche – mitten durch den Tisch und das Küchenbuffet – ist auch nicht unbedingt dazu angetan, die Lage zu befrieden: Im Gegenteil. Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass einer Partei nun der Zugang fehlt und die andere ohne Bad und Toilette auskommen muss.

Immerhin: Um Geld verdienen zu können, einigt sich die zerstrittene Familie darauf, die Scheune zu vermieten, um dann den Dachboden ausbauen zu können. Der Mietinteressent stellt sich als Kulturschaffender vor, der die Scheune zum Theater ausbauen möchte, doch eine Familienhälfte würde es bevorzugen, eine „Muckibude“ einzurichten.

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Die Diskussionen verlaufen demzufolge höchst kontrovers, die Texte sind teilweise sehr deftig und es geht hoch her auf der Bühne. Zum Nachdenken werden allerdings alle dann durch das Auffinden einiger interessanter Papiere gebracht, die in der Mappe des Mieters gefunden werden. Diese sorgen für einen ganz neuen Blick auf die Konstellationen in diesem Clan – wie und warum soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Das Team des Scheierntheaters erhielt mehrfach spontanen Szenenapplaus – Spaß und Spielfreude auf der Bühne strahlten ins Publikum hinein. Für besonderen Beifall und jede Menge Lacher sorgte auch die Improvisationskunst der Ensemblemitglieder, denn egal, ob da doch mal ein Handy im Publikum klingelt, der Text plötzlich weg ist oder jemand niesen muss, die Reaktionen waren so spontan wie witzig.

Wie es bei derartigen Schwänken üblich ist, wandelt sich das Chaos zum Ende hin zu Guten und dies gilt auch für den Zweck hinter den Aufführungen. Denn wie jedes Jahr werden die Laienschauspieler in dem Ortsteil von Neuhof an der Zenn (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) den größten Teil ihrer Einnahmen für eine gute Sache spenden. Dieses Jahr waren (und sind) mit dabei: Sandra Hitz, Alexandra Krug, Enrico Dommer, Andreas Güllich, Jürgen Huber, Jürgen Goos und Hermann Hitz. Als Souffleuse fungierte Birgit Hoffmann.


Von Gudrun Schwarz-Köhler
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