Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler ist trotz schwacher Geschäfte in Europa und China stabil ins Jahr 2026 gestartet. Unter den vier Sparten sei nur die E-Mobilität gewachsen, die anderen verzeichneten Umsatzrückgänge. Regional kam das Wachstum vor allem aus Asien, außerhalb Chinas. In China selbst sei der Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht rückläufig gewesen, teilte das Unternehmen mit.
Insgesamt setzte Schaeffler von Januar bis März 5,764 Milliarden Euro um, das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt ergibt sich wegen des starken Euros dagegen ein Plus von 1,0 Prozent. Vor Zinsen und Steuern blieb ein Gewinn (Ebit) von 270 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Schaeffler 60 Millionen Euro, nach 83 Millionen im Vorjahresquartal.
„Grund zum Jubeln ist das nicht“, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. Er sieht sich jedoch in seinem Kurs bestätigt. „Die Sparmaßnahmen der letzten Monate zahlen sich aus. Unsere großen Werke haben alle Maßnahmen getroffen, um Kosten zu optimieren.“ Die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Energiekosten seien für 2026 bereits abgepuffert. „Wir müssen sehen, was 2027 passiert“, sagte Rosenfeld.
Die neuen Geschäfte mit humanoiden Robotern und Komponenten für die Rüstungsindustrie liefen gut an. Es gebe bei Robotern bereits 30 Prototypen und fünf konkrete Kundenkontakte, sagte Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. Bis 2030 erwartet er Aufträge im Wert eines dreistelligen Millionenbetrages.
Die Umsätze mit E-Mobilität seien von 1,167 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 1,210 Milliarden Euro geklettert - ein Anstieg um 3,7 Prozent, währungsbereinigt sogar um 6 Prozent. Es sei zu beobachten, dass infolge der starken Ölpreisanstiege mehr Menschen an den Umstieg auf E-Mobilität denken. „Es gibt erste Zeichen für ein Umdenken, auch in einem großen Markt wie Amerika“, erklärte Rosenfeld.
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