Vor der Jubilarin ein bunter Blumenstrauß, im Hintergrund schwebten drei Ziffern, die die Zahl der Lebensjahre zeigten: Gemeinsam mit ihren Lieben feierte Sara Schenker ihren 100. Geburtstag in den neuen Räumen im Café des Stephanus Senioren- und Pflegezentrums in Dinkelsbühl.
Das Licht der Welt hat die rüstige Seniorin im Dorf Arkeden erblickt, unweit von Schäßburg, der siebenbürgischen Partnerkommune der Stadt Dinkelsbühl. Nach der Schule erlernte sie den Beruf der Schneiderin, in dem sie anschließend viele Jahre lang arbeitete. Selbst als Sara Schenker in der Folge des Zweiten Weltkriegs nach Russland deportiert wurde, nähte sie Uniformen für die russischen Offiziere. Daran erinnert sie sich noch heute.
Im Jahr 1950 heiratete sie in ihrem Heimatdorf Arkeden ihren Mann Martin, mit dem sie zwei Söhne hatte. Ihr Mann war krank aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrt und starb wenig später.
Martin, der ältere der beiden Söhne, verstarb bereits vor einigen Jahren ebenfalls sehr früh. Sohn Walter gehörte ebenso zu den Gratulanten wie fünf Enkel, sieben Urenkel und eine Ururenkelin.
Alle zusammen sangen der Jubilarin ein Ständchen zum Geburtstag: „Kein schöner Land“ gefolgt vom „Siebenbürgenlied“, in das die Jubilarin auswendig einstimmte.
Sie könne auf ein bewegtes und insgesamt glückliches Leben zurückblicken und sei dankbar dafür, meinte sie an ihrem Ehrentag. Dass sie so alt werden durfte, könne auch damit zusammenhängen, dass sie im Leben viele Entbehrungen ertragen musste, resümierte die 100-Jährige.
Noch heute näht sie hin und wieder. Darüber hinaus liest sie gerne, zum Teil sogar ohne Brille.
Die Glückwünsche der Stadt Dinkelsbühl überbrachte Bürgermeisterin Nora Engelhard, Edith Stumpf übermittelte die Glückwünsche im Namen von Landrat Dr. Jürgen Ludwig.