Rund um Neustadt: Ein Café, ein Schrank, ein Pavillon | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.10.2024 19:00

Rund um Neustadt: Ein Café, ein Schrank, ein Pavillon

In das Bahnhofsgebäude Bad Windsheim soll ein Inklusionscafé einziehen. (Foto: LAG Aischgrund/Anne Billenstein)
In das Bahnhofsgebäude Bad Windsheim soll ein Inklusionscafé einziehen. (Foto: LAG Aischgrund/Anne Billenstein)
In das Bahnhofsgebäude Bad Windsheim soll ein Inklusionscafé einziehen. (Foto: LAG Aischgrund/Anne Billenstein)

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Aischgrund traf sich zu ihrer Vorstandssitzung und hat dabei einigen Projekten finanzielle Unterstützung zugesagt. Unter anderem soll ein inklusives Café im Bahnhof von Bad Windsheim, ein Bücherschrank in Neustadt und ein Pavillon für Birkenfeld mitfinanziert werden.

Die Lebenshilfe möchte im Bahnhofsgebäude in Bad Windsheim ein inklusives Café einrichten. Dafür wurden Leader-Mittel beantragt – insbesondere für die Inneneinrichtung. „Der LAG-Vorstand hat nun entschieden, 40 Prozent Zuschuss zu gewähren, was einer Summe von 132.271 Euro entspricht“, berichtet die LAG in einer Pressemitteilung.

Gesetzgebung sorgte für Verwirrung

Schon vor längerer Zeit habe die Stadt Bad Windsheim das Bahnhofsgebäude gekauft. Es gebe jedoch ein Problem: Eine neue Gesetzgebung hatte für Verwirrung gesorgt, weil die Bahn der Freigabe für eine andere Nutzung des Gebäudes nicht zustimmt. Die Entscheidung bei der LAG Aischgrund ist dennoch gefallen, unter Vorbehalt der behördlichen Zustimmung.

Geld für den historischen Verein

Darüber hinaus hat die Lokale Aktionsgruppe ein weiteres Projekt in Bad Windsheim abgenickt, das den historischen Verein „Alt-Windsheim“ betrifft. Dieser kümmert sich um die Sammlung des Reichsstadtmuseums im Ochsenhof in der Seegasse 27 in Bad Windsheim.

Ein Museumsdepot – in dem die nicht in Ausstellung befindlichen Stücke konservatorisch und zentral gelagert werden können – gibt es bisher nicht. Die Exponate sind auf verschiedene Räume in der Stadt verteilt, die nun zum Teil wegen Renovierungsarbeiten geräumt werden müssten, berichtet die LAG. Die Stadt Bad Windsheim hat deshalb am Weinmarkt 8 einen großen Raum angemietet, in dem der Verein dauerhaft ein Depot einrichten kann. Dies möchte die LAG unterstützen. Für die Einrichtung des Raums erhält der Verein 2500 Euro aus dem Topf „LAG-Bürgerengagement“.

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Jüdische Geschichte des Ortes

Exakt dieselbe Summe fließt auch nach Uehlfeld. Bezuschusst werden soll damit die Forschung und Aufklärung über die jüdische Geschichte des Ortes. In einem umfangreichen Werk beschreibt Gisela Naomi Blume anhand einer Häuserchronik bereits das jüdische Leben in Uehlfeld. Gerlinde Röder und der Heimat- und Verschönerungsverein Uehlfeld und Umgebung wollen nun eine Zusammenfassung herausbringen, die Bürgern und Besuchern einen ersten Überblick über die Geschichte gibt – diese Broschüre werde unterstützt, berichtet die LAG.

Förderung der Literatur

In Neustadt soll derweil die Literatur bezuschusst werden. Denn unter dem Pavillon an der Jean-Paul-Allee soll ein Bücherschrank aufgestellt werden, in den rund 600 Bücher passen sollen. Rund 7000 Euro kostet der aus Aluminium und Glas konstruierte Schrank. 2750 Euro gibt die LAG aus ihrem Bürgerengagement-Fonds dazu. „Christoph Löblein, beruflich in der Buchbranche verankert, hat sich für den Bücherschrank eingesetzt und den Geschichts- und Heimatverein Neustadt als Unterstützer gewonnen“, erklärt die Aktionsgruppe in ihrer Mitteilung. Löblein will nun den Restbetrag nach Möglichkeit über Spenden finanzieren.

1400 Euro für Faltpavillons

Abseits davon erhält auch der Neustädter Gemeindeteil Birkenfeld über 1400 Euro Bürgerengagement-Förderung. Denn der Ort möchte zwei Faltpavillons anschaffen, um im Freien seine Feste feiern zu können. Bislang hat die Dorfgemeinschaft die Pavillons von Firmen geliehen, doch oft sei es zu Terminüberschneidungen gekommen. „Von der Anschaffung profitieren auch andere Birkenfelder Vereine sowie Vereine aus benachbarten Ortsteilen der Stadt Neustadt, die die Pavillons ebenfalls nutzen dürfen“, erklärt die Lokale Aktionsgruppe.

Gebiet über die Kreisgrenze hinweg

Auch außerhalb des Landkreises unterstützt die Aischgrund-LAG Projekte. In Höchstadt soll beispielsweise ein Co-Working-Space in der Kellerstraße entstehen. Kathrin Younes aus Höchstadt will die leerstehenden Geschäftsräume ihres Onkels, ehemals von einer Raumausstattung genutzt, einer modernen Nutzung zuführen. Dafür hat sie Unterstützung aus dem europäischen Leader-Fonds bei der LAG Aischgrund beantragt. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Vorstand mehrheitlich für die Gewährung der Förderung in Höhe von rund 88.000 Euro. Das entspricht 40 Prozent der förderfähigen Kosten von gut 220.000 Euro.


Von Valentin Brendler
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