Rund 630.000 Euro: Dafür braucht der TSV Scheinfeld so viel Geld | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.07.2025 11:00

Rund 630.000 Euro: Dafür braucht der TSV Scheinfeld so viel Geld

Die Vereinshalle des TSV Scheinfeld an der Würzburger Straße ist in die Jahre gekommen und soll saniert werden - sobald die Zusage auf eine finanzielle Unterstützung durch den Landessportverband vorliegt. (Foto: Andreas Reum)
Die Vereinshalle des TSV Scheinfeld an der Würzburger Straße ist in die Jahre gekommen und soll saniert werden - sobald die Zusage auf eine finanzielle Unterstützung durch den Landessportverband vorliegt. (Foto: Andreas Reum)
Die Vereinshalle des TSV Scheinfeld an der Würzburger Straße ist in die Jahre gekommen und soll saniert werden - sobald die Zusage auf eine finanzielle Unterstützung durch den Landessportverband vorliegt. (Foto: Andreas Reum)

Wenn es nach dem TSV Scheinfeld ginge, wäre man nun so weit: Die lange geplante Sanierung der Vereinshalle könnte in Angriff genommen werden. Es fehlt „nur” noch ein bisschen Geld – eine sechsstellige Summe.

Und da erhofft sich der TSV unter anderem, dass der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) dem Verein unter die Arme greift. Das stellt der Verband durchaus in Aussicht, doch sind die Förderbedingungen ein bisschen knifflig. Deshalb musste der TSV nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Denn letztlich liegt es in der Hand der Mitglieder, festzulegen, wie viel Geld wofür verwendet werden darf.

Es ist, so führte Vorsitzender Dieter Appel vor den rund 20 erschienenen Mitgliedern aus, „ein ernstes Thema. Es geht um viel Geld.” Die Sanierungsvorhaben des TSV gehen noch über die Vereinshalle hinaus und summieren sich insgesamt auf schätzungsweise 630.000 Euro. Die Halle ist der größte Brocken. Sie braucht insbesondere ein neues Dach, eine neue Heizung, Türen und Toiletten, listete Dr. Berthold Krabbe auf; Scheinfelds dritter Bürgermeister ist Beirat im TSV-Vorstand und dort fürs Bauwesen zuständig.

Tennisheim, Flutlicht und Soccer Ground

In der Gesamtsumme sind auch einige Arbeiten am Tennisheim enthalten sowie eine Modernisierung der Flutlichtanlage am Fußballgelände und die Anlage eines Soccer Grounds, womit ein Kunstrasen-Kleinfeld gemeint ist. Es sei sinnvoll, die verschiedenen Vorhaben auf drei Teile aufzusplitten, hieß es bei der Versammlung.

Krabbe erläuterte die Dreiteilung: Fürs Tennisheim kalkuliere man mit 40.000 Euro, davon allein 10.000 Euro für eine neue Heizung. Für den Fußballbereich geht man von 110.000 Euro für den Soccer Ground aus und 45.000 Euro fürs Flutlicht. Der große Brocken aber ist die Hallensanierung. Sie liegt bei nicht ganz einer halben Million Euro.

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Eine Tücke bei der Förderung

Entsprechend will man beim BLSV auch drei Förderanträge stellen: zwei Kleinanträge und einen für die große Maßnahme. Das hat den Vorteil, so erläuterte Claus Seifert, der im TSV-Vorstand Beirat fürs Förderwesen ist, dass die kleineren Maßnahmen bei Beendigung auch sogleich abgerechnet werden können und nicht aufs Ende der gesamten Sanierungsarbeiten gewartet werden muss.

Seifert erläuterte jedoch auch eine Tücke, die durch die Aufteilung entsteht: Der BLSV erwartet von einem geförderten Verein, dass dieser seine Eigenmittel einsetzt. Davon hat der TSV aktuell etwas mehr als 200.000 Euro – auch deshalb, weil der Verein gezielt für das Sanierungsvorhaben angespart hat. Der Verein hätte also, verkürzt erklärt, genug Eigenmittel, um beispielsweise die 40.000 Euro für die Tennisheim-Arbeiten komplett aus eigener Tasche zu bezahlen. Der BLSV sähe keine Notwendigkeit, solch einen Kleinantrag zu unterstützen.

Drei zweckgebundene Rücklagen

Das bedeutet, dass der Verein einen Nachteil durch die Aufteilung auf drei Förderanträge hätte. Denn würde man nur einen Förderantrag für alle Sanierungsteile stellen, so würde auch alles gefördert. Diesen Nachteil aber kann man vermeiden, in dem für die Vereinsrücklagen Zweckbindungen festgelegt werden. Dann werden etwa Gelder, die der Hallensanierung vorbehalten sind, nicht als Eigenmittel für die Tennisheim-Sanierung angerechnet. Solch eine Vorgehensweise wird vom BLSV akzeptiert, wurde in der Sitzung erklärt.

Der Verein bildet nun, so beschloss es die Versammlung ohne Gegenstimme, drei zweckgebundene Rücklagen: 11.000 Euro sind fürs Tennisheim bestimmt, 45.000 Euro für die beiden Fußball-Projekte und 120.000 Euro fürs Hauptprojekt Hallensanierung. So hofft der TSV, dass für alle drei Anträge die rund 40-prozentigen BLSV-Zuschüsse fließen. Die zweckgebundenen Mittel müssen für die benannten Zwecke ausgegeben werden, betonte Seifert und merkte an, dass noch genug Eigenmittel für sonstige Vereinsaktivitäten übrig blieben.

Bankkredite sind wohl kein Problem

Darüber hinaus steht noch eine städtische Förderung in Aussicht. Im Gespräch sind dabei 70.000 Euro. Ein Gutteil muss jedoch über Bankkredite finanziert werden. Dank des hohen Eigenkapitals gilt dies jedoch als wenig problematisch, wie der stellvertretende TSV-Vorsitzende und hauptberufliche Banker Klaus Luckert erläuterte. Im Prinzip benötige man zwei Kredite: einen für die Investitionen und einen, um die BLSV-Förderung zwischenzufinanzieren, denn der Verband, so erklärte Luckert, „zahlt erst, wenn abgerechnet ist, und das kann dauern”.

Der Bankfachmann erklärte ferner, dass man auch versuchen werde, einen hohen fünfstelligen Betrag an Vorsteuer erstattet zu bekommen. Das sei jedoch ein Punkt, der noch mit etwas Unsicherheit verbunden sei.

Vereinskassier Hans Luckert merkte an, dass man die Rücklagen ja „irgendwo herbekommen” müsse. Er deutete damit an, dass eventuell über die Mitgliedsbeiträge beziehungsweise auch über die Abteilungsbeiträge nachgedacht werden müsse. Zwar habe der Verein ein Polster aufgebaut, „das wird aber vermutlich nicht ganz reichen”, sagte der Kassier.

Mit den nun gefassten Beschlüssen können die Antragsunterlagen an den BLSV vervollständigt werden. Je nachdem, wie zügig die Bescheide eintreffen, könne man mit dem Bauen beginnen. Der TSV sei jedenfalls startklar, versicherte Appel. Krabbe war sich indes nicht sicher, ob für den Hauptantrag heuer noch ein Bescheid ergeht. Bei den Kleinanträgen hoffte er, dass es zügiger klappt.

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