Gerade für ältere Bürgerinnen und Bürger stellt die Rücksichtslosigkeit so mancher Zweiradfahrer ein großes Problem dar. Speziell in der Altstadt sorgt das Thema seit Langem für Diskussionen. Die Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Fritz Heubeck und Michael Vogel, haben mit Polizeichef Dieter Hegwein nach Lösungen gesucht.
Hegwein zeigte sich offen für die Anliegen der Seniorenvertretung, heißt es in einer Pressemitteilung. Es ging grundsätzlich um das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum, wobei die Gefährdung von Fußgängern durch teils rücksichtsloses Verhalten mancher Zweiradfahrer im Fokus stand.
Immer häufiger komme es vor, dass Radfahrer und E-Scooter-Nutzer in der Fußgängerzone mit Tempo und geringem Abstand an Fußgängern vorbeifahren, beklagten die beiden Vorsitzenden. Oft geschehe das nahezu lautlos, sodass eine rechtzeitige Reaktion kaum möglich sei. Immer wieder gebe es Beinaheunfälle in unübersichtlichen Bereichen der Fußgängerzone, hoben Heubeck und Vogel hervor.
Einen Schwerpunkt bilde das Durchgangsschulhaus. Viele Radfahrer würden das dort geltende Fahrverbot missachteten, beklagt der Seniorenbeirat. Würden Fahrer auf ihr falsches Verhalten hingewiesen, reagierten sie oft mit Beleidigungen.
Gerade ältere Menschen fühlten sich dadurch verunsichert, da sie auf Gehwegen besonderen Schutz benötigen, argumentiert der Seniorenbeirat. E-Fahrzeuge, so wurde betont, seien nicht nur schneller als herkömmliche Fahrräder, sondern aufgrund ihres höheren Gewichts bei einem Zusammenprall auch mit einem deutlich größerem Verletzungsrisiko verbunden.
Fußgänger, insbesondere Senioren, tragen keine Helme wie Radfahrer und sind körperlich weniger in der Lage, sich im Ernstfall zu schützen. Verletzungen bei Senioren sind zudem meist schwerer und langwieriger.
Die Vorsitzenden des Seniorenbeirats baten daher die Polizei um verstärkte Kontrollen und eine intensivere Überwachung der Fußgängerzone. Mehr Kontrollen könnten das rücksichtslose Verhalten am besten eindämmen, glauben Heubeck und Vogel. So könne die Sicherheit der älteren Menschen verbessert werden.
Ein weiteres zentrales Anliegen war die Ausweitung polizeilicher Präventionsarbeit. Immer wieder werden Seniorinnen und Senioren Opfer von Betrugsmaschen – sei es an der Haustür oder im Internet. Die Vertreter der Senioren betonten, dass das Vorgehen der Täter zunehmend raffinierter und hinterhältiger werde. Es sei daher von großer Bedeutung, durch gezielte Informationsveranstaltungen und Vorträge über gängige Betrugsstrategien aufzuklären und den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mehr Sicherheit im Alltag zu geben.
Leitende Polizeidirektor Hegwein zeigte Verständnis für die Anliegen und sicherte zu, die Themen in die weitere Arbeit der Dienststelle einfließen zu lassen. Prävention, so Hegwein, sei ein wesentlicher Baustein der Polizeiarbeit, insbesondere wenn es um den Schutz vulnerabler Gruppen wie Senioren geht.