Rudolzhofen: Geburtstagsidee mit Vorbildcharakter | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.09.2023 10:00

Rudolzhofen: Geburtstagsidee mit Vorbildcharakter

Sie standen im Mittelpunkt der Steinmetz-Spendengala (von links) im Uffenheimer Ortsteil Rudolzhofen: Günter Steinmetz, Prokuristin Sigrid Bischoff, Matthias Friedrich, Stefan Gruber, Dieter Bögelein, Christoph Steinmetz, Brigitte Stuckert und Christoph Maul. (Foto: Johannes Zimmermann)
Sie standen im Mittelpunkt der Steinmetz-Spendengala (von links) im Uffenheimer Ortsteil Rudolzhofen: Günter Steinmetz, Prokuristin Sigrid Bischoff, Matthias Friedrich, Stefan Gruber, Dieter Bögelein, Christoph Steinmetz, Brigitte Stuckert und Christoph Maul. (Foto: Johannes Zimmermann)
Sie standen im Mittelpunkt der Steinmetz-Spendengala (von links) im Uffenheimer Ortsteil Rudolzhofen: Günter Steinmetz, Prokuristin Sigrid Bischoff, Matthias Friedrich, Stefan Gruber, Dieter Bögelein, Christoph Steinmetz, Brigitte Stuckert und Christoph Maul. (Foto: Johannes Zimmermann)

„Es gibt Menschen, die es mehr brauchen als wir“, sagen Günter und Christoph Steinmetz, Geschäftsführer bei der Zimmerei Steinmetz in Rudolzhofen. Die Firma feierte jüngst 100. Geburtstag – statt Geschenke wollte das Duo aber lieber Spenden. 16.000 Euro kamen zusammen, und die gehen jetzt an den guten Zweck.

Über 9000 Euro fischten die Steinmetz aus den Spendendosen oder registrierten sie auf dem Konto. Die Zimmerei ließ es sich nicht nehmen, die Summe aufzustocken. Drei soziale Zwecke wurden ausgesucht: die Uffenheimer Tafel, die Lebenshilfe und der VfB Franken Schillingsfürst. Der VfB Schillingsfürst? Da muss Günter Steinmetz grinsen, der Grund dafür sitzt auf einer Bank wenige Meter entfernt: Kabarettist und Fastnachtspräsident Christoph Maul.

Schillingsfürst und der Fastnachtspräsident

Der hatte den Festakt zum 100. moderiert – und so fragten ihn die Steinmetz, ob er einen Vorschlag für Spenden hätte. Die Antwort: den VfB Franken Schillingsfürst. „Ich hab halt g’fragt und er hat geantwortet“, witzelt Steinmetz. Und einen Rückzieher konnten sie dann nicht mehr machen. Wieso auch? Für Christoph und Günter Steinmetz ist es sowieso „eine Herzensangelegenheit“, die Jugendarbeit der Vereine zu unterstützen. Schließlich präge die Fußball-Zeit in der Jugend so manchen Menschen in seiner Entwicklung. „Wenn jemand Fußball spielt, dann sollte er das in den Lebenslauf schreiben“, findet Steinmetz. „Für mich ist das ein Zeichen – der ist teamfähig.“

Der Vorsitzende vom Schillingsfürster VfB, Stefan Gruber, fand die Idee der Steinmetz derart inspirierend, auf Geschenke zu verzichten und für den guten Zweck zu sammeln, dass er das bei seinem 50. Geburtstag imitieren will, wie er sagt.

Die Uffenheimer Tafel hat jetzt ein neues Domizil bezogen. 36 Helferinnen und Helfer verteilen dort Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs an Bedürftige. „Es ist beschämend, dass in einem reichen Land so viele darauf angewiesen sind“, betont Günter Steinmetz. „Aber es ist gut, dass es so eine Einrichtung gibt.“ Die Leiterin der Ausgabestelle, Brigitte Stuckert, freute sich über den Geldsegen. Die Spende könne man „mehr als dringend“ für die neue Ausgabestelle brauchen. Zu ihren Mitstreitern sagt sie: „Es ist schön, dass es Menschen gibt, die sich Zeit nehmen, um für andere da zu sein.“ Applaus aus dem Saal.

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Eine „weitere Herzensangelegenheit“ für die Steinmetz ist die Lebenshilfe. Er habe dorthin „intensiven Kontakt“, sagt Günter Steinmetz. Auch ein ehemaliger Mitarbeiter sei nach einem Unfall dort tätig. „Man sieht dann, was dort alles geleistet wird. Jeder findet seinen Arbeitsplatz.“ Die Einrichtung habe ihn bei einem Besuch beeindruckt, so Steinmetz. Ein Blinder habe Kabel sortiert – gelb, blau, rot: „Jede Farbe hat eine andere Oberfläche.“ Die Menschen mit Einschränkung freuten sich über die Beschäftigung – „da kriegt das Leben einen Sinn“.

Dieter Bögelein und Matthias Friedrich von der Lebenshilfe loben die Zimmerei: Dass eine Firma 100 Jahre in Familienhand bleibe, das sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich – und die Steinmetz „übernehmen soziale Verantwortung“.

„Respekt, dass man Dinge so lange aufhebt“

Bevor an diesem Dankesabend der kulinarische Teil kommt, gibt es noch eine kleine Zeitreise. Viele aus dem Ort und darüber hinaus hatten für die Ausstellung zum 100. Geburtstag alte Dokumente hergeliehen, die jetzt zurückgehen. Eine handgeschriebene Rechnung von 1936 etwa. Steinmetz: „Allen Respekt, dass man Dinge so lange aufhebt.“ Aus Ickelheim kam ein Eingabeplan von Firmengründer Johann Michael Rienecker aus dem Jahr 1923. Der einhellige Tenor: „Das ist wirklich etwas Besonderes.“

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