Im Heimspiel gegen das sieglose Schlusslicht taten sich die Regionalligahandballer des TSV Rothenburg lange Zeit sehr schwer. Der dritte Sieg in Folge schien stark gefährdet, doch mit einer Steigerung in Halbzeit zwei schlugen die Gastgeber den TSV Ismaning noch mit 31:30 (12:14).
Nur 13 Spieler konnte Rothenburgs Trainer Valentin Akushka aufbieten. Neben den verletzten Andreas Amann und Felix Wack fehlte auch Patrick Schneider, der privat verhindert war. Die Gäste hatten allerdings auch nur 13 Mann dabei.
Die Mannschaft von Gästetrainer Marc Thieme ging in der Anfangsphase aber ungleich besser mit der dünnen Personaldecke um. Bis zur 18. Minute hatte sie sich einen verdienten Sechs-Tore-Vorsprung herausgespielt (4:10). Die 300 Zuschauer in der alten Bleiche-Halle fragten sich, welches der beiden Teams sieglos am Tabellenende und welches ungefährdet im vorderen Mittelfeld platziert ist.
Die Rothenburger vergaben reihenweise gute Tormöglichkeiten und Ismaning kam über einfache Kontertore zur deutlichen Führung. Trainer Akushka war gezwungen, schon früh seine ersten beiden Auszeiten zu nehmen. Nach der zweiten kamen seine Mannen besser ins Spiel und beim 12:13 durch Gabriel Gluhak (29. Minute) war der Anschluss hergestellt. Ein überhasteter Abschluss brachte die Gäste dann noch einmal in Ballbesitz, den Johannes Achhammer zum Pausenstand von 12:14 nutzte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierten sich die Rothenburger deutlich verbessert und mit einem 6:1-Lauf zur 18:15-Führung schien die Partie gedreht (38.). Dann erlaubten sich die Hausherren aber wieder eine Reihe von Fehlern und Ismaning glich fünf Minuten später aus (20:20).
Nun machte sich bei den Hausherren auch der Kräfteverschleiß, insbesondere im Rückraum bemerkbar, wo Trainer Akushka kaum Wechselmöglichkeiten hatte. Immer wieder wechselten die Führungen und kein Team konnte sich absetzen.
Als zwischen der 49. und 51. Minute den Gästen drei Tore in Folge gelangen (25:27), war der Fortbestand der Siegesserie der Gastgeber stark gefährdet. Mit seiner dritten und letzten Auszeit unterbrach Akushka den Lauf der Gäste und stellte seine Truppe für die Schlussphase neu ein.
Die Folge: der Ausgleich (28:28). Die Führung wollte Rothenburg aber zunächst nicht gelingen. Ismaning legte immer vor, Rothenburg zog bis zum 30:30 nach.
Wie schon gegen Bayreuth gelang den Hausherren dann aber in den Schlusssekunden der entscheidende Treffer. Nedim Jasarevic war es, der zwölf Sekunden vor Spielende zum entscheidenden 31:30 traf. Der letzte Wurfversuch der Gäste wurde zur sicheren Beute des guten Arnold Kiss im Rothenburger Gehäuse und die Partie endete aus Sicht der Gastgeber mit einem Happy End.
Bei allen spielerischen Mängeln der Rothenburger imponierte ihre kämpferische Einstellung. Mit Nedim Jasarevic, Dennis Orf und Niko Stojanov gingen fast alle verbliebenen Rückraumspieler angeschlagen in die Partie und stellten sich selbstlos in den Dienst der Mannschaft. Neben der wieder einmal starken Moral verdient auch die Leistung von Torhüter Arnold Kiss Erwähnung, der mit vielen guten Paraden das Torhüter-Duell klar für sich entschied. Die nun bevorstehende zweiwöchige Faschingspause gibt den angeschlagenen Spielern die Chance sich auszukurieren.
Rothenburg: Kiss (1.-60.), Berkec (Tor); Schemm (1), Pfänder, Gluhak (1), Schweizer (3), Orf (2), Jasarevic (7), Stojanov (4), Krauter, Laugner (4), Altwish (2), Ilicin (7/7).
Ismaning: Winkler, Bauer, Haeffner (Tor); Forster, Pfannes (1), Braun (4), Teschner (2), Wiechmann, Burgmair (4/1), Mannel (1), Zobel (4), Jockel (7), Achhammer (7).
Spielverlauf: 0:1, 2:4, 3:7, 4:10, 9:12, 12:13, 12:14 (HZ); 18:15, 20:20, 23:22, 25:27, 29:30, 31:30.- Siebenmeter: Rothenburg 7 (Ilicin trifft alle); Ismaning 1 (Burgmair trifft).- Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Laugner 2; Jasarevic und Altwish je 1); Ismaning 5 (Forster, Pfannes, Teschner, Burgmaier und Zobel je 1; Disqualifikation Mannel).- Schiedsrichter: Ulrich Bayerlein, Stefan Kalina (Regensburg/Bayreuth).- Zuschauer: 300.