Rothenburg: Der Rotary Club startet Spendenaktion für die Ukraine | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.05.2025 06:30

Rothenburg: Der Rotary Club startet Spendenaktion für die Ukraine

Dr. Benedikt Stegmann, Gisela Heusinger-Herz und Markus Hirte (von links) freuen sich auf zahlreiche Spenden für die Krankenhäuser in Ukraine. (Foto: Irmeli Pohl)
Dr. Benedikt Stegmann, Gisela Heusinger-Herz und Markus Hirte (von links) freuen sich auf zahlreiche Spenden für die Krankenhäuser in Ukraine. (Foto: Irmeli Pohl)
Dr. Benedikt Stegmann, Gisela Heusinger-Herz und Markus Hirte (von links) freuen sich auf zahlreiche Spenden für die Krankenhäuser in Ukraine. (Foto: Irmeli Pohl)

„Der Bedarf an Medikamenten in der Ukraine ist sehr groß.“ Dr. Benedikt Stegmann, Präsident des Rotary Clubs in spe, weiß um die schwierige Situation der medizinischen Versorgung in dem von Krieg geplagten Land. Krankenhäuser werden dort häufig staatlich finanziert, die Gelder fehlen derzeit. Das rotarische Projekt „Medicines4Ukraine“ soll Abhilfe schaffen.

„Hilfe muss immer wieder neu erfunden werden“, ist sich Professor Dr. Markus Hirte, ebenfalls Clubmitglied, sicher. „Wir wollen das Signal senden: Wir bleiben am Ball. Und wir haben die Menschen in der Ukraine nicht vergessen.“ Dafür möchte die Clubmitglieder das Spendenprojekt „Medicines4Ukraine“ auch für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Einnahmen aus Kabarett-Abend werden gespendet

Bei einer Kabarett-Veranstaltung mit Helmut Schleich am Sonntag, 27. Juli, ab 18.30 Uhr in der Reichsstadthalle wird ein großer Teil der Einnahmen und des Honorars des Kabarettisten gespendet.

Gisela Heusinger-Herz, derzeitige Präsidentin des Clubs, begleitete bereits im vergangenen Jahr Spendenprojekte für die Ukraine. „Wir haben zwei Autos in Kooperation mit einem Club in Estland ausgestattet und in die Ukraine geschickt“, erinnert sie sich. Da das im Juli beginnende rotarische Jahr 2025/26 das Schwerpunktthema Ukraine-Hilfe hat, überlegte sich der kommende Präsident Dr. Benedikt Stegmann ein Projekt, das „bedarfsorientiert und seriös“ Spenden dahin befördert, wo sie auch wirklich gebraucht werden.

Seiner Erfahrung nach ist es oft so gewesen, dass zwar viel gespendet wurde, aber nicht zielgerichtet. So sei es zu Überschüssen gekommen, auch im Medikamentensektor, meint er. Da Stegmann aufgrund seiner Tätigkeit als Apotheker Kontakte in diesem Bereich hat, weiß er auch um die Notlage in der Ukraine.

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Die Krankenhäuser sind meist staatlich finanziert

„Die dortigen Krankenhäuser sind zu 85 Prozent staatlich finanziert“, so Stegmann, „und aktuell fehlen dem Staat diese Gelder“. So herrsche eine Arzneimittelknappheit. Hier wollte der Club in Rothenburg ansetzen. Zusammengetan haben sie sich mit dem Medikamentenhilfswerk Medeor, das weltweit agiert, aber sich in den vergangenen Jahren auch vermehrt in der Ukraine eingesetzt habe, erklärt Stegmann.

So sei eine gewisse Expertise bereits vorhanden – und: Die Gesundheitsbehörden melden dem Hilfswerk vor Ort regelmäßig, welche Arzneimittel gerade fehlen. So könne bedarfsgerecht geschaut werden, wo noch Spenden benötigt würden, sagt Stegmann. Ein weiterer Vorteil der Kooperation: Medeor hat bereits ein Medikamentenlager und kauft diese bei einem Großhandel zu – somit gebe es „mehr Arzneien für weniger Geld“, wie es Stegmann zusammenfasst. „Wir wollen sicherstellen, dass die Spenden da ankommen, wo sie gebraucht werden“, fügt er hinzu.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten der Ukraine bereits in der Vergangenheit „sehr viel Engagement entgegengebracht“, erinnert Professor Dr. Hirte. So habe man clubintern entschieden, die Öffentlichkeit mit ins Boot holen, erklärt er. „Wir wollen so viel wie möglich erreichen.“

Der Künstler verzichtet auf die Gage

Um Spendeneinnahmen zu generieren, veranstaltet der Club am Sonntag, 27. Juli, ab 18.30 Uhr den Kabarettabend mit Helmut Schleich. Dieser engagiere sich ebenfalls sozial, erzählt Stegmann. Bei einer Kontaktaufnahme mit dem seit über 40 Jahren auf der Bühne und auch im Fernsehen aktiven Kabarettisten habe dieser sofort zugesagt, mit seinem aktuellen Programm „Das kann man so nicht sagen“ in Rothenburg zu gastieren. Er verzichtet dabei auf einen großen Teil der üblichen Gage. „Er hatte gleich ein offenes Ohr für unser Projekt“, sagt Stegmann, „so können wir das Ganze mit etwas Fröhlichem verbinden“.

Schleich nehme in seinem Programm die Politik, Verhaltensweisen der Deutschen und Bayern aufs Korn, erklärt Stegmann. So seien „seine Texte so böse wie brillant und seine Parodien einmalig gut“. Stegmann, Heusinger-Herz und Hirte sind sich einig: „Es ist sehr sehenswert.“ Und: „Wir hoffen einfach, dass die Halle voll wird“, sagt Heusinger-Herz.

Es wird die letzte Veranstaltung in der Reichsstadthalle vor deren Sanierung sein. Tickets gibt es ohne Vorverkaufsgebühr im Tourismus-Service sowie in der Reichsstadt- und Marienapotheke.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann einen Geldbetrag auf das Konto Rotary Hilfswerk Rothenburg, IBAN DE 20 7606 9372 0000 0181 20 überweisen. Betreff: Medicines4Ukraine.


Von Irmeli Pohl
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